IQWiG2022Onkologie

Pembrolizumab bei TNBC: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patientinnen und Patienten mit lokal rezidivierendem, nicht resezierbarem oder metastasierendem triple-negativen Mammakarzinom (TNBC).

Voraussetzung für die Behandlung ist laut Dokument ein PD-L1-exprimierender Tumor mit einem Combined Positive Score (CPS) von mindestens 10. Zudem dürfen die Betroffenen zuvor keine Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben.

Als Datengrundlage dient die randomisierte, kontrollierte Studie KEYNOTE-355. In dieser wurde Pembrolizumab plus Chemotherapie (Paclitaxel oder nab-Paclitaxel) mit Placebo plus Chemotherapie verglichen.

Empfehlungen

Das IQWiG leitet aus der vorgelegten Evidenz folgende Ergebnisse ab:

Gesamtüberleben

Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich laut Bericht ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie. Daraus wird ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen abgeleitet.

Morbidität und Lebensqualität

Bei den meisten Endpunkten zur Symptomatik und gesundheitsbezogenen Lebensqualität lassen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede feststellen.

Es zeigen sich lediglich marginale Effekte, die nicht in die Nutzenbewertung einfließen:

  • Ein geringfügiger Nachteil bei Diarrhö

  • Ein geringfügiger Vorteil bei Symptomen im Brustbereich

Nebenwirkungen

Hinsichtlich der Gesamtrate an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und schweren unerwünschten Ereignissen (UE) zeigt sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen.

Bei spezifischen Nebenwirkungen wird jedoch ein höherer Schaden unter Pembrolizumab verzeichnet:

  • Vermehrtes Auftreten von Diarrhö (UE)

  • Vermehrtes Auftreten von Dysgeusie (UE)

  • Häufigere schwerwiegende Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (SUE)

Fazit zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau stellt das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen fest. Das Ausmaß dieses Zusatznutzens ist jedoch aufgrund von Unsicherheiten im Studiendesign nicht quantifizierbar.

Dosierung

Der Bericht diskutiert die in der Studie KEYNOTE-355 verwendeten Dosierungen der Vergleichstherapien, da diese möglicherweise von den Standarddosierungen einer Monotherapie abweichen:

MedikamentDosierung in der StudieApplikationsschema
Paclitaxel90 mg/m2 KOFTag 1, 8 und 15 eines 28-Tage-Zyklus
nab-Paclitaxel100 mg/m2 KOFTag 1, 8 und 15 eines 28-Tage-Zyklus

Laut Bericht erscheinen diese Dosierungen für eine Monotherapie niedrig angesetzt, was eine mögliche Unterversorgung im Vergleichsarm impliziert.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist bei der Interpretation der Überlebensvorteile zu berücksichtigen, dass die im Kontrollarm verwendete Dosierung der Taxane möglicherweise zu niedrig angesetzt war. Es wird darauf hingewiesen, dass diese potenzielle Unterversorgung im Vergleichsarm die Quantifizierung des tatsächlichen Zusatznutzens von Pembrolizumab erschwert.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen für Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie in der Erstlinientherapie. Der positive Effekt zeigt sich insbesondere beim Gesamtüberleben.

Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patientinnen mit lokal rezidivierendem, nicht resezierbarem oder metastasierendem TNBC. Voraussetzung ist laut Bericht ein PD-L1-exprimierender Tumor mit einem CPS von mindestens 10 sowie keine vorherige Chemotherapie im metastasierten Stadium.

Der IQWiG-Bericht verzeichnet einen höheren Schaden durch spezifische unerwünschte Ereignisse. Dazu zählen laut Auswertung vermehrt Diarrhö, Dysgeusie sowie schwerwiegende Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts.

Die fehlende Quantifizierbarkeit wird im Bericht mit methodischen Unsicherheiten der Zulassungsstudie begründet. Dazu gehören Unklarheiten bei der Vergleichbarkeit der Taxane sowie eine mögliche Unterdosierung im Kontrollarm.

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Quelle: IQWiG A21-145: Pembrolizumab (Mammakarzinom, triple-negativ, lokal rezidiviert/metastasiert, in Kombination mit Chemotherapie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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