IQWiG2022Onkologie

Lorlatinib bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung A22-31 untersucht den Wirkstoff Lorlatinib. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit anaplastischer-Lymphomkinase(ALK)-positivem, fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).

Voraussetzung für die Bewertung ist, dass die Betroffenen zuvor nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt wurden. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter anderem Brigatinib festgelegt.

Da keine direkten Vergleichsstudien vorliegen, basiert die Bewertung auf einem adjustierten indirekten Vergleich. Als Brückenkomparator diente dabei der Wirkstoff Crizotinib.

Empfehlungen

Methodik des indirekten Vergleichs

Der Bericht zieht für den indirekten Vergleich zwei offene, randomisierte kontrollierte Studien (RCT) heran. Aufseiten von Lorlatinib wird die Studie CROWN ausgewertet.

Für die Vergleichstherapie Brigatinib wird die Studie ALTA-1L herangezogen. Beide Studien nutzten Crizotinib als gemeinsamen Vergleichsarm.

Ergebnisse zum Gesamtüberleben

Laut Bewertung zeigt sich beim Endpunkt Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied. Der Vergleich erfolgte hierbei zwischen Lorlatinib und Brigatinib.

Daraus leitet der Bericht ab, dass für das Gesamtüberleben kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen besteht.

Morbidität und Lebensqualität

Für weitere patientenrelevante Endpunkte konnten keine verwertbaren Daten für den indirekten Vergleich herangezogen werden. Dies betrifft folgende Kategorien:

  • Morbidität und Symptomatik

  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität

  • Unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen)

Der Bericht begründet dies mit relevanten Unterschieden in der geplanten Nachbeobachtungsdauer zwischen den beiden Studien. Eine adäquate Abwägung von Nutzen und Schaden ist daher methodisch nicht möglich.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Zusammenfassend formuliert die Bewertung folgendes Fazit:

  • Es ergeben sich weder positive noch negative Effekte für Lorlatinib im Vergleich zu Brigatinib.

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.

  • Die Ergebnissicherheit des indirekten Vergleichs wird als maximal gering eingestuft.

Dosierung

Die in den bewerteten Studien (CROWN und ALTA-1L) angewendeten Dosierungsschemata der Wirkstoffe stellen sich wie folgt dar:

WirkstoffDosierungApplikation
Lorlatinib100 mg 1-mal täglichoral
BrigatinibTag 1-7: 90 mg 1-mal täglich, ab Tag 8: 180 mg 1-mal täglichoral
Crizotinib (Brückenkomparator)250 mg 2-mal täglichoral

Bei Dosisreduktionen aufgrund von Toxizität ist laut Bericht ein stufenweises Herabsetzen der Dosis möglich.

Kontraindikationen

Gemäß den Einschlusskriterien der zugrundeliegenden Studien gelten bestimmte Vorbehandlungen als Ausschlusskriterium.

Folgende Faktoren schlossen eine Studienteilnahme aus:

  • Vorangegangene Therapie mit einem Tyrosinkinaseinhibitor (inklusive ALK-Inhibitoren) zur Behandlung der fortgeschrittenen Erkrankung.

  • Einnahme von starken CYP3A-Inhibitoren oder -Induktoren innerhalb von 12 Tagen vor der ersten Dosis (Studie CROWN).

  • Größere chirurgische Eingriffe innerhalb von 4 Wochen vor Randomisierung.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation der vorliegenden Daten ist zu berücksichtigen, dass der fehlende Beleg eines Zusatznutzens primär auf methodischen Limitationen beruht. Laut Bericht verhindert die unterschiedliche Nachbeobachtungsdauer der Studien einen validen Vergleich von Lebensqualität und Nebenwirkungen. Es wird betont, dass die Ergebnissicherheit des indirekten Vergleichs insgesamt als gering einzustufen ist.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß der IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen von Lorlatinib im Vergleich zu Brigatinib nicht belegt. Es zeigten sich im indirekten Vergleich weder signifikante Vor- noch Nachteile beim Gesamtüberleben.

Laut Bericht liegen keine direkten Vergleichsstudien zwischen Lorlatinib und der zweckmäßigen Vergleichstherapie Brigatinib vor. Daher wurde ein adjustierter indirekter Vergleich über den gemeinsamen Brückenkomparator Crizotinib methodisch angewendet.

Der Bericht stellt fest, dass für Nebenwirkungen keine verwertbaren Daten für einen indirekten Vergleich vorliegen. Ursächlich hierfür sind relevante Unterschiede in der Nachbeobachtungsdauer der herangezogenen Studien.

In der Studie CROWN waren systemische Vortherapien für das fortgeschrittene Stadium nicht zugelassen. Vortherapien für frühere Stadien waren laut Bericht nur erlaubt, wenn diese mindestens 12 Monate vor Studieneinschluss abgeschlossen waren.

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