IQWiG2024Onkologie

Pembrolizumab bei NSCLC (adjuvant): IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab als adjuvante Monotherapie beim nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC). Dies betrifft erwachsene Personen mit hohem Rezidivrisiko nach vollständiger Resektion und platinbasierter Chemotherapie.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) das beobachtende Abwarten festgelegt. Die Bewertung basiert primär auf der placebokontrollierten Studie KEYNOTE 091.

Eine methodische Einschränkung der Studie ist die Verwendung der veralteten 7. Auflage der Tumorklassifikation. Dies führt laut Bericht zu Unsicherheiten bezüglich der exakten Studienpopulation und schränkt die Aussagesicherheit der Ergebnisse ein.

Empfehlungen

Die IQWiG-Dossierbewertung formuliert folgende Ergebnisse hinsichtlich des Zusatznutzens im Vergleich zum beobachtenden Abwarten:

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pembrolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet. Laut Bericht überwiegen die negativen Effekte durch Nebenwirkungen den geringen positiven Effekt beim Rezidivrisiko deutlich.

Mortalität und Morbidität

  • Für das Gesamtüberleben lässt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen ableiten, da die Daten aufgrund unzureichender Folgetherapien im Vergleichsarm nicht interpretierbar sind.

  • Beim Endpunkt Rezidive (krankheitsfreies Überleben) zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.

  • Hinsichtlich der Symptomatik und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ist kein Zusatznutzen belegt.

Nebenwirkungen

Der Bericht stellt für mehrere Endpunkte der Kategorie Nebenwirkungen einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden fest. Dies betrifft insbesondere:

  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs)

  • Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)

  • Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse

  • Immunvermittelte Nebenwirkungen

Gegenüberstellung der Effekte

EndpunktkategorieEffekt von Pembrolizumab vs. beobachtendes AbwartenAusmaß
Rezidive (DFS)Positiver Effekt (Zusatznutzen)Gering
GesamtüberlebenNicht interpretierbarUnklar
Lebensqualität / SymptomatikKein Unterschied belegtKeines
Nebenwirkungen (SUEs, schwere UEs)Negativer Effekt (Höherer Schaden)Teils erheblich

Dosierung

Der Bericht zitiert folgendes Dosierungsschema aus der zugrundeliegenden Studie:

MedikamentDosisApplikationDauer
Pembrolizumab200 mg alle 3 Wochenintravenösmaximal 18 Zyklen (ca. 1 Jahr)

Dosisanpassungen waren im Studienprotokoll nicht erlaubt. Bei immunvermittelten Nebenwirkungen konnte die Therapie laut Bericht für bis zu 12 Wochen unterbrochen werden.

Kontraindikationen

Gemäß den Einschlusskriterien der bewerteten Studie waren folgende Vorbehandlungen ausgeschlossen:

  • Vorherige neoadjuvante oder adjuvante Strahlentherapie für das aktuelle Malignom

  • Mehr als 4 Zyklen einer adjuvanten Chemotherapie

  • Vorbehandlung mit Anti-PD-1, Anti-PD-L1/2 oder anderen immunmodulierenden Wirkstoffen

  • Lebendimpfstoffe innerhalb von 30 Tagen vor der ersten Studienbehandlung

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht überwiegen bei der adjuvanten Gabe von Pembrolizumab nach platinbasierter Chemotherapie die teils erheblichen Nebenwirkungen den geringen Vorteil beim krankheitsfreien Überleben. Es wird darauf hingewiesen, dass die Daten zum Gesamtüberleben aufgrund methodischer Mängel der Zulassungsstudie nicht interpretierbar sind.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zum beobachtenden Abwarten. Die teils erheblichen Nebenwirkungen überwiegen laut Bericht den Vorteil beim Rezidivrisiko.

Laut IQWiG-Bericht sind die Daten zum Gesamtüberleben aus der KEYNOTE-091-Studie nicht interpretierbar. Es lässt sich daher kein Zusatznutzen für das Gesamtüberleben ableiten.

Der Bericht stellt einen höheren Schaden durch schwerwiegende und schwere unerwünschte Ereignisse fest. Dazu zählen insbesondere immunvermittelte Nebenwirkungen und Therapieabbrüche.

Die Bewertung bezieht sich auf Erwachsene mit NSCLC und hohem Rezidivrisiko nach vollständiger Resektion. Voraussetzung ist zudem eine vorangegangene platinbasierte Chemotherapie.

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Quelle: IQWiG A24-47: Pembrolizumab (NSCLC, adjuvant) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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