Pembrolizumab (Mammakarzinom): IQWiG A22-63
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A22-63 bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab beim lokal fortgeschrittenen oder frühen triple-negativen Mammakarzinom (TNBC) mit hohem Rezidivrisiko. Die Bewertung bezieht sich auf die Kombination mit Chemotherapie in der neoadjuvanten Phase, gefolgt von einer Pembrolizumab-Monotherapie in der adjuvanten Phase.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Chemotherapie nach ärztlicher Maßgabe (neoadjuvant) gefolgt von beobachtendem Abwarten (adjuvant) festgelegt. Die Datengrundlage bildet die randomisierte, kontrollierte Studie KEYNOTE 522.
Das IQWiG bemängelt eine unvollständige Datenlage, da der pharmazeutische Unternehmer Ergebnisse des aktuellsten Datenschnitts nicht vorgelegt hat. Zudem bestehen methodische Unsicherheiten bezüglich der eingesetzten Chemotherapieschemata im Kontrollarm.
Empfehlungen
Die Bewertung formuliert folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Wirksamkeit und Überleben
Laut Bericht zeigt sich für das Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt folglich nicht belegt.
Für den Endpunkt Rezidive (ereignisfreies Überleben) wird ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Pembrolizumab beschrieben. Hieraus leitet die Bewertung einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen ab.
Bei der Rate an brusterhaltenden Operationen lässt sich gemäß der Auswertung kein signifikanter Unterschied feststellen.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Die Bewertung stellt für mehrere Schadensendpunkte signifikante Nachteile der Pembrolizumab-Kombinationstherapie fest. Es ergeben sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei folgenden Ereignissen:
-
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) und Therapieabbrüche wegen UEs
-
Immunvermittelte SUEs und schwere UEs
-
Spezifische Nebenwirkungen wie Erkrankungen des Blutes, des Gastrointestinaltrakts, der Leber und der Haut
Lebensqualität und Symptomatik
Für die Endpunkte Symptomatik, Gesundheitszustand und gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen laut IQWiG keine verwertbaren Daten vor. Ein Zusatznutzen ist in diesen Kategorien nicht belegt.
Dosierung
Der Bericht diskutiert methodische Unsicherheiten bezüglich der eingesetzten Chemotherapie-Dosierungen in der Studie im Vergleich zur Zulassung. Folgende Unterschiede bei Paclitaxel werden hervorgehoben:
| Medikament | Setting | Dosis | Rhythmus |
|---|---|---|---|
| Paclitaxel (Zulassung) | adjuvant | 175 mg/m2 KOF | alle 3 Wochen |
| Paclitaxel (KEYNOTE 522) | neoadjuvant | 80 mg/m2 KOF | wöchentlich |
Kontraindikationen
Laut Bewertung waren Personen mit bedeutsamer kardiovaskulärer Erkrankung innerhalb der vorangegangenen 6 Monate von der Zulassungsstudie ausgeschlossen.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass der Einsatz eines Anthrazyklin-haltigen Chemotherapieprotokolls unter Berücksichtigung der kardiovaskulären Risiken abgewogen werden muss.
💡Praxis-Tipp
Bei der Aufklärung über die neoadjuvante und adjuvante Therapie mit Pembrolizumab beim TNBC wird empfohlen, das erhöhte Risiko für schwerwiegende und immunvermittelte Nebenwirkungen sowie Therapieabbrüche zu thematisieren. Dem beträchtlichen Nutzen beim rezidivfreien Überleben steht laut Bewertung ein fehlender Nachweis für einen Vorteil beim Gesamtüberleben gegenüber.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bewertung gibt es einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen bezüglich der Rezidivrate. Für das Gesamtüberleben konnte jedoch kein statistisch signifikanter Vorteil belegt werden.
Der Bericht stellt einen höheren Schaden durch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) und Therapieabbrüche fest. Insbesondere immunvermittelte Nebenwirkungen sowie Erkrankungen des Blutes, der Haut und des Gastrointestinaltrakts traten häufiger auf.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie diente eine Chemotherapie nach ärztlicher Maßgabe in der neoadjuvanten Phase. In der adjuvanten Phase nach der Operation wurde ein beobachtendes Abwarten als Vergleichsstandard definiert.
Gemäß der Nutzenbewertung liegen für die Endpunkte Symptomatik und gesundheitsbezogene Lebensqualität keine verwertbaren Daten vor. Ein Zusatznutzen ist in diesen Bereichen daher nicht belegt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A22-63: Pembrolizumab (Mammakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.