IQWiG2022Onkologie

Endometriumkarzinom: IQWiG-Bewertung Lenvatinib

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet in diesem Addendum (A22-57) den Zusatznutzen von Lenvatinib in Kombination mit Pembrolizumab. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom.

Voraussetzung für diese Therapie ist ein Fortschreiten der Erkrankung während oder nach einer vorherigen platinbasierten Therapie. Zudem darf eine kurative chirurgische Behandlung oder Bestrahlung nicht mehr infrage kommen.

Die Datengrundlage bildet die randomisierte, offene Phase-3-Studie KEYNOTE 775 / 309. Darin wurde die Kombinationstherapie mit einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe (Doxorubicin oder Paclitaxel) verglichen.

Empfehlungen

Zusatznutzen und Gesamtüberleben

Laut IQWiG-Bericht zeigt die Kombination aus Lenvatinib und Pembrolizumab einen signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Hazard Ratio liegt bei 0,62, was einer deutlichen Reduktion der Mortalität entspricht.

Das IQWiG leitet aus den Studiendaten folgende Bewertung ab:

  • Für Patientinnen, bei denen Doxorubicin oder Paclitaxel die geeignete Vergleichstherapie darstellt, gibt es einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

  • Für Patientinnen, für die eine andere Behandlungsoption die geeignete Therapie darstellt, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Nebenwirkungsprofil

Die Auswertung der Studie zeigt ein verändertes Nebenwirkungsprofil unter der Kombinationstherapie. Es traten vermehrt Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse auf (33,0 % vs. 8,0 %).

Der Bericht listet unter anderem folgende Raten für schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) im direkten Vergleich auf:

Nebenwirkung (Schweregrad ≥ 3)Lenvatinib + PembrolizumabDoxorubicin / PaclitaxelHazard Ratio
Hypertonie37,9 %2,3 %17,49
Immunvermittelte Ereignisse13,1 %nicht erreicht29,93
Leber- und Gallenerkrankungen6,7 %nicht erreicht13,95
Erkrankungen von Blut/Lymphsystem11,1 %41,0 %0,18

Demgegenüber wurden Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems sowie Alopezie unter der Kombinationstherapie seltener beobachtet als unter der Chemotherapie.

Einschränkungen der Evidenz

Der Bericht weist auf Einschränkungen bezüglich der Übertragbarkeit der Studiendaten hin. In die Zulassungsstudie wurden ausschließlich Patientinnen mit einem guten Allgemeinzustand (ECOG-Performance-Status 0 oder 1) eingeschlossen.

Es bleibt laut IQWiG unklar, ob die beobachteten Effekte auf Patientinnen mit einem ECOG-Status von 2 oder schlechter übertragen werden können. Gleiches gilt für Patientinnen, deren Erkrankung bereits während (und nicht erst nach) der platinbasierten Vortherapie progredient war.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass unter der Kombination aus Lenvatinib und Pembrolizumab eine deutlich erhöhte Rate an schweren Hypertonien (37,9 %) sowie an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen auftritt. Es wird indirekt deutlich, dass ein engmaschiges Monitoring von Blutdruck, Leberwerten und Proteinurie im klinischen Alltag essenziell ist. Zudem ist zu beachten, dass die Evidenz auf Patientinnen mit einem guten Allgemeinzustand (ECOG 0-1) beschränkt ist.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für Patientinnen, für die Doxorubicin oder Paclitaxel die geeignete Vergleichstherapie darstellt. Für andere Patientengruppen ist ein Zusatznutzen laut Bericht nicht belegt.

Eingeschlossen wurden erwachsene Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom nach platinbasierter Vortherapie. Laut IQWiG-Bericht wiesen die Studienteilnehmerinnen einen guten Allgemeinzustand (ECOG 0 oder 1) auf.

Der Bericht verzeichnet signifikant höhere Raten an schwerer Hypertonie, immunvermittelten Ereignissen, Leber- und Gallenerkrankungen sowie Proteinurie. Im Gegensatz dazu traten Alopezie und schwere hämatologische Nebenwirkungen seltener auf als unter Chemotherapie.

Ja, die Auswertung der KEYNOTE-Studie zeigt einen signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben. Die Mortalität wurde im Vergleich zur Chemotherapie nach ärztlicher Maßgabe deutlich reduziert (Hazard Ratio 0,62).

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Quelle: IQWiG A22-57: Lenvatinib (Endometriumkarzinom) – Addendum zum Auftrag A21-162 (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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