IQWiG2021

Tezacaftor/Ivacaftor bei zystischer Fibrose: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Nutzenbewertung (A20-107) untersucht den Wirkstoff Tezacaftor/Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor. Das Anwendungsgebiet umfasst Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren mit zystischer Fibrose.

Voraussetzung für die Therapie ist, dass die betroffenen Kinder homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Lumacaftor/Ivacaftor festgelegt.

Zystische Fibrose führt zu einer Multi-System-Organdysfunktion, welche die Lebenserwartung und Lebensqualität stark mindert. Der Bericht evaluiert, ob die neue Kombinationstherapie einen therapeutisch bedeutsamen Zusatznutzen im Versorgungsalltag bietet.

Empfehlungen

Bewertung des Zusatznutzens

Laut Bericht ist ein Zusatznutzen von Tezacaftor/Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer legte keine geeigneten Daten für einen direkten Vergleich vor.

Methodische Mängel der Evidenz

Die Bewertung stützt sich auf die Kritik an der eingereichten einarmigen Studie VX15-661-113. Folgende methodische Schwächen werden aufgeführt:

  • Es fehlt ein direkter Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie Lumacaftor/Ivacaftor.

  • Die Studiendauer der ergänzend herangezogenen randomisierten kontrollierten Studie war mit 8 Wochen zu kurz für eine fundierte Ableitung.

  • Bei Kindern mit einem Körpergewicht zwischen 30 und unter 40 kg war die Studienmedikation im Vergleich zur Fachinformation unterdosiert.

Zielpopulation und Kosten

Der Bericht schätzt die Zielpopulation in der gesetzlichen Krankenversicherung auf etwa 467 betroffene Kinder. Die Jahrestherapiekosten für die Kombinationstherapie belaufen sich auf rund 179.741 Euro pro behandelter Person.

Dosierung

Die Dosierung erfolgt gewichtsadaptiert. Die Morgen- und Abenddosen werden im Abstand von etwa 12 Stunden zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen.

KörpergewichtMorgendosis (Tezacaftor/Ivacaftor)Abenddosis (Ivacaftor)
Unter 30 kg1 Filmtablette (50 mg / 75 mg)1 Filmtablette (75 mg)
Ab 30 kg1 Filmtablette (100 mg / 150 mg)1 Filmtablette (150 mg)

Bei gleichzeitiger Anwendung von mäßigen oder starken CYP3A-Inhibitoren sowie bei eingeschränkter Leberfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Der Bericht listet basierend auf der Fachinformation folgende Gegenanzeigen und Warnhinweise auf:

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile.

  • Die Anwendung wird bei Personen nach einer Organtransplantation nicht empfohlen.

  • Die gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-Induktoren wird nicht empfohlen.

  • Auf Speisen oder Getränke, die Grapefruit enthalten, ist während der Behandlung zu verzichten.

  • Bei stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) wird die Anwendung nur empfohlen, wenn der Nutzen die Risiken übersteigt.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass unter der Behandlung mit Ivacaftor-haltigen Regimen Fälle von nicht kongenitaler Linsentrübung bei Kindern auftraten. Es wird empfohlen, vor Therapiebeginn sowie zur Verlaufskontrolle regelmäßige Augenuntersuchungen durchzuführen. Zudem sind Leberfunktionstests vor Beginn und alle 3 Monate im ersten Behandlungsjahr indiziert, da erhöhte Transaminasenwerte häufig vorkommen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen für Kinder von 6 bis 11 Jahren mit homozygoter F508del-Mutation nicht belegt. Es fehlten geeignete Vergleichsstudien gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Lumacaftor/Ivacaftor.

Die Einnahme erfolgt zweimal täglich im Abstand von etwa 12 Stunden. Es wird darauf hingewiesen, dass die Tabletten im Ganzen geschluckt und zwingend zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden müssen.

Es werden regelmäßige Leberfunktionstests empfohlen, initial alle 3 Monate im ersten Jahr. Bei Kindern sind zudem augenärztliche Untersuchungen vor und während der Therapie angeraten, um Linsentrübungen auszuschließen.

Bei der Kombination mit mäßigen oder starken CYP3A-Inhibitoren ist eine Dosisreduktion erforderlich. Die gleichzeitige Gabe von starken CYP3A-Induktoren wird aufgrund eines möglichen Wirksamkeitsverlustes nicht empfohlen.

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Quelle: IQWiG A20-107: Tezacaftor/Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor; zystische Fibrose, 6 bis < 12 Jahre, F508del-Mutation, homozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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