Tofacitinib bei Spondylitis ankylosans: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2022 bewertet den Zusatznutzen von Tofacitinib. Das Medikament wird bei erwachsenen Personen mit aktiver ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew) eingesetzt.
Die Bewertung fokussiert sich auf Betroffene, die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben. Dabei wird zwischen Personen ohne vorherige Biologika-Therapie und solchen mit unzureichendem Ansprechen auf biologische Antirheumatika (bDMARD) unterschieden.
Ziel der Nutzenbewertung ist der Vergleich von Tofacitinib mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Dies dient als Grundlage für die Preisverhandlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Empfehlungen
Zusatznutzen und Evidenz
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Tofacitinib nicht belegt. Für die Bewertung wurden randomisierte kontrollierte Studien mit einer Mindestdauer von 24 Wochen gefordert.
Es lagen jedoch keine geeigneten Studiendaten vor, die einen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie ermöglichen. Die verfügbaren Studien waren mit 12 beziehungsweise 16 Wochen zu kurz für die Nutzenbewertung.
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Der Bericht definiert je nach Vorbehandlung unterschiedliche Vergleichstherapien:
-
Bei unzureichendem Ansprechen auf konventionelle Therapien: Ein TNF-α-Inhibitor oder ein IL17-Inhibitor.
-
Bei unzureichendem Ansprechen auf bDMARDs: Ein Wechsel auf ein anderes biologisches Antirheumatikum.
Therapieüberwachung und Abbruch
Es wird darauf hingewiesen, dass eine klinische Verbesserung in der Regel innerhalb von 16 Wochen eintritt. Tritt in diesem Zeitraum keine Besserung ein, sollte eine Fortsetzung der Behandlung laut Dokument sorgfältig abgewogen werden.
Bei Auftreten einer schwerwiegenden Infektion ist die Therapie zu unterbrechen, bis diese unter Kontrolle ist. Auch bei dosisbezogenen anormalen Laborbefunden kann eine Dosisunterbrechung erforderlich sein.
Dosierung
Der Bericht zitiert die Fachinformation hinsichtlich der Dosierung von Tofacitinib. Es werden folgende Dosierungsschemata aufgeführt:
| Indikation / Patientengruppe | Empfohlene Dosierung |
|---|---|
| Aktive ankylosierende Spondylitis (Standard) | 5 mg zweimal täglich |
| Gleichzeitige Gabe starker CYP3A4-Inhibitoren | 5 mg einmal täglich |
| Gleichzeitige Gabe mittelstarker CYP3A4- + starker CYP2C19-Inhibitoren | 5 mg einmal täglich |
Bei Personen ab 65 Jahren ist laut Dokument keine generelle Dosisanpassung erforderlich. Das Medikament kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
Kontraindikationen
Laut Bericht bestehen folgende Gegenanzeigen für die Anwendung von Tofacitinib:
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
-
Aktive Tuberkulose und schwerwiegende Infektionen (z. B. Sepsis)
-
Schwere Leberfunktionsstörungen
-
Schwangerschaft und Stillzeit
Zudem werden spezifische Warnhinweise für bestimmte Personengruppen formuliert. Bei Personen über 65 Jahren, (ehemaligen) Rauchenden sowie bei Vorliegen kardiovaskulärer Risikofaktoren oder Malignomrisiken sollte die Anwendung nur erfolgen, wenn keine geeigneten Alternativen zur Verfügung stehen.
Vor Therapiebeginn sind bestimmte Laborwerte zu prüfen. Die Behandlung darf nicht eingeleitet werden bei:
-
Absoluter Lymphozytenzahl (ALC) unter 750 Zellen/mm³
-
Absoluter Neutrophilenzahl (ANC) unter 1000 Zellen/mm³
-
Hämoglobinwert unter 9 g/dl
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass bei Tofacitinib ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Infektionen, venöse Thromboembolien und kardiovaskuläre Ereignisse besteht. Es wird betont, dass vor Therapiebeginn zwingend die Laborwerte (Lymphozyten, Neutrophile, Hämoglobin) kontrolliert werden müssen, da bei Unterschreiten definierter Grenzwerte keine Behandlung eingeleitet werden darf. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei fehlendem klinischem Ansprechen nach 16 Wochen die Fortführung der Therapie kritisch zu hinterfragen ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Tofacitinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Es lagen keine Studiendaten mit der geforderten Mindestdauer von 24 Wochen für einen direkten Vergleich vor.
Die empfohlene Standarddosis beträgt zweimal täglich 5 mg. Bei gleichzeitiger Anwendung bestimmter CYP-Inhibitoren wird eine Dosisreduktion auf einmal täglich 5 mg beschrieben.
Das Dokument nennt unter anderem aktive Tuberkulose, schwere Leberfunktionsstörungen sowie Schwangerschaft und Stillzeit als Kontraindikationen. Auch bei zu niedrigen Lymphozyten-, Neutrophilen- oder Hämoglobinwerten darf die Therapie nicht gestartet werden.
Bei Personen über 65 Jahren sollte Tofacitinib laut Bericht nur angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen. Eine generelle Dosisanpassung aufgrund des Alters ist jedoch nicht erforderlich.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A21-165: Tofacitinib (ankylosierende Spondylitis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.