Ramucirumab bei HCC: Indikation nach Sorafenib-Therapie
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist ein Addendum zur Nutzenbewertung von Ramucirumab. Er befasst sich mit der medikamentösen Behandlung des fortgeschrittenen oder inoperablen hepatozellulären Karzinoms (HCC).
Die bewertete Patientengruppe umfasst Erwachsene mit einem Serum-Alpha-Fetoprotein (AFP) von ≥ 400 ng/ml. Voraussetzung für die Therapie in dieser Indikation ist zudem eine vorherige Behandlung mit dem Wirkstoff Sorafenib.
Anlass für das Addendum waren nachgereichte Daten des pharmazeutischen Unternehmers nach einer mündlichen Anhörung. Diese umfassten neue Ereigniszeitanalysen zur Symptomatik basierend auf den randomisierten kontrollierten Studien REACH und REACH-2.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass die Evidenz für Ramucirumab beim hepatozellulären Karzinom auf Patienten mit gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) und kompensierter Leberfunktion (Child-Pugh A) limitiert ist. Bei Patienten mit schlechterem Performance-Status oder fortgeschrittener Leberzirrhose ist die Übertragbarkeit der positiven Effekte auf das Gesamtüberleben und die Symptomatik unklar.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Dieser gilt für Patienten mit fortgeschrittenem HCC, einem AFP-Wert ≥ 400 ng/ml und vorheriger Sorafenib-Therapie.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Best Supportive Care (BSC) oder Cabozantinib als zweckmäßige Vergleichstherapien festgelegt. In den bewerteten Studien wurde Ramucirumab gegen Placebo, jeweils in Kombination mit BSC, verglichen.
Laut einer Metaanalyse der Studien REACH und REACH-2 verzögert Ramucirumab die Verschlechterung der Symptomatik signifikant. Das IQWiG stuft das Verzerrungspotenzial dieser Daten aufgrund fehlender Werte jedoch als hoch ein.
Die eingeschlossenen Studien untersuchten ausschließlich Patienten im Child-Pugh-Stadium A. Für die Stadien B und C liegen laut Bericht keine gesicherten Daten zur Wirksamkeit vor.
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Quelle: IQWiG A20-03: Ramucirumab (hepatozelluläres Karzinom) - Addendum zum Auftrag A19-73 (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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