IQWiG2024

Etrasimod bei Colitis ulcerosa: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine frühe Nutzenbewertung für den Wirkstoff Etrasimod durchgeführt. Dieser wird zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa eingesetzt.

Die Bewertung bezieht sich auf Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren. Voraussetzung für den Einsatz ist ein unzureichendes Ansprechen, ein Wirkverlust oder eine Unverträglichkeit gegenüber einer konventionellen Therapie oder einem Biologikum.

Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einhergeht. Die medikamentöse Therapie zielt auf die Induktion und den Erhalt einer klinischen Remission ab.

Empfehlungen

Die IQWiG-Dossierbewertung kommt zu dem Schluss, dass für Etrasimod bei Colitis ulcerosa kein Zusatznutzen belegt ist. Der pharmazeutische Unternehmer legte keine geeigneten Studiendaten gegenüber der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Für die Bewertung wurden zwei Patientengruppen mit unterschiedlichen Vergleichstherapien definiert:

  • Bei Versagen einer konventionellen Therapie: Ein TNF-ɑ-Antagonist (Adalimumab, Golimumab, Infliximab), Vedolizumab, Ustekinumab oder Ozanimod.

  • Bei Versagen eines Biologikums: Vedolizumab, Tofacitinib, Ustekinumab, Filgotinib, Ozanimod oder ein TNF-ɑ-Antagonist.

Überwachung vor Therapiebeginn

Laut den im Dossier zitierten Fachinformationen wird vor dem Start mit Etrasimod eine umfassende Diagnostik empfohlen:

  • Ein Elektrokardiogramm (EKG) zur Erkennung von Herzanomalien.

  • Ein aktuelles großes Blutbild einschließlich der Lymphozytenzahl (nicht älter als 6 Monate).

  • Aktuelle Transaminasen- und Bilirubinwerte.

  • Eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrunds zur Beurteilung der Makula.

Monitoring während der Behandlung

Es wird empfohlen, den Blutdruck während der Therapie regelmäßig zu überwachen. Bei Patienten mit bestimmten kardialen Vorerkrankungen, wie einer Ruheherzfrequenz unter 50 bpm, wird eine vierstündige Überwachung nach der ersten Dosis angeraten.

Zudem wird auf das Risiko von Infektionen hingewiesen, da Etrasimod die Lymphozytenzahl im peripheren Blut senkt. Bei absoluten Lymphozytenzahlen unter 0,2 x 10^9/l wird eine Unterbrechung der Therapie empfohlen.

Dosierung

PatientengruppeEmpfohlene DosisHinweise zur Einnahme
Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren2 mg einmal täglichIn den ersten 3 Tagen mit Nahrung einnehmen
Ältere Patienten (> 65 Jahre)2 mg einmal täglichKeine Dosisanpassung erforderlich, aber mit Vorsicht anzuwenden
Leichte bis mittelschwere Leberfunktionseinschränkung2 mg einmal täglichKeine Dosisanpassung erforderlich
Nierenfunktionsstörung2 mg einmal täglichKeine Dosisanpassung erforderlich

Die Tabletten sollten im Ganzen mit Wasser eingenommen und nicht geteilt oder zerkleinert werden.

Bei einer Therapieunterbrechung von 7 oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen wird empfohlen, die ersten 3 Dosen bei Wiederaufnahme erneut mit Nahrung einzunehmen.

Kontraindikationen

Laut Dossier bestehen für Etrasimod folgende Kontraindikationen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Vorliegen einer Immunschwäche.

  • Kürzlich aufgetretene kardiovaskuläre Ereignisse (in den letzten 6 Monaten): Myokardinfarkt, instabile Angina pectoris, Schlaganfall, TIA oder dekompensierte Herzinsuffizienz.

  • Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III oder IV.

  • AV-Block zweiten Grades (Mobitz-Typ II) oder dritten Grades, Sick-Sinus-Syndrom oder sinoatrialer Block (außer bei funktionierendem Herzschrittmacher).

  • Schwere aktive Infektionen (z. B. Hepatitis, Tuberkulose).

  • Aktive Malignome.

  • Schwere Leberfunktionseinschränkung.

  • Schwangerschaft sowie Frauen im gebärfähigen Alter ohne wirksame Empfängnisverhütung.

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💡Praxis-Tipp

Die Dokumentation warnt vor einer vorübergehenden Senkung der Herzfrequenz und AV-Überleitungsverzögerungen bei Einleitung der Therapie mit Etrasimod. Es wird daher empfohlen, die Medikation in den ersten drei Tagen zwingend mit Nahrung einzunehmen, um diese kardialen Effekte abzuschwächen. Zudem wird bei Patienten, die Betablocker oder Kalziumkanalblocker erhalten, aufgrund möglicher additiver Wirkungen auf die Herzfrequenz zu besonderer Vorsicht geraten.

Häufig gestellte Fragen

Laut der IQWiG-Nutzenbewertung ist ein Zusatznutzen von Etrasimod nicht belegt. Es lagen keine geeigneten Studiendaten im direkten Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

Die empfohlene Dosis beträgt 2 mg einmal täglich. Es wird angeraten, die Tabletten unzerkaut mit Wasser einzunehmen.

Vor Behandlungsbeginn wird die Durchführung eines EKGs, eines großen Blutbildes sowie die Bestimmung der Leberwerte empfohlen. Zudem wird zu einer augenärztlichen Untersuchung geraten, um das Risiko eines Makulaödems zu bewerten.

Nein, die Anwendung während der Schwangerschaft ist kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter wird eine wirksame Empfängnisverhütung während und bis zu 14 Tage nach der Therapie empfohlen.

Es wird empfohlen, die nächste Dosis zum regulär vorgesehenen Zeitpunkt einzunehmen. Eine Verdopplung der Dosis zum Ausgleich wird nicht angeraten.

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Quelle: IQWiG A24-42: Etrasimod (Colitis ulcerosa) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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