Enzalutamid bei mHSPC: Zusatznutzen und Indikation
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Enzalutamid. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Männer mit einem metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC).
Die Therapie erfolgt in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT). Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde unter anderem die konventionelle ADT in Kombination mit Docetaxel festgelegt.
Die Datengrundlage für die Bewertung bildet ein adjustierter indirekter Vergleich. Hierfür wurden die Studien ARCHES (Enzalutamid) und STAMPEDE (Docetaxel) herangezogen.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont, dass der festgestellte Zusatznutzen von Enzalutamid bei mHSPC primär auf einem günstigeren Nebenwirkungsprofil im Vergleich zur Chemohormontherapie beruht. Es wird darauf hingewiesen, dass hinsichtlich des Gesamtüberlebens kein signifikanter Unterschied zu Docetaxel nachgewiesen werden konnte.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Dieser basiert auf einem geringeren Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen im Vergleich zu Docetaxel.
Bezüglich des Gesamtüberlebens zeigt der indirekte Vergleich keinen signifikanten Unterschied. Enzalutamid weist jedoch laut Bewertung ein günstigeres Profil bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen auf.
Die empfohlene Dosis beträgt 160 mg als tägliche Einmalgabe. Die Einnahme erfolgt oral und kann unabhängig von den Mahlzeiten stattfinden.
Ja, die medikamentöse Kastration mit einem LHRH-Analogon wird laut Fachinformation während der gesamten Behandlung beibehalten.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A21-77: Enzalutamid (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A20-20: Apalutamid (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-132: Enzalutamid (Prostatakarzinom) - Addendum zum Auftrag A21-77
IQWiG A20-46: Enzalutamid (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung)
IQWiG A14-48: Enzalutamid (neues Anwendungsgebiet) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A18-80: Enzalutamid (Prostatakrebs) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A17-64: Abirateronacetat (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A25-106 : Darolutamid (Prostatakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A20-36: Apalutamid (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen