IQWiG2021Rheumatologie

Psoriasis-Arthritis & Upadacitinib: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) aus dem Jahr 2021 bewertet den Zusatznutzen von Upadacitinib bei Psoriasis-Arthritis. Es handelt sich um ein Addendum, das nachgereichte Studiendaten der SELECT-PsA 1 Studie analysiert.

Im Fokus stehen erwachsene Patientinnen und Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis. Speziell wird die Gruppe betrachtet, die auf eine vorherige Therapie mit konventionellen krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (csDMARDs) unzureichend angesprochen hat.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie diente in der Untersuchung der TNF-alpha-Inhibitor Adalimumab. Der Bericht evaluiert verschiedene patientenrelevante Endpunkte wie Remission, Schmerz, körperliche Funktion und gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert basierend auf den nachgereichten Daten folgende zentrale Ergebnisse zur Wirksamkeit:

Zusatznutzen bei bDMARD-naiven Patienten

Für Patienten, die zuvor unzureichend auf csDMARDs angesprochen haben, wird ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Upadacitinib gegenüber Adalimumab festgestellt. Dies begründet sich durch positive Effekte in mehreren Kategorien.

  • Remission (gemessen als DAPSA ≤ 3,3): Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen mit beträchtlichem Ausmaß

  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-36 MCS und PCS): Jeweils ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen mit beträchtlichem Ausmaß

  • Minimale Krankheitsaktivität (MDA): Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen mit geringem Ausmaß

Endpunkte ohne belegten Zusatznutzen

Bei verschiedenen spezifischen Symptomen und Scores konnte laut Bericht kein relevanter oder statistisch signifikanter Vorteil gegenüber Adalimumab nachgewiesen werden. Der Effekt war bei einigen Endpunkten lediglich marginal.

  • Enthesitis (LEI) und Daktylitis (LDI)

  • Axiale Beteiligung (BASDAI) und Fatigue (FACIT-Fatigue)

  • Hautsymptomatik (PASI 75, 90 und 100)

  • Körperlicher Funktionsstatus (HAQ-DI) und allgemeiner Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)

Patienten mit vorheriger bDMARD-Therapie

Für die Patientengruppe, die bereits unzureichend auf biologische DMARDs (bDMARDs) angesprochen hat, lagen keine neuen Daten vor. Für diese Population gilt weiterhin, dass ein Zusatznutzen nicht belegt ist.

Kontraindikationen

Der Bericht vergleicht das Auftreten unerwünschter Ereignisse (UE) zwischen Upadacitinib und Adalimumab. Es zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede in den folgenden Kategorien:

EreigniskategorieUpadacitinib (%)Adalimumab (%)Relatives Risiko
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)6,58,00,81
Studienabbruch wegen UE4,56,50,69
Infektionen und parasitäre Erkrankungen54,147,41,14
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht verdeutlicht, dass Upadacitinib bei bDMARD-naiven Patienten mit Psoriasis-Arthritis insbesondere in den Bereichen Remission (DAPSA) und Lebensqualität (SF-36) Vorteile gegenüber Adalimumab bieten kann. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass sich dieser beträchtliche Zusatznutzen nicht auf spezifische Einzelsymptome wie Daktylitis, Enthesitis oder die Hautsymptomatik (PASI) übertragen lässt, bei denen kein relevanter Unterschied zur Vergleichstherapie belegt ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es für bDMARD-naive Patienten einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen im Vergleich zu Adalimumab. Für Patienten mit vorherigem bDMARD-Versagen ist ein Zusatznutzen hingegen nicht belegt.

Der Bericht zeigt Vorteile für Upadacitinib beim Erreichen einer Remission (DAPSA ≤ 3,3) und bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Bei spezifischen Symptomen wie Hautbeteiligung oder Daktylitis konnte jedoch kein relevanter Vorteil gegenüber Adalimumab nachgewiesen werden.

Die Auswertung zeigt keine signifikanten Unterschiede bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen oder Studienabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen. Infektionen traten unter Upadacitinib numerisch etwas häufiger auf, der Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.

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Quelle: IQWiG A21-81: Upadacitinib (Psoriasis-Arthritis) - Addendum zum Auftrag A21-15 (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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