IQWiG2019Onkologie

Apalutamid bei Prostatakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A19-09 aus dem Jahr 2019 bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Apalutamid. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Männer mit nicht metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC).

Voraussetzung für die untersuchte Patientengruppe ist ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen. Dieses wurde in der zugrundeliegenden SPARTAN-Studie über eine prostataspezifische Antigen-Verdopplungszeit (PSADT) von maximal 10 Monaten definiert.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ein abwartendes Vorgehen unter Beibehaltung der bestehenden konventionellen Androgendeprivationstherapie (ADT) festgelegt.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen basierend auf der SPARTAN-Studie:

Gesamtüberleben und Lebensqualität

Laut Bewertung zeigt sich für das Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. Ein Zusatznutzen ist in diesem Bereich folglich nicht belegt.

Auch für den Gesundheitszustand und die gesundheitsbezogene Lebensqualität ergeben sich gemäß Bericht keine Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen.

Symptomatische Progression

Für den Endpunkt der symptomatischen Progression zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Apalutamid in Kombination mit ADT. Der Bericht leitet daraus einen Hinweis auf einen Zusatznutzen ab.

Das genaue Ausmaß dieses Zusatznutzens ist laut Bewertung jedoch nicht quantifizierbar. Dies wird mit der Operationalisierung des Endpunkts in der Studie begründet, welche Schmerzprogressionen ohne Wechsel der systemischen Krebstherapie unzureichend erfasst.

Nebenwirkungen und unerwünschte Ereignisse

Die Bewertung identifiziert sowohl positive als auch negative Effekte im Bereich der Nebenwirkungen:

  • Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege.

  • Dem gegenüber stehen Hinweise und Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei Erkrankungen der Haut, Arthralgie, Hypothyreose und Erkrankungen des Nervensystems.

  • Bei schweren unerwünschten Ereignissen (SUE) und Therapieabbrüchen gibt es keine signifikanten Unterschiede zur Vergleichstherapie.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau der positiven und negativen Effekte kommt der Bericht zu einem abschließenden Ergebnis. Für Patienten mit nmCRPC und hohem Metastasierungsrisiko wird ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Apalutamid gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet.

Dosierung

Die zugrundeliegende SPARTAN-Studie untersuchte folgende Dosierung in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT):

WirkstoffDosierungBegleittherapie
Apalutamid240 mg/Tag (4 x 60 mg Tabletten)Konventionelle ADT

Kontraindikationen

Gemäß den Einschlusskriterien der bewerteten Studie waren bestimmte Vor- und Begleitbehandlungen ausgeschlossen oder nicht empfohlen:

  • Vorbehandlung mit CYP17-Inhibitoren (z. B. Abirateronacetat, Ketoconazol) oder Antiandrogenen der 2. Generation (z. B. Enzalutamid)

  • Begleitbehandlung mit starken CYP3A4-Induktoren und CYP3A4-Substraten mit geringer therapeutischer Breite

  • Begleitbehandlung mit starken CYP2C8-Inhibitoren (z. B. Gemfibrozil)

  • Arzneimittel, die bekanntermaßen die Krampfschwelle herabsetzen

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bewertung ist bei der Beurteilung der symptomatischen Progression zu berücksichtigen, dass eine reine Verknüpfung von Symptomatik und Initiierung einer neuen systemischen Therapie unzureichend sein kann. Es wird darauf hingewiesen, dass Patienten mit Schmerzprogression, die sich lediglich für eine supportive Schmerztherapie (z. B. mit Opioiden) entscheiden, in klinischen Studien oft nicht vollständig erfasst werden.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht bei Patienten mit nicht metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC) und hohem Metastasierungsrisiko einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen. Dies gilt im Vergleich zu einem abwartenden Vorgehen unter Beibehaltung der ADT.

Laut der zugrundeliegenden Nutzenbewertung konnte in der SPARTAN-Studie kein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben nachgewiesen werden. Ein Zusatznutzen für diesen Endpunkt ist somit nicht belegt.

Der Bericht stellt einen höheren Schaden durch Apalutamid unter anderem bei Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes fest. Zudem zeigten sich vermehrt Arthralgien, Hypothyreosen und Erkrankungen des Nervensystems.

In der bewerteten Studie wurde ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen über die PSA-Verdopplungszeit definiert. Eingeschlossen wurden Patienten mit einer Verdopplungszeit von maximal 10 Monaten.

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Quelle: IQWiG A19-09: Apalutamid (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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