IQWiG2023Onkologie

Trastuzumab Deruxtecan bei Mammakarzinom: IQWiG-Bewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das IQWiG hat im Rahmen eines Addendums eine ergänzende Nutzenbewertung zu Trastuzumab Deruxtecan bei inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Mammakarzinom durchgeführt. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Betroffene nach einer gegen HER2 gerichteten Vorbehandlung.

Die Datengrundlage bildet der zweite Datenschnitt der offenen, randomisierten Phase-III-Studie DESTINY-Breast03 vom Juli 2022. Darin wird Trastuzumab Deruxtecan direkt mit Trastuzumab Emtansin verglichen.

Aufgrund des offenen Studiendesigns und unvollständiger Beobachtungen wird das Verzerrungspotenzial für fast alle Endpunkte außer dem Gesamtüberleben als hoch eingestuft. Daher können laut Bericht maximal Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen abgeleitet werden.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtüberleben (Mortalität)

Beim Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Trastuzumab Deruxtecan, der jedoch vom Alter abhängig ist.

  • Für Personen unter 65 Jahren besteht ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen.

  • Für Personen ab 65 Jahren ist kein Zusatznutzen belegt, da hier kein signifikanter Unterschied festgestellt wurde.

Morbidität und Lebensqualität

Die Auswertungen der krankheitsspezifischen Fragebögen (EORTC QLQ-C30 und QLQ-BR23) zeigen ein gemischtes Bild bezüglich der Symptomatik und Lebensqualität.

Vorteile für Trastuzumab Deruxtecan zeigen sich bei:

  • Rollenfunktion und kognitiver Funktion (Anhaltspunkt für Zusatznutzen)

  • Symptomen im Armbereich, jedoch nur bei fehlender viszeraler Erkrankung zu Studienbeginn

Nachteile (geringerer Nutzen) zeigen sich bei:

  • Übelkeit und Erbrechen, Appetitverlust sowie Diarrhö

  • Dem eigenen Körperbild

Nebenwirkungen

Das IQWiG beschreibt sowohl Vor- als auch Nachteile im Bereich der unerwünschten Ereignisse (UE). Ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden durch Trastuzumab Deruxtecan zeigt sich bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und schweren UE (CTCAE-Grad ab 3).

Die folgende Tabelle fasst die spezifischen Vor- und Nachteile bei den Nebenwirkungen zusammen:

KategorieVorteil Trastuzumab Deruxtecan (geringerer Schaden)Nachteil Trastuzumab Deruxtecan (höherer Schaden)
Schwere UE (Grad ab 3)Verminderte Thrombozyten, erhöhte Leberwerte (ALT/AST)Verminderte Leukozyten/Neutrophile, Ermüdung, Übelkeit
Allgemeine UENasenbluten, PyrexieGastrointestinale Erkrankungen, Hauterkrankungen, Unwohlsein
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass der Überlebensvorteil von Trastuzumab Deruxtecan im Vergleich zu Trastuzumab Emtansin stark altersabhängig ist. Es wird hervorgehoben, dass ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen beim Gesamtüberleben nur für die Altersgruppe unter 65 Jahren belegt ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen beim Gesamtüberleben, allerdings nur für Betroffene unter 65 Jahren. Bei älteren Personen ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Der Bericht beschreibt einen höheren Schaden unter anderem durch Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Appetitverlust sowie verminderte Leukozyten- und Neutrophilenzahlen. Auch allgemeines Unwohlsein und Hauterkrankungen treten häufiger auf.

Ja, die Auswertung zeigt einen geringeren Schaden bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen insgesamt. Spezifisch treten verminderte Thrombozytenzahlen, erhöhte Leberwerte sowie Nasenbluten seltener auf als unter der Vergleichstherapie.

Die Bewertung beruht auf dem zweiten Datenschnitt der randomisierten, offenen Phase-III-Studie DESTINY-Breast03. Darin wird der Wirkstoff direkt mit Trastuzumab Emtansin verglichen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A22-126: Trastuzumab Deruxtecan (Mammakarzinom, nach 1 Vortherapie) – Addendum zum Auftrag A22-80 (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien