IQWiG2023Onkologie

Pembrolizumab bei Nierenzellkarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A22-71 bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung des Nierenzellkarzinoms. Dies betrifft erwachsene Personen mit erhöhtem Rezidivrisiko nach einer Nephrektomie oder nach Nephrektomie und Resektion metastasierter Läsionen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) das beobachtende Abwarten festgelegt. Die Bewertung basiert primär auf den Daten der randomisierten, doppelblinden Studie KEYNOTE 564.

In dieser Studie wurde Pembrolizumab mit einem Placebo verglichen. Das Vorgehen im Placebo-Arm wurde vom IQWiG als hinreichende Umsetzung des beobachtenden Abwartens eingestuft.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau leitet das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Pembrolizumab gegenüber dem beobachtenden Abwarten ab. Es zeigen sich sowohl positive Effekte bei den Rezidiven als auch negative Effekte bei den Nebenwirkungen.

Überleben und Rezidive

Für die Endpunkte der Wirksamkeit zeigt die Bewertung folgende Resultate:

  • Für das Gesamtüberleben liegen keine verwertbaren Daten vor, da die Folgetherapien in der Studie nicht dem aktuellen Standard entsprachen.

  • Bei den Rezidiven (krankheitsfreies Überleben) zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Pembrolizumab (Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen).

Nebenwirkungen und Lebensqualität

Laut Bewertung ergeben sich im Bereich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Morbidität keine relevanten Unterschiede. Bei den unerwünschten Ereignissen (UE) zeigt sich jedoch ein höheres Risiko unter Pembrolizumab:

  • Es gibt Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüchen wegen UE.

  • Für immunvermittelte schwere unerwünschte Ereignisse liegt ein Hinweis auf einen höheren Schaden vor.

  • Spezifische endokrine und gastrointestinale Erkrankungen traten unter der Therapie häufiger auf.

Dosierung

Die in der bewerteten Studie (KEYNOTE 564) angewendete Dosierung von Pembrolizumab wird wie folgt beschrieben:

MedikamentDosierungZyklusTherapiedauer
Pembrolizumab200 mg i.v. an Tag 13-wöchigBis zu 1 Jahr (max. 17 Zyklen) oder bis zum Rezidiv/Toxizität

Kontraindikationen

Laut den Einschlusskriterien der zugrundeliegenden Studie waren bestimmte Vor- und Begleitbehandlungen ausgeschlossen:

  • Vorherige systemische Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms

  • Therapie mit anderen Anti-PD-1-, Anti-PD-L1- oder Anti-PD-L2-Wirkstoffen

  • Chronische systemische Steroidtherapie (> 10 mg Prednisonäquivalent/Tag) innerhalb von 7 Tagen vor der ersten Dosis

  • Systemische immunsuppressive Behandlung in den letzten 2 Jahren aufgrund einer Autoimmunerkrankung

  • Gabe von Lebendimpfstoffen 30 Tage vor und während der Studienbehandlung

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass der Überlebensvorteil (Gesamtüberleben) von Pembrolizumab in der vorliegenden Datenlage nicht abschließend beurteilt werden kann, da die systemischen Folgetherapien nach einem Rezidiv nicht dem aktuellen Therapiestandard entsprachen. Es wird zudem auf das signifikant erhöhte Risiko für immunvermittelte schwere unerwünschte Ereignisse hingewiesen. Eine engmaschige Überwachung auf endokrine und gastrointestinale Nebenwirkungen ist daher im klinischen Alltag essenziell.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen in der adjuvanten Therapie nach Nephrektomie. Dieser ergibt sich aus einem Vorteil beim krankheitsfreien Überleben, der jedoch durch vermehrte Nebenwirkungen abgeschwächt wird.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das beobachtende Abwarten als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. In der Zulassungsstudie wurde dies durch eine engmaschige Überwachung im Placebo-Arm abgebildet.

Gemäß der bewerteten Studie erfolgt die Gabe für bis zu ein Jahr, was maximal 17 Zyklen entspricht. Die Therapie wird vorzeitig beendet, falls ein Rezidiv auftritt oder inakzeptable Toxizitäten entstehen.

Der Bericht zeigt ein erhöhtes Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüche. Insbesondere immunvermittelte Nebenwirkungen, endokrine Störungen und gastrointestinale Erkrankungen wurden häufiger beobachtet.

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Quelle: IQWiG A22-71: Pembrolizumab (Nierenzellkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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