IQWiG2020Onkologie

Ribociclib bei Mammakarzinom: IQWiG Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einem Addendum zur Nutzenbewertung von Ribociclib beauftragt. Im Fokus steht die Kombinationstherapie mit Fulvestrant bei postmenopausalen Frauen mit Hormonrezeptor(HR)-positivem, HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs.

Grundlage der Bewertung ist die randomisierte kontrollierte Studie MONALEESA-3. Diese vergleicht die Gabe von Ribociclib plus Fulvestrant mit Placebo plus Fulvestrant.

Das Addendum ergänzt eine vorherige Dossierbewertung um nachgereichte Daten des pharmazeutischen Unternehmers. Bewertet werden insbesondere patientenrelevante Endpunkte wie der Gesundheitszustand, die Schmerzbelastung sowie Therapieabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht unterteilt die Auswertung in zwei Fragestellungen, abhängig von der Vortherapie der Patientinnen. Die abschließende Bewertung des Zusatznutzens stellt sich wie folgt dar:

PatientengruppeZweckmäßige VergleichstherapieAusmaß des Zusatznutzens
Initiale endokrine Therapie (A1)Anastrozol, Letrozol, Fulvestrant oder TamoxifenHinweis auf geringen Zusatznutzen
Nach vorheriger endokriner Therapie (B1)Weitere endokrine Therapie je nach VortherapieZusatznutzen nicht belegt

Initiale endokrine Therapie (Fragestellung A1)

Für postmenopausale Frauen, die Ribociclib plus Fulvestrant als initiale endokrine Therapie erhalten, zeigt die Bewertung folgende Ergebnisse:

  • Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesundheitszustand (erhoben via EQ-5D VAS) im Vergleich zur Kontrollgruppe.

  • Auch bei der Schmerzbelastung (stärkster Schmerz und schmerzbedingte Beeinträchtigung im BPI-SF) ist kein signifikanter Unterschied belegt.

  • Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse (UE) sind in über 50 % der Fälle auf schwere UE (CTCAE-Grad 3–4) zurückzuführen.

Unter Berücksichtigung der Gesamtdatenlage leitet das IQWiG für diese Gruppe einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen ab.

Nach vorheriger endokriner Therapie (Fragestellung B1)

Für Patientinnen, die zuvor bereits eine endokrine Therapie für das fortgeschrittene Stadium erhielten, stellt sich die Datenlage laut Bericht wie folgt dar:

  • Für den Endpunkt Gesundheitszustand liegen aufgrund methodischer Einschränkungen keine verwertbaren Ergebnisse vor.

  • Bei den Endpunkten zur Schmerzbelastung zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.

  • Auch in dieser Gruppe sind Therapieabbrüche wegen UE mehrheitlich durch schwere UE bedingt.

Für diese Patientengruppe ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Methodische Einschränkungen

Der Bericht weist auf ein hohes Verzerrungspotenzial bei den Endpunkten zur Morbidität hin.

Dies wird unter anderem durch fehlende Daten von mehr als 10 % der Patientinnen in den Auswertungen begründet. Zudem traten im Studienverlauf Ausfälle durch potenziell informative Gründe auf.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht führen unerwünschte Ereignisse unter der Kombinationstherapie häufig zu Therapieabbrüchen. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich bei diesen Abbrüchen in der Mehrzahl der Fälle um schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3–4) handelt. Ein engmaschiges Monitoring der Verträglichkeit ist daher im klinischen Alltag essenziell.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung gibt es für postmenopausale Frauen in der initialen endokrinen Therapie einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen. Dies basiert auf dem Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Nein, für Patientinnen, die bereits zuvor eine endokrine Therapie erhielten, ist ein Zusatznutzen laut Bericht nicht belegt. Es zeigten sich keine signifikanten Vorteile in den patientenrelevanten Endpunkten.

Die Auswertung der MONALEESA-3-Studie zeigt keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Schmerzintensität oder der schmerzbedingten Beeinträchtigung. Dies gilt im Vergleich zur alleinigen Gabe von Fulvestrant plus Placebo.

Der pharmazeutische Unternehmer schloss in das verwendete statistische Modell nur Zeiträume ein, in denen mindestens 50 Patientinnen pro Arm behandelt wurden. Da der Kontrollarm in dieser Subgruppe nur 39 Patientinnen umfasste, konnten keine Ergebnisse berechnet werden.

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Quelle: IQWiG A20-58: Ribociclib (Mammakarzinom, Kombination mit Fulvestrant) - Addendum zum Auftrag A20-22 (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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