Guselkumab bei Colitis ulcerosa: IQWiG-Addendum
Hintergrund
Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einhergeht. Ein zentrales therapeutisches Ziel ist das Erreichen einer anhaltenden symptomatischen Remission ohne die Notwendigkeit einer dauerhaften Kortikosteroidgabe.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat ein Addendum (A25-132) zur Dossierbewertung A25-74 veröffentlicht. Dieses befasst sich mit dem Wirkstoff Guselkumab zur Behandlung von erwachsenen Personen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa.
In diesem Bericht werden nachgereichte Daten des pharmazeutischen Unternehmers aus der VEGA-Studie bewertet. Der Fokus liegt dabei auf der 90-Tage-Kortikosteroidfreiheit zu Woche 38 im direkten Vergleich mit Golimumab.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert folgende zentrale Bewertungsergebnisse zum Zusatznutzen:
Methodische Bewertung der Endpunkte
Laut Bericht ist die isolierte Erfassung der Steroidfreiheit ohne gleichzeitige Betrachtung der symptomatischen Remission nur begrenzt aussagekräftig. Die nachgereichten Auswertungen wurden ohne direkten Bezug zur symptomatischen Remission vorgelegt.
Zudem wird kritisiert, dass für die Bewertung der Remission nicht alle relevanten patientenberichteten Symptome herangezogen wurden. Neben der Stuhlfrequenz und rektalen Blutungen sollten gemäß IQWiG auch abdominelle Schmerzen berücksichtigt werden.
Studienergebnisse der VEGA-Studie
Die Auswertung der VEGA-Studie zeigt keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Guselkumab und Golimumab bezüglich der Kortikosteroidfreiheit. Ein positiver oder negativer Effekt von Guselkumab lässt sich daraus nicht ableiten.
| Endpunkt | Guselkumab (Ereignisse) | Golimumab (Ereignisse) | Relatives Risiko [95 %-KI] |
|---|---|---|---|
| 90-Tage-Kortikosteroidfreiheit zu Woche 38 | 66 (93,0 %) | 65 (90,3 %) | 1,03 [0,94; 1,13] |
Fazit zum Zusatznutzen
Die nachgereichten Daten ändern die ursprüngliche Aussage der Dossierbewertung nicht. Ein Zusatznutzen von Guselkumab ist nicht belegt.
Dies gilt laut Bericht für folgende Patientengruppen:
| Patientengruppe | Zweckmäßige Vergleichstherapie | Ausmaß des Zusatznutzens |
|---|---|---|
| Versagen einer konventionellen Therapie | Adalimumab, Golimumab, Infliximab, Mirikizumab, Ozanimod, Ustekinumab oder Vedolizumab | Zusatznutzen nicht belegt |
| Versagen eines Biologikums | Adalimumab, Filgotinib, Golimumab, Infliximab, Mirikizumab, Ozanimod, Tofacitinib, Upadacitinib, Ustekinumab oder Vedolizumab | Zusatznutzen nicht belegt |
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht besitzt die isolierte Betrachtung einer Kortikosteroidfreiheit ohne gleichzeitige Erfassung der klinischen Symptomatik nur eine begrenzte Aussagekraft. Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Beurteilung einer Remission bei Colitis ulcerosa neben Stuhlfrequenz und rektalen Blutungen auch abdominelle Schmerzen als relevantes patientenberichtetes Symptom berücksichtigt werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Addendum ist ein Zusatznutzen von Guselkumab bei mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa nicht belegt. Dies gilt sowohl nach Versagen einer konventionellen Therapie als auch nach Versagen eines Biologikums.
In der VEGA-Studie zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Guselkumab und Golimumab. Die 90-Tage-Kortikosteroidfreiheit zu Woche 38 wurde in beiden Behandlungsgruppen ähnlich häufig erreicht.
Der Bericht betont, dass neben der Stuhlfrequenz und rektalen Blutungen auch abdominelle Schmerzen erfasst werden sollten. Eine isolierte Betrachtung der Steroidfreiheit ohne diese Symptome wird als methodisch unzureichend eingestuft.
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Quelle: IQWiG A25-132: Guselkumab (Colitis ulcerosa) – Addendum zum Projekt A25-74 (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.