Insulin glargin/Lixisenatid bei Typ-2-Diabetes: IQWiG
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A20-38 bewertet den Zusatznutzen der Fixkombination aus Insulin glargin und Lixisenatid bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2. Die Bewertung bezieht sich auf die Anwendung als Ergänzung zu Diät und Bewegung.
Spezifisch wird die Kombinationstherapie zusätzlich zu Metformin und einem SGLT-2-Inhibitor untersucht. Ziel ist die Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei unzureichend eingestellten Patientinnen und Patienten.
Das Institut unterscheidet dabei zwei Patientengruppen anhand ihrer bisherigen Vortherapie. Es wird evaluiert, ob die Fixkombination im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie einen patientenrelevanten Vorteil bietet.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zur Nutzenbewertung:
Untersuchte Patientengruppen
Das IQWiG unterscheidet bei der Bewertung zwei spezifische Fragestellungen:
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Gruppe A: Erwachsene, die durch mindestens zwei blutzuckersenkende Arzneimittel (außer Insulin) nicht ausreichend kontrolliert sind.
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Gruppe B: Erwachsene, die durch eine Insulintherapie (mit oder ohne weitere Antidiabetika) nicht ausreichend kontrolliert sind.
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Für die Bewertung wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) folgende Vergleichstherapie festgelegt:
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Für Gruppe A: Humaninsulin in Kombination mit Metformin, Empagliflozin oder Liraglutid.
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Für Gruppe B: Optimierung des Humaninsulinregimes, gegebenenfalls ergänzt durch Metformin, Empagliflozin oder Liraglutid.
Bewertung des Zusatznutzens
Laut Bericht wurden vom pharmazeutischen Unternehmer für beide Fragestellungen keine relevanten Studien vorgelegt. Daraus resultieren folgende Schlussfolgerungen:
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Für Gruppe A ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
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Für Gruppe B ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
Dosierung
Der Bericht erwähnt zwei verschiedene Dosierpens für die Fixkombination, die sich farblich und in ihren Dosisschritten unterscheiden:
| Fertigpen | Insulin glargin (Einheiten) | Lixisenatid (µg) | Verfügbarkeit in Deutschland |
|---|---|---|---|
| Pfirsichfarben | 10 bis 40 | 5 bis 20 | Aktuell nicht vermarktet |
| Olivfarben | 30 bis 60 | 10 bis 20 | Im Handel verfügbar |
Kontraindikationen
Laut Bericht wird die Anwendung von Insulin glargin/Lixisenatid bei bestimmten Nierenfunktionsstörungen nicht empfohlen. Dies betrifft:
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Schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min)
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Terminale Niereninsuffizienz
💡Praxis-Tipp
Es wird im Bericht darauf hingewiesen, dass für die aktuelle Indikationserweiterung (Kombination mit Metformin und SGLT-2-Inhibitor) keine Studiendaten vorgelegt wurden, weshalb ein Zusatznutzen formal nicht belegt ist. Zudem ist in der Praxis zu berücksichtigen, dass der pfirsichfarbene Pen für niedrigere Dosierungen in Deutschland laut Herstellerangaben nicht vertrieben wird.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG stellt fest, dass ein Zusatznutzen für die Kombination mit Metformin und einem SGLT-2-Inhibitor nicht belegt ist. Es wurden keine relevanten Studien für diese spezifische Fragestellung eingereicht.
Die Bewertung umfasst Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, die entweder unter zwei oralen Antidiabetika oder unter einer Insulintherapie unzureichend eingestellt sind. Voraussetzung ist die geplante Kombination mit Metformin und einem SGLT-2-Inhibitor.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde primär Humaninsulin beziehungsweise die Optimierung eines bestehenden Humaninsulinregimes definiert. Je nach kardiovaskulärem Risiko kann dies mit Metformin, Empagliflozin oder Liraglutid kombiniert werden.
Laut Bericht wird die Anwendung bei einer schweren Nierenfunktionsstörung mit einer Kreatinin-Clearance von unter 30 ml/min nicht empfohlen. Auch bei terminaler Niereninsuffizienz sollte das Präparat nicht eingesetzt werden.
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Quelle: IQWiG A20-38: Insulin glargin/Lixisenatid (Diabetes mellitus Typ 2) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.