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Ribociclib bei Mammakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-21 bewertet den Zusatznutzen von Ribociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer. Die Bewertung bezieht sich auf die initiale endokrine Therapie bei postmenopausalen Frauen mit HR-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs.

Grundlage der Bewertung ist die randomisierte, kontrollierte Studie MONALEESA-2. In dieser wurde die Kombination aus Ribociclib und Letrozol direkt mit Placebo und Letrozol verglichen.

Es handelt sich um eine erneute Nutzenbewertung nach Ablauf einer Befristung. Ziel war es, aktuellere Daten zum Gesamtüberleben aus der Studie auszuwerten und in die finale Nutzenbewertung einzubeziehen.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtüberleben und Mortalität

Laut Bewertung zeigt sich beim Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten der Kombinationstherapie.

Daraus leitet das IQWiG einen Hinweis auf einen Zusatznutzen von Ribociclib plus Letrozol gegenüber der alleinigen Letrozol-Gabe ab.

Morbidität und Lebensqualität

Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen im Bereich der Zukunftsperspektive.

Für die Symptomskala Dyspnoe zeigt sich bei Patientinnen ab 65 Jahren ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen.

Bei allen anderen Symptomskalen (wie Fatigue, Schmerzen oder Übelkeit) ist laut Bericht kein Zusatznutzen belegt.

Nebenwirkungen

Die Bewertung stellt signifikante Nachteile im Bereich der unerwünschten Ereignisse (UE) fest. Es ergibt sich ein Hinweis auf einen höheren Schaden für:

  • Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3–4)

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems (inklusive Neutropenien)

  • Studienabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau stehen den Vorteilen im Gesamtüberleben deutliche Nachteile bei den Nebenwirkungen gegenüber.

Zusammenfassend sieht das IQWiG für die Kombination aus Ribociclib und einem Aromatasehemmer als initiale Therapie keinen belegten Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Dosierung

Die in der bewerteten Studie (MONALEESA-2) angewendete Dosierung stellt sich wie folgt dar:

MedikamentDosierungEinnahmezyklusDosisanpassung bei Toxizität
Ribociclib600 mg/Tag oralTag 1–21 (28-Tage-Zyklus)Reduktion auf 400 mg oder 200 mg möglich
Letrozol2,5 mg/Tag oralDurchgehendKeine Anpassung erlaubt

Kontraindikationen

Gemäß den Einschlusskriterien und Studienvorgaben waren bestimmte Vor- und Begleittherapien nicht zulässig.

Folgende Begleitmedikationen waren laut Studienprotokoll untersagt:

  • Starke Inhibitoren oder Induktoren von CYP3A4/5

  • Substrate von CYP3A4/5 mit geringer therapeutischer Breite

  • Medikamente mit bekanntem Risiko für eine QT-Verlängerung

  • Pflanzliche Mittel (mit Ausnahme von Vitaminen)

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💡Praxis-Tipp

Die IQWiG-Bewertung hebt hervor, dass unter der Kombinationstherapie mit Ribociclib und Letrozol ein signifikant erhöhtes Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse wie Neutropenien besteht. Zudem zeigen die Studiendaten, dass bei Patientinnen ab 65 Jahren vermehrt Dyspnoe auftreten kann, was ein engmaschiges Monitoring dieser Altersgruppe im klinischen Alltag nahelegt.

Häufig gestellte Fragen

Die Bewertung bezieht sich auf postmenopausale Frauen mit HR-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs. Es geht um den Einsatz als initiale endokrinbasierte Therapie.

Ja, laut IQWiG-Bericht zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben zugunsten der Kombination aus Ribociclib und Letrozol. Daraus wird ein Hinweis auf einen Zusatznutzen abgeleitet.

Die Bewertung stellt einen höheren Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse fest. Dazu zählen insbesondere Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems wie Neutropenien sowie gastrointestinale Beschwerden.

In der Gesamtschau wiegen die vermehrten Nebenwirkungen den Überlebensvorteil auf. Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie insgesamt nicht belegt ist.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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