IQWiG2023Onkologie

Pembrolizumab bei Nierenzellkarzinom: IQWiG-Bewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat ein Addendum zur Nutzenbewertung von Pembrolizumab beim klarzelligen Nierenzellkarzinom erstellt. Es geht um die adjuvante Behandlung bei erhöhtem Rezidivrisiko nach Nephrektomie.

Grundlage der Bewertung ist der zweite Datenschnitt der randomisierten, doppelblinden Studie KEYNOTE 564. In dieser Studie wird Pembrolizumab mit beobachtendem Abwarten (Placebo) verglichen.

Der Fokus dieses Addendums liegt auf der Auswertung der ersten Folgetherapie sowie den Endpunktkategorien Morbidität (Rezidive) und Nebenwirkungen. Die Bewertung dient dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als Grundlage für die Beschlussfassung über den Zusatznutzen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende zentrale Bewertungsergebnisse zum Zusatznutzen:

Zusammenfassung der Nutzenbewertung

Die nachfolgende Tabelle fasst die Bewertung des Zusatznutzens und Schadenspotenzials von Pembrolizumab im Vergleich zum beobachtenden Abwarten zusammen:

EndpunktEffekt unter PembrolizumabIQWiG-Fazit
GesamtüberlebenNicht interpretierbarZusatznutzen nicht belegt
Rezidive (M0 & M1 NED)Signifikanter VorteilAnhaltspunkt für Zusatznutzen
Immunvermittelte SUEsSignifikanter NachteilHinweis auf höheren Schaden
Schwere UEs (< 65 Jahre)Signifikanter NachteilAnhaltspunkt für höheren Schaden
Schwere UEs (≥ 65 Jahre)Kein signifikanter UnterschiedHöherer Schaden nicht belegt

Gesamtüberleben

Die Ergebnisse zum Gesamtüberleben werden als nicht interpretierbar eingestuft.

Als Grund wird angeführt, dass die im Vergleichsarm verabreichten systemischen Folgetherapien nach einem Rezidiv den aktuellen Therapiestandard unzureichend abbilden. Ein Zusatznutzen ist in dieser Kategorie somit nicht belegt.

Morbidität und Rezidivrate

Für den Endpunkt Rezidive zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Pembrolizumab.

Es liegt eine Effektmodifikation durch den Metastasenstatus vor, wobei sich für beide Gruppen ein Vorteil ergibt:

  • Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen bei der Subgruppe M0 (ohne Fernmetastasen)

  • Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen bei der Subgruppe M1 NED (ohne Anzeichen einer Erkrankung)

Nebenwirkungen und Schadenspotenzial

In der Kategorie der unerwünschten Ereignisse (UE) zeigt sich ein höheres Schadenspotenzial unter Pembrolizumab.

Der Bericht leitet folgende negative Effekte ab:

  • Hinweis auf einen höheren Schaden bei immunvermittelten schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUEs)

  • Anhaltspunkt für einen höheren Schaden bei schweren UEs (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüchen wegen UEs

  • Spezifische Risiken bestehen für endokrine Erkrankungen, Hauterkrankungen und gastrointestinale Störungen

Subgruppen-Effekte bei Nebenwirkungen

Bei den schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) zeigt sich eine Abhängigkeit vom Alter.

Für Personen unter 65 Jahren ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden. Bei Personen ab 65 Jahren ist ein höherer Schaden hingegen nicht belegt.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass unter der adjuvanten Therapie mit Pembrolizumab ein signifikant erhöhtes Risiko für immunvermittelte und schwere unerwünschte Ereignisse besteht. Insbesondere bei Personen unter 65 Jahren wird ein höheres Schadenspotenzial im Vergleich zum beobachtenden Abwarten verzeichnet.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht sind die Daten zum Gesamtüberleben aus der KEYNOTE-564-Studie nicht interpretierbar. Dies liegt an unzureichenden Folgetherapien im Kontrollarm, weshalb ein Zusatznutzen für das Gesamtüberleben nicht belegt ist.

Die Auswertung zeigt einen statistisch signifikanten Vorteil von Pembrolizumab gegenüber dem beobachtenden Abwarten. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen bezüglich des krankheitsfreien Überlebens.

Der Bericht stellt ein signifikant erhöhtes Risiko für immunvermittelte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse fest. Dazu zählen insbesondere endokrine Erkrankungen, Hauterkrankungen und Störungen des Gastrointestinaltrakts.

Ja, die Daten zeigen eine Effektmodifikation durch das Alter. Bei Personen unter 65 Jahren gibt es einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch schwere Nebenwirkungen, während dies bei Personen ab 65 Jahren nicht belegt ist.

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Quelle: IQWiG A22-128: Pembrolizumab (Nierenzellkarzinom) - Addendum zum Auftrag A22-71 (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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