IQWiG2017Onkologie

Ribociclib bei Mammakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A17-45 bewertet den Zusatznutzen von Ribociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer. Die Bewertung bezieht sich auf die initiale endokrinbasierte Therapie bei postmenopausalen Frauen.

Es geht um Patientinnen mit Hormonrezeptor(HR)-positivem, Humanem-epidermalem-Wachstumsfaktorrezeptor-2(HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Letrozol, Anastrozol oder Tamoxifen festgelegt.

Die Datengrundlage der Bewertung bildet die doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie MONALEESA-2. Darin wurde die Kombination aus Ribociclib und Letrozol direkt mit Placebo und Letrozol verglichen.

Empfehlungen

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau zeigt der Bericht keine positiven Effekte für Ribociclib im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Zusammenfassend wird ein Hinweis auf einen geringeren Nutzen von Ribociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer abgeleitet.

Überleben und Lebensqualität

Laut Bewertung ergeben sich für mehrere patientenrelevante Endpunkte keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Dies betrifft folgende Bereiche:

  • Gesamtüberleben der Patientinnen

  • Symptomatik (erfasst über EORTC QLQ-C30 und QLQ-BR23)

  • Gesundheitszustand und gesundheitsbezogene Lebensqualität

Das progressionsfreie Überleben (PFS) wurde in der Bewertung nicht als valider Surrogatendpunkt für das Gesamtüberleben anerkannt.

Nebenwirkungen und Schadenspotenzial

Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse (UE) zeigt Nachteile für die Kombinationstherapie mit Ribociclib. Es ergeben sich folgende negative Effekte:

  • Hinweis auf einen höheren Schaden mit dem Ausmaß "erheblich" bei schweren UE (CTCAE-Grad 3 oder 4)

  • Hinweis auf einen höheren Schaden mit dem Ausmaß "erheblich" bei Therapieabbrüchen wegen UE

  • Anhaltspunkt für einen höheren Schaden mit dem Ausmaß "beträchtlich" bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE)

Zusammenfassung der Effekte

Die folgende Tabelle fasst die Bewertung der Endpunkte im Vergleich zu Letrozol zusammen:

EndpunktEffektrichtungWahrscheinlichkeitAusmaß
GesamtüberlebenKein Unterschied--
LebensqualitätKein Unterschied--
Schwere UE (Grad 3/4)Zuungunsten RibociclibHinweisErheblich
Abbruch wegen UEZuungunsten RibociclibHinweisErheblich
Schwerwiegende UE (SUE)Zuungunsten RibociclibAnhaltspunktBeträchtlich

Dosierung

Die in der bewerteten Zulassungsstudie (MONALEESA-2) verwendete Dosierung der Studienmedikation stellt sich wie folgt dar:

MedikamentDosierungEinnahmeschema
Ribociclib600 mg/TagOral, Tag 1–21 in einem 28-Tage-Zyklus
Letrozol2,5 mg/TagOral, durchgehend

Laut Bericht waren bei Toxizität Dosisreduktionen von Ribociclib auf 400 mg/Tag oder 200 mg/Tag zulässig. Für Letrozol waren in der Studie keine Dosisanpassungen erlaubt.

Kontraindikationen

Laut den Einschlusskriterien der bewerteten Studie waren bestimmte Vor- und Begleitbehandlungen nicht zulässig. Dazu zählten unter anderem:

  • Vorherige systemische Krebstherapien für das fortgeschrittene oder metastasierte Stadium

  • Starke Inhibitoren oder Induktoren von CYP3A4/5

  • Medikamente mit bekanntem Risiko für eine QT-Verlängerung

  • Substrate von CYP3A4/5 mit geringer therapeutischer Breite

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass das progressionsfreie Überleben (PFS) in dieser Bewertung nicht als valider Surrogatendpunkt für das Gesamtüberleben angesehen wird. Es wird betont, dass sich trotz eines möglichen Effekts beim PFS kein statistisch signifikanter Vorteil beim Gesamtüberleben oder der Lebensqualität der Patientinnen zeigt. Gleichzeitig ist ein signifikant höheres Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse und Therapieabbrüche dokumentiert.

Häufig gestellte Fragen

Laut der IQWiG-Bewertung zeigt sich für Ribociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer kein Zusatznutzen. In der Gesamtschau wird sogar ein Hinweis auf einen geringeren Nutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet.

Der Bericht dokumentiert einen statistisch signifikanten Effekt zuungunsten von Ribociclib bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad 3 oder 4). Zudem kommt es signifikant häufiger zu Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen.

In der zugrundeliegenden Studie MONALEESA-2 zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben. Das progressionsfreie Überleben (PFS) wurde vom IQWiG nicht als valides Surrogat für das Gesamtüberleben akzeptiert.

Die Bewertung bezieht sich auf postmenopausale Frauen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs. Voraussetzung ist ein Hormonrezeptor-positiver und HER2-negativer Tumorstatus für die initiale endokrinbasierte Therapie.

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Quelle: IQWiG A17-45: Ribociclib (Mammakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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