Tofacitinib bei Rheumatoider Arthritis: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A18-28 bewertet den Zusatznutzen von Tofacitinib in Kombination mit Methotrexat (MTX) bei rheumatoider Arthritis. Die Zielgruppe umfasst erwachsene Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Erkrankung.
Es handelt sich spezifisch um Personen, die bisher nicht mit einem biotechnologisch hergestellten krankheitsmodifizierenden Antirheumatikum (bDMARD) behandelt wurden. Für diese Gruppe ist eine erstmalige Therapie mit einem bDMARD angezeigt.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter anderem Adalimumab in Kombination mit MTX festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den randomisierten kontrollierten Studien ORAL STANDARD und ORAL STRATEGY.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert basierend auf den Studiendaten folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen.
Mortalität und Remission
Für das Gesamtüberleben zeigt sich laut Bewertung kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Tofacitinib plus MTX. In den relevanten Studienarmen trat lediglich ein Todesfall auf.
Auch für den Endpunkt Remission lässt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen feststellen. Dies gilt für verschiedene Operationalisierungen wie den Clinical Disease Activity Index (CDAI) oder den Simplified Disease Activity Index (SDAI).
Krankheitsaktivität und Lebensqualität
Bezüglich einer niedrigen Krankheitsaktivität ergibt sich in der Gesamtschau kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Zwar zeigte sich beim DAS28-4 ESR ein negativer Effekt für Tofacitinib, dieser wurde jedoch durch andere Scores ohne Entzündungsparameter nicht bestätigt.
Für weitere Morbiditätsendpunkte und die gesundheitsbezogene Lebensqualität konnte kein Zusatznutzen belegt werden. Dazu zählen unter anderem:
-
Anzahl geschwollener Gelenke und Schmerzempfinden
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Körperlicher Funktionsstatus (HAQ-DI) und Fatigue
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Schlafprobleme und allgemeiner Gesundheitszustand
Nebenwirkungen und Sicherheit
Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse zeigt sich kein signifikanter Unterschied. Ein höherer oder geringerer Schaden ist hier laut Bericht nicht belegt.
Für den Endpunkt schwerwiegende Infektionen zeigt sich jedoch ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Tofacitinib plus MTX. Daraus leitet das IQWiG einen Hinweis auf einen höheren Schaden ab.
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
In der Gesamtbetrachtung für bDMARD-naive Patientinnen und Patienten ergibt die Bewertung einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen von Tofacitinib plus MTX gegenüber Adalimumab plus MTX. Dies wird maßgeblich durch das erhöhte Risiko für schwerwiegende Infektionen begründet.
Dosierung
Die in den bewerteten Zulassungsstudien (ORAL STANDARD und ORAL STRATEGY) angewendeten Dosierungsschemata für die Kombinationstherapien stellen sich wie folgt dar:
| Wirkstoff | Dosierung | Applikationsweg | Begleitmedikation |
|---|---|---|---|
| Tofacitinib | 5 mg 2-mal täglich (Abstand 12 Stunden) | Oral (Tablette) | MTX (stabile Dosis) |
| Adalimumab | 40 mg alle 2 Wochen | Subkutan (Injektion) | MTX (stabile Dosis) |
Es wird darauf hingewiesen, dass die Methotrexat-Dosis (MTX) in den Studien zwischen 7,5 mg und 25 mg wöchentlich lag und bereits vor Studienbeginn stabil eingestellt sein musste.
Kontraindikationen
Gemäß den Einschlusskriterien der zugrundeliegenden Studien waren bestimmte Begleitmedikationen während der Therapie nicht erlaubt. Dazu zählten intravenöse und intramuskuläre Kortikosteroide sowie andere Biologika und DMARDs (außer MTX).
Zudem durften keine CYP3A4/-5/-7-Inhibitoren, CYP3A-Induktoren oder Lebendimpfstoffe parallel verabreicht werden.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bewertung ist bei der Verordnung von Tofacitinib in Kombination mit MTX bei bDMARD-naiven Personen ein besonderes Augenmerk auf das Infektionsrisiko zu legen. Es wird ein Hinweis auf einen höheren Schaden durch schwerwiegende Infektionen im Vergleich zu Adalimumab plus MTX beschrieben. Dies stellt den wesentlichen Grund für die Feststellung eines insgesamt geringeren Nutzens in dieser spezifischen Patientengruppe dar.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht sieht für bDMARD-naive Patientinnen und Patienten einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen im Vergleich zu Adalimumab. Dies liegt primär an einem höheren Risiko für schwerwiegende Infektionen unter Tofacitinib.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde Adalimumab in Kombination mit Methotrexat (MTX) herangezogen. Beide Wirkstoffe wurden in den zugrundeliegenden Studien jeweils zusammen mit MTX verabreicht.
In den Studien ORAL STANDARD und ORAL STRATEGY wurde Tofacitinib in einer Dosierung von 5 mg zweimal täglich oral eingenommen. Die Einnahme erfolgte morgens und abends im Abstand von 12 Stunden.
Laut der Nutzenbewertung konnte kein statistisch signifikanter Unterschied in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität festgestellt werden. Weder beim körperlichen noch beim psychischen Summenscore des SF-36v2 zeigten sich relevante Abweichungen.
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Quelle: IQWiG A18-28: Tofacitinib (Rheumatoide Arthritis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung) (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.