Pembrolizumab bei Endometriumkarzinom: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) aus dem Jahr 2022 bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab. Es geht um die Monotherapie bei erwachsenen Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom.
Voraussetzung für die Therapie ist das Vorliegen einer hochfrequenten Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H) oder einer Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR). Zudem muss die Erkrankung während oder nach einer vorherigen platinbasierten Therapie fortgeschritten sein.
Eine weitere Bedingung für den Einsatz in diesem Anwendungsgebiet ist, dass eine kurative chirurgische Behandlung oder Bestrahlung nicht mehr infrage kommt. Der Bericht vergleicht Pembrolizumab mit einer zweckmäßigen Vergleichstherapie nach ärztlicher Maßgabe.
Empfehlungen
Bewertungsgrundlage
Der pharmazeutische Unternehmer legte für die Bewertung einen indirekten Vergleich einzelner Studienarme vor. Herangezogen wurden die einarmige Studie KEYNOTE 158 für Pembrolizumab und die randomisierte Studie KEYNOTE 775 für die Vergleichstherapie.
Laut IQWiG ist dieser Studienpool unvollständig, da eine weitere relevante Studie (NCT02899793) nicht berücksichtigt wurde. Zudem wird die zweckmäßige Vergleichstherapie durch die herangezogene Studie nicht ausreichend abgebildet.
Ergebnis zum Zusatznutzen
Das Institut kommt zu dem Schluss, dass die vorgelegten Daten für eine Nutzenbewertung nicht geeignet sind. Ein naiver Vergleich einzelner Arme aus verschiedenen Studien stellt keine adäquate Methode für einen indirekten Vergleich dar.
Daraus resultiert folgende Bewertung:
-
Ein Zusatznutzen von Pembrolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist nicht belegt.
-
Es liegen keine verwertbaren Daten vor, um einen Vorteil für die Patientinnen in der untersuchten Population nachzuweisen.
Anwendungshinweise
Die im Bericht zitierte Fachinformation formuliert folgende Anforderungen an die Therapie:
-
Patientinnen müssen mittels eines validierten Tests auf den MSI-H- oder dMMR-Tumorstatus selektiert werden.
-
Die Behandlung sollte bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität erfolgen.
-
Bei einem atypischen Ansprechen (anfängliches Tumorwachstum) wird empfohlen, klinisch stabile Patientinnen bis zur Bestätigung des Progresses weiterzubehandeln.
Dosierung
| Wirkstoff | Dosierung | Applikationsweg | Dauer der Infusion |
|---|---|---|---|
| Pembrolizumab | 200 mg alle 3 Wochen ODER 400 mg alle 6 Wochen | Intravenös | 30 Minuten |
Kontraindikationen
Laut Bericht sollte eine systemische Anwendung von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Therapiebeginn vermieden werden. Dies begründet sich durch eine mögliche Beeinträchtigung der pharmakodynamischen Aktivität und Wirksamkeit von Pembrolizumab.
Nach Beginn der Therapie können diese Medikamente jedoch zur Behandlung von immunvermittelten Nebenwirkungen eingesetzt werden. Ebenso ist eine Gabe als Prämedikation zur antiemetischen Prophylaxe möglich, wenn Pembrolizumab mit einer Chemotherapie kombiniert wird.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist auf das Phänomen des atypischen Ansprechens hin, bei dem es in den ersten Monaten zu einem vorübergehenden Tumorwachstum oder neuen Läsionen kommen kann, bevor eine Tumorregression eintritt. Es wird empfohlen, klinisch stabile Patientinnen bei einem initialen Progressionsbefund zunächst weiterzubehandeln, bis das Fortschreiten der Erkrankung sicher bestätigt ist. Zudem wird eine engmaschige Überwachung auf immunvermittelte Nebenwirkungen angeraten.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG ist Pembrolizumab für erwachsene Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom mit MSI-H oder dMMR angezeigt. Voraussetzung ist ein Progress unter oder nach platinbasierter Therapie, wenn eine kurative Operation oder Bestrahlung nicht möglich ist.
Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass ein Zusatznutzen von Pembrolizumab in dieser Indikation nicht belegt ist. Die vom Hersteller vorgelegten Daten aus indirekten Studienvergleichen wurden als methodisch nicht geeignet eingestuft.
Die empfohlene Dosis beträgt gemäß den im Bericht zitierten Fachinformationen entweder 200 mg alle drei Wochen oder 400 mg alle sechs Wochen. Die Verabreichung erfolgt als intravenöse Infusion über 30 Minuten.
Es wird empfohlen, systemische Kortikosteroide vor Therapiebeginn zu vermeiden, da sie die Wirksamkeit von Pembrolizumab beeinträchtigen könnten. Nach Therapiebeginn ist ihr Einsatz zur Behandlung von Nebenwirkungen jedoch möglich.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A22-76: Pembrolizumab (Endometriumkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.