Zystische Fibrose (Tezacaftor/Ivacaftor): IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht bewertet den Zusatznutzen von Tezacaftor/Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor bei Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren mit zystischer Fibrose. Dies betrifft Patientinnen und Patienten, die heterozygot für die F508del-Mutation sind und eine von 14 spezifischen Mutationen im CFTR-Gen aufweisen.
Die zystische Fibrose ist eine Multisystemerkrankung, welche die Lebenserwartung und Lebensqualität der Betroffenen stark mindert. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best Supportive Care (BSC) festgelegt.
Laut IQWiG umfasst die Zielpopulation in der gesetzlichen Krankenversicherung schätzungsweise 48 bis 51 Kinder. Die jährlichen reinen Arzneimittelkosten belaufen sich auf rund 180.000 Euro pro Patient, zuzüglich der individuell anfallenden Kosten für die Best Supportive Care.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Nutzenbewertung und Anwendung:
Bewertung des Zusatznutzens
Der pharmazeutische Unternehmer reichte zur Belegführung Daten aus einer einarmigen Studie (VX15-661-113) ein.
Laut IQWiG ist diese Studie für die Ableitung eines Zusatznutzens nicht geeignet, da ein direkter Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Best Supportive Care) fehlt. Folglich wird der Zusatznutzen von Tezacaftor/Ivacaftor in dieser Patientengruppe als nicht belegt eingestuft.
Diagnostik vor Therapiebeginn
Die Anwendung darf nur durch in der Behandlung der zystischen Fibrose erfahrene Ärzte erfolgen.
Es wird gefordert, dass vor Therapiebeginn das Vorliegen der spezifischen Mutationen durch eine genaue und validierte Genotypisierungsmethode bestätigt wird.
Laborkontrollen und Monitoring
Da erhöhte Transaminasenwerte bei CF-Patienten verbreitet sind und unter der Therapie auftreten können, werden regelmäßige Leberfunktionstests empfohlen:
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Vor Beginn der Behandlung
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Alle 3 Monate im ersten Behandlungsjahr
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Danach in jährlichen Abständen
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Bei anamnestisch bekannten Transaminasenanstiegen sind häufigere Kontrollen in Erwägung zu ziehen
Bei einem erheblichen Anstieg der Transaminasenwerte (z. B. ALT oder AST >5 x oberer Normwert) ist die Behandlung zu unterbrechen. Die Laborwerte sind engmaschig zu kontrollieren, bis sich die auffälligen Werte wieder normalisiert haben.
Dosierung
Die Einnahme von Tezacaftor/Ivacaftor erfolgt in Kombination mit einer separaten Ivacaftor-Tablette. Die Morgen- und Abenddosen müssen im Abstand von etwa 12 Stunden zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden.
| Körpergewicht | Morgendosis (Tezacaftor/Ivacaftor) | Abenddosis (Ivacaftor) |
|---|---|---|
| < 30 kg | 1 Tablette (50 mg / 75 mg) | 1 Tablette (75 mg) |
| ≥ 30 kg | 1 Tablette (100 mg / 150 mg) | 1 Tablette (150 mg) |
Bei gleichzeitiger Anwendung von mäßigen oder starken CYP3A-Inhibitoren (z. B. Fluconazol, Ketoconazol) ist eine Dosisreduktion erforderlich. Auch bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B und C) sind spezifische Dosisanpassungen vorzunehmen.
Kontraindikationen
Gemäß Fachinformation gelten folgende Gegenanzeigen und Warnhinweise:
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Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile
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Patienten, die heterozygot für die F508del-Mutation sind und eine zweite Mutation aufweisen, die nicht explizit im Anwendungsgebiet genannt ist
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Zustand nach Organtransplantation (Anwendung wird nicht empfohlen)
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Gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-Induktoren (nicht empfohlen, da Wirksamkeitsverlust droht)
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Verzehr von Grapefruit oder grapefruit-haltigen Produkten während der Behandlung
💡Praxis-Tipp
Laut Fachinformation ist es für die ausreichende Resorption essenziell, dass die Tabletten im Ganzen geschluckt und zwingend zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden. Zudem wird auf die Wichtigkeit regelmäßiger Leberfunktionstests hingewiesen, da signifikante Transaminasenanstiege eine Therapieunterbrechung erforderlich machen können.
Häufig gestellte Fragen
Der Zusatznutzen gilt laut IQWiG-Bericht als nicht belegt, da der Hersteller nur Daten aus einer einarmigen Studie vorgelegt hat. Ein direkter Vergleich mit der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie (Best Supportive Care) war somit nicht möglich.
Die Therapie ist für Patienten zugelassen, die heterozygot für die F508del-Mutation sind und zusätzlich eine von 14 spezifischen Mutationen im CFTR-Gen aufweisen. Das Vorliegen der Mutation muss vor Therapiebeginn durch eine validierte Genotypisierung bestätigt werden.
Es wird empfohlen, die Leberfunktionstests vor Beginn der Behandlung sowie alle 3 Monate im ersten Behandlungsjahr durchzuführen. Danach sind jährliche Kontrollen vorgesehen, bei vorbekannten Erhöhungen auch häufiger.
Wenn weniger als 6 Stunden vergangen sind, sollte die Dosis baldmöglichst nachgeholt werden. Sind mehr als 6 Stunden vergangen, wird empfohlen, die versäumte Dosis auszulassen und zum regulären Einnahmeplan zurückzukehren.
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Quelle: IQWiG A20-108: Tezacaftor/Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor; zystische Fibrose, 6 bis < 12 Jahren, F508del-Mutation, heterozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.