IQWiG2022Onkologie

Lenvatinib bei Endometriumkarzinom: IQWiG

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das IQWiG mit der Nutzenbewertung von Lenvatinib in Kombination mit Pembrolizumab beauftragt. Ziel ist die Bewertung des Zusatznutzens bei erwachsenen Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom.

Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen mit einem Fortschreiten der Erkrankung während oder nach einer vorherigen platinbasierten Therapie. Voraussetzung ist zudem, dass eine kurative chirurgische Behandlung oder Bestrahlung nicht infrage kommt.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe festgelegt. In der bewertungsrelevanten Studie KEYNOTE 775 / 309 umfasste dies die Auswahl zwischen Doxorubicin und Paclitaxel.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Studie KEYNOTE 775 / 309 klare Aussagen zum Zusatznutzen der Kombinationstherapie.

Ausmaß des Zusatznutzens

Laut Bewertung ergibt sich für eine spezifische Patientengruppe ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Lenvatinib plus Pembrolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Dies gilt für Patientinnen, für die Doxorubicin oder Paclitaxel die geeignete Therapie nach ärztlicher Maßgabe darstellt.

Für Patientinnen, für die eine andere Behandlungsoption als Doxorubicin oder Paclitaxel indiziert ist, gilt der Zusatznutzen laut Bericht als nicht belegt.

Studiendesign und Endpunkte

Die Bewertung stützt sich auf die randomisierte, aktiv kontrollierte und offene Studie KEYNOTE 775 / 309.

In der Studie wurden folgende ko-primäre und sekundäre Endpunkte untersucht:

  • Gesamtüberleben und progressionsfreies Überleben (ko-primär)

  • Morbidität

  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität

  • Unerwünschte Ereignisse (UEs)

Vorbehandlungen

Gemäß den Einschlusskriterien der Studie waren bestimmte Vorbehandlungen zulässig:

  • Maximal eine vorherige systemische Chemotherapie (außer adjuvant/neoadjuvant)

  • Maximal zwei vorherige platinbasierte Chemotherapien (wenn eine davon neo-/adjuvant war)

  • Keine Einschränkungen bezüglich vorheriger Hormontherapien

Dosierung

Die in der bewertungsrelevanten Studie verwendeten Dosierungen der Studienmedikation und der Vergleichstherapien werden wie folgt beschrieben:

WirkstoffDosierungApplikationZyklus
Lenvatinib20 mgoral, 1-mal täglichkontinuierlich
Pembrolizumab200 mgintravenösalle 3 Wochen
Doxorubicin60 mg/m² KOFintravenösalle 3 Wochen
Paclitaxel80 mg/m² KOFintravenösTag 1, 8 und 15 (alle 28 Tage)

Laut Bericht sind bei Lenvatinib schrittweise Dosisreduktionen auf 14, 10 oder 8 mg täglich möglich. Bei Pembrolizumab ist keine Dosisanpassung erlaubt, jedoch können Therapieunterbrechungen bei Toxizität erfolgen.

Kontraindikationen

Der Bericht listet basierend auf den Studienkriterien spezifische Vorbehandlungen auf, die einen Studieneinschluss ausschlossen.

Dazu zählen eine chronische systemische Steroidtherapie oder andere immunsuppressive Therapien innerhalb von 7 Tagen vor Studienbeginn.

Ebenfalls ausgeschlossen waren Patientinnen mit vorherigen Anti-PD-1-, Anti-PD-L1- oder Anti-PD-L2-Therapien sowie Wirkstoffen gegen die VEGF-gesteuerte Angiogenese. Patientinnen mit aktiven Metastasen des Zentralnervensystems waren von der Studie ausgeschlossen.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist der beträchtliche Zusatznutzen der Kombination aus Lenvatinib und Pembrolizumab spezifisch für Patientinnen belegt, für die Doxorubicin oder Paclitaxel als Vergleichstherapie infrage kommt. Es wird darauf hingewiesen, dass für Patientinnen mit anderen geeigneten Therapieoptionen nach ärztlicher Maßgabe aktuell kein Zusatznutzen belegt ist. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Paclitaxel im vorliegenden Anwendungsgebiet formal nicht zugelassen ist.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für Lenvatinib in Kombination mit Pembrolizumab. Dies gilt für Patientinnen, bei denen Doxorubicin oder Paclitaxel die geeignete Vergleichstherapie darstellt.

Laut Dossierbewertung richtet sich die Therapie an Patientinnen mit Krankheitsprogression während oder nach einer vorherigen platinbasierten Therapie. In der Zulassungsstudie waren maximal zwei vorherige platinbasierte Chemotherapien erlaubt, sofern eine davon adjuvant oder neoadjuvant erfolgte.

Gemäß den Studiendaten wird Lenvatinib in einer Dosis von 20 mg einmal täglich oral eingenommen. Pembrolizumab wird begleitend in einer Dosierung von 200 mg alle drei Wochen intravenös verabreicht.

Der Bericht gibt an, dass für Pembrolizumab keine Dosisanpassungen erlaubt sind. Bei auftretender Toxizität sind jedoch Therapieunterbrechungen oder ein Therapieabbruch möglich.

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Quelle: IQWiG A21-162: Lenvatinib (Endometriumkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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