IQWiG2013

Lixisenatid bei Typ-2-Diabetes: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A13-11 aus dem Jahr 2013 bewertet den Nutzen des Wirkstoffs Lixisenatid gemäß § 35a SGB V. Die Bewertung erfolgte im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Das Anwendungsgebiet umfasst die Behandlung von Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2. Lixisenatid wird in Kombination mit oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln und/oder Basalinsulin eingesetzt, wenn diese zusammen mit Diät und Bewegung den Blutzucker nicht ausreichend senken.

Aufgrund unterschiedlicher Vorbehandlungen ergeben sich verschiedene Indikationen. Für jede dieser Fragestellungen wurde eine spezifische zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt, um den potenziellen Zusatznutzen zu bewerten.

Empfehlungen

Der Bericht bewertet den Zusatznutzen von Lixisenatid in vier verschiedenen Therapiesituationen. Für keine der Fragestellungen konnte ein Zusatznutzen belegt werden.

Lixisenatid plus Metformin

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wird die Kombination aus Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) und Metformin herangezogen. Der vom pharmazeutischen Unternehmer (pU) vorgelegte indirekte Vergleich wurde vom IQWiG nicht anerkannt.

Die herangezogenen Studien wiesen laut Bewertung methodische Mängel auf:

  • Die Dosierungen und Titrationsschemata der Sulfonylharnstoffe entsprachen nicht der Zulassung.

  • Die Patientenpopulationen unterschieden sich maßgeblich hinsichtlich HbA1c-Wert und Body-Mass-Index (BMI).

  • Die resultierenden Therapieeffekte wurden als nicht interpretierbar eingestuft.

Lixisenatid plus Sulfonylharnstoff

Die Vergleichstherapie besteht aus Metformin plus Sulfonylharnstoff oder, bei Metformin-Unverträglichkeit, aus Humaninsulin gegebenenfalls plus Sulfonylharnstoff. Da der pU von dieser Festlegung abwich, wurden keine relevanten Studien vorgelegt.

Lixisenatid plus Metformin plus Sulfonylharnstoff

Der G-BA legte Humaninsulin plus Metformin als Vergleichstherapie fest. Die vom pU vorgeschlagene Dreifachkombination aus Humaninsulin, Metformin und Sulfonylharnstoff wird medizinisch als nicht sinnvoll erachtet.

Lixisenatid plus Basalinsulin

Die zweckmäßige Vergleichstherapie ist Humaninsulin, gegebenenfalls in Kombination mit Metformin. Der vorgelegte indirekte Vergleich wurde abgelehnt, da sich die Studien hinsichtlich Brückenkomparatoren, Patientenpopulationen und Therapiezielen zu stark unterschieden.

Dosierung

WirkstoffDosierung laut Studien/TextAnmerkung
LixisenatidTitration: 10 µg (Woche 1), 15 µg (Woche 2), dann 20 µg 1-mal täglichAngewendet in der GetGoal-X Studie
Metformin1000–3000 mg/TagStabile Dosis als Basistherapie
ExenatideTitration: 5 µg 2-mal täglich (4 Wochen), dann 10 µg 2-mal täglichBrückenkomparator
GlibenclamidStart: 2,5–5 mg 1-mal täglich; Max: 15 mg/TagZulassungskonforme Dosierung laut Fachinformation
GlimepiridMax: 6 mg/TagZulassungskonforme Maximaldosis

Kontraindikationen

Laut Fachinformation darf Lixisenatid aufgrund eines erhöhten Hypoglykämierisikos nicht in Kombination mit einem Basalinsulin zusammen mit einem Sulfonylharnstoff angewendet werden.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass die Einleitung einer Therapie mit Sulfonylharnstoffen wie Glibenclamid zwingend einschleichend erfolgen muss. Eine sofortige Gabe der Maximaldosis ohne Berücksichtigung des individuellen Blutzuckerwertes und Hypoglykämierisikos widerspricht der Zulassung. Es wird betont, dass solche methodischen Mängel in Studien die Vergleichbarkeit der Therapieeffekte aufheben.

Häufig gestellte Fragen

Lixisenatid ist für Erwachsene mit Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen. Es wird in Kombination mit oralen Antidiabetika oder Basalinsulin eingesetzt, wenn Diät und Bewegung den Blutzucker nicht ausreichend senken.

Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass für Lixisenatid in keiner der untersuchten Kombinationstherapien ein Zusatznutzen belegt ist. Die vorgelegten indirekten Vergleiche wiesen erhebliche methodische Mängel auf.

In den vorgelegten Studien wurde Glibenclamid nicht zulassungskonform angewendet. Die Patienten erhielten sofort die Maximaldosis, anstatt die Therapie einschleichend und blutzuckeradaptiert zu beginnen.

Nein, diese Dreifachkombination ist laut Fachinformation kontraindiziert. Es besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Hypoglykämien.

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Quelle: IQWiG A13-11: Lixisenatid - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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