IQWiG2023Onkologie

Trastuzumab-Deruxtecan bei Mammakarzinom: IQWiG-Addendum

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das vorliegende Addendum des IQWiG ergänzt die Nutzenbewertung von Trastuzumab-Deruxtecan bei Patientinnen und Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-low-Brustkrebs. Es basiert auf nachgereichten Daten der DESTINY-Breast04-Studie.

Im Fokus der Neubewertung stehen Analysen, die Patientinnen und Patienten ausschließen, welche vor der Randomisierung einer Gemcitabin-Behandlung zugeordnet waren. Zudem wurden neue Daten zur antiemetischen Begleitbehandlung berücksichtigt.

Durch die nachgereichten Auswertungen konnten vorherige Unsicherheiten bezüglich der Gemcitabin-Gabe behoben werden. Die allgemeine Aussagesicherheit der Studie wird vom IQWiG nun nicht mehr als eingeschränkt eingestuft, auch wenn weiterhin Unklarheiten bei der Vorbehandlung mit Anthrazyklinen oder Taxanen bestehen.

Empfehlungen

Gesamtüberleben

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich beim Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Vorteil für Trastuzumab-Deruxtecan im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe. Es wird ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen abgeleitet.

Dieser Überlebensvorteil besteht laut Auswertung unabhängig vom Vorliegen einer viszeralen Erkrankung. Das Ausmaß des Effekts unterscheidet sich jedoch zwischen diesen Subgruppen.

Bewertung der Endpunkte

Der Bericht fasst die Effekte von Trastuzumab-Deruxtecan im Vergleich zur ärztlichen Maßgabe in verschiedenen Kategorien zusammen:

EndpunktEffektrichtungAusmaß des Effekts
GesamtüberlebenVorteilErheblich
Schmerzen & SchlaflosigkeitVorteilNicht quantifizierbar
Übelkeit & Erbrechen (Symptomatik)NachteilNicht quantifizierbar
Schwere unerwünschte Ereignisse (gesamt)VorteilErheblich (geringerer Schaden)
Schwere Übelkeit & ThrombozytopenieNachteilNicht quantifizierbar (höherer Schaden)

Symptomatik und Lebensqualität

Die Auswertung der patientenberichteten Endpunkte zeigt Vorteile für Trastuzumab-Deruxtecan in folgenden Bereichen:

  • Schmerzen und Schlaflosigkeit

  • Körperliche, kognitive und soziale Funktion

  • Körperbild (nur bei Patientinnen und Patienten unter 65 Jahren)

Demgegenüber steht ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen bei Übelkeit und Erbrechen. Bei Endpunkten wie Fatigue, Dyspnoe oder dem globalen Gesundheitsstatus zeigt sich kein signifikanter Unterschied.

Unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen)

Das IQWiG sieht bei den schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen (SUEs und schwere UEs) insgesamt einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden durch Trastuzumab-Deruxtecan. Spezifische Vorteile zeigen sich bei Neutropenien und dem Hand-Fuß-Syndrom.

Gleichzeitig weist der Bericht auf einen höheren Schaden in spezifischen Bereichen hin:

  • Verminderte Thrombozytenzahl und schwere Übelkeit

  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass laut Fachinformation unter Trastuzumab-Deruxtecan eine antiemetische Begleitbehandlung vorgesehen ist. In der zugrundeliegenden Studie erhielten jedoch nicht alle Behandelten im Interventionsarm eine entsprechende Prophylaxe, was die Ergebnisse zu Übelkeit und Erbrechen beeinflusst haben könnte. Es wird im klinischen Alltag eine konsequente Umsetzung des antiemetischen Managements gemäß Fachinformation vorausgesetzt.

Häufig gestellte Fragen

Ja, laut IQWiG-Bericht zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil beim Gesamtüberleben im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe. Dies gilt sowohl für Personen mit als auch ohne viszerale Erkrankung.

Die Auswertung zeigt einen höheren Schaden unter anderem bei verminderter Thrombozytenzahl, schwerer Übelkeit und gastrointestinalen Erkrankungen. Auch Infektionen traten im Vergleich zur ärztlichen Maßgabe häufiger auf.

Der Bericht stellt Vorteile in der körperlichen, kognitiven und sozialen Funktion fest. Beim Körperbild zeigte sich ein positiver Effekt, der jedoch auf Patientinnen und Patienten unter 65 Jahren beschränkt war.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte im Stellungnahmeverfahren neue Daten ein, die bestimmte Patientengruppen (z. B. mit Gemcitabin-Behandlung) ausschlossen. Dadurch konnten vorherige methodische Unsicherheiten in der Aussagesicherheit behoben werden.

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Quelle: IQWiG A23-52: Trastuzumab-Deruxtecan (Mammakarzinom) – Addendum zum Auftrag A23-07 (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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