IQWiG2020Onkologie

Enzalutamid bei nmCRPC: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2020 bewertet den Zusatznutzen von Enzalutamid. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Männer mit einem nicht metastasierten, kastrationsresistenten Hochrisiko-Prostatakarzinom (Hochrisiko-nmCRPC).

Als Hochrisiko-Karzinom wird in diesem Zusammenhang eine PSA-Verdopplungszeit von unter 10 Monaten definiert. Die zweckmäßige Vergleichstherapie besteht laut Festlegung in einem abwartenden Vorgehen unter Beibehaltung der bestehenden konventionellen Androgendeprivationstherapie (ADT).

Datengrundlage der Bewertung ist die randomisierte, doppelblinde PROSPER-Studie. In dieser wurde Enzalutamid in Kombination mit einer ADT gegen Placebo plus ADT verglichen.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert basierend auf der PROSPER-Studie folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtüberleben und Morbidität

Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten der Kombinationstherapie mit Enzalutamid. Daraus leitet die Bewertung einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen ab.

Hinsichtlich der Morbidität und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ergeben sich keine signifikanten Unterschiede. Dies betrifft laut Bericht unter anderem die Endpunkte Schmerz und den allgemeinen Gesundheitszustand.

Nebenwirkungen und Schäden

Die Bewertung zeigt sowohl positive als auch negative Effekte im Bereich der unerwünschten Ereignisse (UE). Es wird darauf hingewiesen, dass die Gesamtrate an schweren unerwünschten Ereignissen und Therapieabbrüchen zwischen den Gruppen nicht signifikant abweicht.

Auf der positiven Seite zeigt sich:

  • Ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden bei schweren Erkrankungen der Nieren und Harnwege.

  • Der Bericht merkt jedoch an, dass dieser Effekt möglicherweise eher den Progress der Grunderkrankung als eine klassische Nebenwirkung abbildet.

Auf der negativen Seite ergeben sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei folgenden spezifischen Ereignissen:

  • Psychiatrische Erkrankungen

  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

  • Erkrankungen des Nervensystems

  • Hypertonie

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau stellt der Bericht fest, dass die negativen Effekte bei den Nebenwirkungen den positiven Überlebensvorteil nicht infrage stellen.

Zusammenfassend ergibt sich für Patienten mit Hochrisiko-nmCRPC ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Enzalutamid plus ADT gegenüber dem abwartenden Vorgehen plus ADT.

Dosierung

Die in der bewerteten Zulassungsstudie (PROSPER) angewendete Dosierung wird wie folgt beschrieben:

WirkstoffDosierungBegleittherapie
Enzalutamid160 mg täglich oral (4 Kapseln à 40 mg)Beibehaltung der bestehenden ADT
Placebo4 Kapseln täglich oralBeibehaltung der bestehenden ADT

Bei Auftreten von Nebenwirkungen war laut Studienprotokoll eine Dosisunterbrechung oder eine Dosisreduktion auf 120 mg oder 80 mg täglich erlaubt.

Kontraindikationen

Laut Studienprotokoll waren bestimmte Begleitmedikationen während der doppelblinden Phase nicht zugelassen. Dazu zählten unter anderem zytotoxische Chemotherapien und andere Androgenrezeptor-Inhibitoren.

Zudem war die gleichzeitige Einnahme von starken CYP3A4-, CYP2C9- oder CYP2C19-Induktoren nur in Ausnahmefällen erlaubt. Starke oder moderate CYP2C8-Inhibitoren durften nur unter einer Dosisreduktion von Enzalutamid verabreicht werden.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass unter der Therapie mit Enzalutamid vermehrt psychiatrische und neurologische Nebenwirkungen sowie Hypertonie auftreten können. Es wird dargelegt, dass diese negativen Effekte den signifikanten Vorteil im Gesamtüberleben jedoch nicht aufheben. Bei der klinischen Überwachung wird ein besonderes Augenmerk auf diese spezifischen unerwünschten Ereignisse nahegelegt.

Häufig gestellte Fragen

Ein Hochrisiko-Prostatakarzinom wird in der zugrundeliegenden Studie über die PSA-Verdopplungszeit definiert. Laut Bericht liegt ein hohes Risiko vor, wenn sich der PSA-Wert innerhalb von 10 Monaten oder schneller verdoppelt.

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen für Enzalutamid in Kombination mit einer ADT. Dieser basiert maßgeblich auf einem signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben im Vergleich zum abwartenden Vorgehen.

Die Bewertung zeigt Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch spezifische unerwünschte Ereignisse. Dazu gehören laut Bericht psychiatrische Erkrankungen, neurologische Störungen und Hypertonie.

Ja, in der bewerteten PROSPER-Studie wurde Enzalutamid stets in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) verabreicht. Die bestehende medikamentöse oder operative Kastration wurde beibehalten.

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Quelle: IQWiG A20-46: Enzalutamid (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung) (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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