IQWiG2018

Insulin glargin/Lixisenatid bei Typ-2-Diabetes: IQWiG

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das IQWiG mit der Nutzenbewertung der Fixkombination aus Insulin glargin und Lixisenatid beauftragt. Die Bewertung bezieht sich auf die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle.

Die Begutachtung umfasst zwei spezifische Indikationen. Zum einen den Einsatz, wenn Metformin in Kombination mit einem weiteren oralen Antidiabetikum nicht ausreicht. Zum anderen die Situation, wenn Metformin plus Basalinsulin den Blutzuckerspiegel nicht ausreichend reguliert.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie definierte der G-BA unter anderem Humaninsulin in Kombination mit Empagliflozin oder Liraglutid. Alternativ wurde die Optimierung eines bestehenden Humaninsulinregimes festgelegt.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Vorbehandlung mit oralen Antidiabetika

Für Patientinnen und Patienten, die mit Metformin und einem weiteren oralen Antidiabetikum vorbehandelt wurden, stützt sich die Bewertung auf die LixiLan-O-Studie. Hierbei wurde die Fixkombination mit einer alleinigen Gabe von Insulin glargin verglichen.

Laut Bericht zeigt sich bei der Gesamtmortalität, kardialen und zerebralen Morbidität sowie bei schweren Hypoglykämien kein statistisch signifikanter Unterschied. Ein Zusatznutzen ist für diese Endpunkte nicht belegt.

Bei den unerwünschten Ereignissen ergab sich ein statistisch signifikanter Nachteil für die Fixkombination. Es traten vermehrt gastrointestinale Beschwerden auf:

  • Diarrhö

  • Übelkeit

  • Erbrechen

In der Gesamtschau leitet das IQWiG für diese Patientengruppe einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen gegenüber der Vergleichstherapie ab. Dies gilt spezifisch für Personen, bei denen eine normnahe Blutzuckereinstellung angestrebt wird.

Vorbehandlung mit Insulin

Für die Gruppe der insulinvorbehandelten Personen reichte der pharmazeutische Unternehmer die Studie GetGoal-Duo 2 ein. Diese wurde vom IQWiG jedoch als ungeeignet eingestuft.

Die Dosierungsverhältnisse in der Studie entsprachen nicht den Vorgaben der Fixkombination, was teilweise zu Überdosierungen führte. Zudem benötigten viele Studienteilnehmer mehr als 60 Einheiten Insulin glargin, was die zugelassene Maximaldosis des Kombinationspräparats überschreitet.

Folglich liegen laut Bericht keine relevanten Daten für diese Indikation vor. Ein Zusatznutzen ist für insulinvorbehandelte Personen nicht belegt.

Dosierung

Die im Bericht beschriebene LixiLan-O-Studie verwendete folgendes zielwertbasiertes Titrationsschema anhand der Nüchternplasmaglukose (NPG):

NPG (mg/dl)NPG (mmol/l)Dosisanpassung (Dosisschritte)
> 140> 7,8+4
> 100 und ≤ 140> 5,6 und ≤ 7,8+2
80 bis 1004,4 bis 5,60 (Zielwert erreicht)
≥ 60 und < 80≥ 3,3 und < 4,4-2
< 60< 3,3-2 bis -4

Die maximal zulässige Tagesdosis der Fixkombination beträgt 60 Dosisschritte. Dies entspricht 60 Einheiten Insulin glargin und 20 μg Lixisenatid.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist bei der Umstellung von vorbehandelten Personen auf die Fixkombination die zugelassene Maximaldosis von 60 Einheiten Insulin glargin zu beachten. Es wird darauf hingewiesen, dass Personen mit einem bestehenden Insulinbedarf von mehr als 60 Einheiten für diese Therapie nicht infrage kommen. Zudem wird vor einem erhöhten Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen gewarnt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen weder für oral vorbehandelte noch für insulinvorbehandelte Personen belegt. Bei oral vorbehandelten Personen ergab sich aufgrund von Nebenwirkungen sogar ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen.

Die Auswertung der LixiLan-O-Studie zeigt einen statistisch signifikanten Nachteil bei gastrointestinalen Erkrankungen. Es wird berichtet, dass Diarrhö, Übelkeit und Erbrechen unter der Fixkombination häufiger auftreten als unter alleinigem Insulin glargin.

Die maximal zulässige Tagesdosis der Fixkombination beträgt 60 Dosisschritte. Gemäß dem Bericht entspricht dies 60 Einheiten Insulin glargin und 20 μg Lixisenatid.

Die Studie wurde als ungeeignet eingestuft, da das Dosisverhältnis der Einzelwirkstoffe nicht der Fixkombination entsprach. Dies führte laut Bericht bei Studienbeginn teilweise zu Überdosierungen von Insulin glargin.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A18-16: Insulin glargin/Lixisenatid (Diabetes mellitus Typ 2) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien