Ribociclib bei Mammakarzinom: IQWiG Addendum A25-51
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Addendum A25-51 ergänzende Bewertungen zu Ribociclib vorgelegt. Es geht um die adjuvante Therapie des hormonrezeptorpositiven (HR+), HER2-negativen frühen Mammakarzinoms mit hohem Rezidivrisiko.
Grundlage der Auswertung ist der Datenschnitt vom 29.04.2024 der NATALEE-Studie. Diese vergleicht Ribociclib in Kombination mit Anastrozol oder Letrozol gegenüber einer alleinigen Therapie mit Anastrozol oder Letrozol.
Für prämenopausale Frauen entspricht der Vergleichsarm nicht der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Dennoch werden die Daten auftragsgemäß dargestellt. Für postmenopausale Frauen wird der Datenschnitt für die reguläre Nutzenbewertung herangezogen.
Empfehlungen
Das IQWiG-Addendum formuliert basierend auf der NATALEE-Studie folgende zentrale Ergebnisse zur adjuvanten Therapie mit Ribociclib.
Verzerrungspotenzial der Studiendaten
Das Verzerrungspotenzial wird endpunktübergreifend als hoch eingestuft. Dies wird mit einem hohen Anteil an Zensierungen aus potenziell informativen Gründen begründet.
Zudem führt das offene Studiendesign zu einem hohen Verzerrungspotenzial bei subjektiven Endpunkten. Dies betrifft insbesondere die Erfassung von Rezidiven durch die Prüfärzte sowie patientenberichtete Endpunkte.
Klinische Ergebnisse (prämenopausale Frauen)
Für die Teilpopulation der prämenopausalen Frauen zeigt die Auswertung folgende Effekte der Kombinationstherapie im Vergleich zur Monotherapie:
| Endpunkt / Ereignis | Ribociclib + Anastrozol/Letrozol | Anastrozol/Letrozol (Kontrolle) | Effekt (HR / RR) |
|---|---|---|---|
| Invasiv-krankheitsfreies Überleben (iDFS) | 66 Ereignisse (5,9 %) | 103 Ereignisse (9,2 %) | HR 0,67 |
| Gesamtmortalität | 28 Todesfälle (2,5 %) | 46 Todesfälle (4,1 %) | HR 0,63 |
| Schwere unerwünschte Ereignisse (Grad ≥ 3) | 734 Patientinnen (66,2 %) | 200 Patientinnen (18,7 %) | RR 3,54 |
| Therapieabbruch wegen UEs | 190 Patientinnen (17,1 %) | 60 Patientinnen (5,6 %) | RR 3,06 |
Spezifische Nebenwirkungen
Unter der Therapie mit Ribociclib treten spezifische Nebenwirkungen signifikant häufiger auf. Die Auswertung hebt dabei folgende Ereignisse hervor:
-
Neutropenie (CTCAE-Grad ≥ 3)
-
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
-
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
-
Hepatobiliäre Toxizität und gastrointestinale Beschwerden
Postmenopausale Frauen
Für postmenopausale Frauen wurde der nachgereichte Datenschnitt vom April 2024 als relevant für die Nutzenbewertung eingestuft. Die finale Beschlussfassung über den Zusatznutzen obliegt dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht ist bei der adjuvanten Gabe von Ribociclib mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) zu rechnen. Es wird berichtet, dass insbesondere Neutropenien und hepatobiliäre Toxizitäten signifikant häufiger auftreten als unter alleiniger endokriner Therapie. Ein engmaschiges Monitoring dieser Parameter erscheint daher ratsam.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG entsprachen die im Vergleichsarm der NATALEE-Studie eingesetzten Wirkstoffe (Anastrozol oder Letrozol) nicht der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie für diese Subgruppe. Im vorliegenden Addendum werden die Daten jedoch auf gesonderten Auftrag des G-BA dargestellt.
Die Auswertung zeigt, dass bei prämenopausalen Frauen 17,1 % der Patientinnen im Ribociclib-Arm die Therapie wegen unerwünschter Ereignisse abbrachen. Im Kontrollarm lag diese Rate bei lediglich 5,6 %.
Der Bericht hebt hervor, dass schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) bei 66,2 % der Patientinnen unter der Kombinationstherapie auftraten. Besonders häufig wurden schwere Neutropenien, Infektionen sowie hepatobiliäre Toxizitäten dokumentiert.
Das IQWiG stuft das Verzerrungspotenzial endpunktübergreifend als hoch ein. Als Gründe werden ein offenes Studiendesign sowie ein hoher Anteil an Zensierungen aus potenziell informativen Gründen (wie unklare Studienabbrüche) genannt.
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Quelle: IQWiG A25-51: Ribociclib (Mammakarzinom, adjuvante Therapie) – Addendum zum Projekt A24-124 (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.