IQWiG2019Onkologie

Ramucirumab bei HCC: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A19-73 bewertet den Zusatznutzen von Ramucirumab bei erwachsenen Personen mit fortgeschrittenem oder inoperablem hepatozellulärem Karzinom (HCC). Die Zielgruppe umfasst Erkrankte, die ein Serum-Alpha-Fetoprotein (AFP) von ≥ 400 ng/ml aufweisen und zuvor mit Sorafenib behandelt wurden.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Best supportive Care (BSC) festgelegt. Die Bewertung basiert auf den randomisierten, placebokontrollierten Studien REACH und REACH-2.

In diesen Studien wurde die Behandlung mit Ramucirumab plus BSC mit Placebo plus BSC verglichen. Eingeschlossen wurden Personen mit einem ECOG-Performance-Status von 0 oder 1 und einer leicht eingeschränkten Leberfunktion (Child-Pugh-Stadium A).

Empfehlungen

Gesamtüberleben und Zusatznutzen

Laut Bewertung zeigt sich in der Metaanalyse ein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben zugunsten der Verum-Gruppe. Daraus wird ein Beleg für einen Zusatznutzen von Ramucirumab plus BSC gegenüber BSC abgeleitet.

In der Gesamtschau ergibt sich für die definierte Zielgruppe ein Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Die festgestellten negativen Effekte bei Nebenwirkungen stellen den Überlebensvorteil nicht infrage.

Nebenwirkungen und Schäden

Die Analyse der unerwünschten Ereignisse (UE) zeigt ein gemischtes Bild mit positiven und negativen Effekten:

  • Geringerer Schaden (Hinweis): Schwere gastrointestinale Erkrankungen und schwere Hyperbilirubinämie traten unter Verum seltener auf.

  • Höherer Schaden (Hinweis): Vermehrt zeigten sich periphere Ödeme, Kopfschmerzen und schwere Hypertonie.

  • Kein Unterschied: Bei schwerwiegenden UE, Therapieabbrüchen wegen UE sowie Blutungen ergab sich kein signifikanter Unterschied.

Lebensqualität und Symptomatik

Für die Endpunkte Symptomatik und Gesundheitszustand liegen laut Bericht keine verwertbaren Daten vor. Ein Zusatznutzen ist in diesen Kategorien somit nicht belegt.

Dosierung

Die Studienprotokolle geben folgendes Dosierungsschema für die intravenöse Therapie vor:

WirkstoffDosierungApplikationDosisanpassung bei Toxizität
Ramucirumab8 mg/kg KörpergewichtTag 1 jedes 2-Wochen-Zyklus, i.v. über ca. 60 MinutenReduktion auf 6 mg/kg, dann 5 mg/kg möglich

Kontraindikationen

Gemäß den Studienkriterien führt eine inakzeptable Toxizität zum Therapieabbruch. Dazu zählen infusionsbedingte Reaktionen oder Blutungen beziehungsweise hämorrhagische Ereignisse vom CTCAE-Grad 3 oder 4.

Bestimmte Begleitbehandlungen waren in den Studien ausgeschlossen. Dazu gehören eine chronische Therapie mit Thrombozyten-Aggregationshemmern (einschließlich NSAR) sowie eine therapeutische Antikoagulation mit Warfarin oder niedermolekularem Heparin.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass der beträchtliche Zusatznutzen strikt an den AFP-Wert gekoppelt ist. Es wird hervorgehoben, dass die Evidenz nur für Personen mit einem Serum-Alpha-Fetoprotein von ≥ 400 ng/ml und vorheriger Sorafenib-Therapie gilt. Bei der Therapieplanung ist zudem das erhöhte Risiko für schwere Hypertonie und periphere Ödeme zu berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen

Die Bewertung bezieht sich auf Erwachsene mit fortgeschrittenem oder inoperablem HCC nach Sorafenib-Vortherapie. Voraussetzung ist ein Serum-Alpha-Fetoprotein (AFP) von mindestens 400 ng/ml.

Das IQWiG sieht einen Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen im Vergleich zu Best supportive Care. Maßgeblich hierfür ist der signifikante Vorteil beim Gesamtüberleben.

Laut Metaanalyse kommt es vermehrt zu peripheren Ödemen, Kopfschmerzen und schwerer Hypertonie. Diese negativen Effekte stufen das Ausmaß des Zusatznutzens jedoch nicht herab.

In den zugrundeliegenden Zulassungsstudien war eine therapeutische Antikoagulation mit Warfarin oder niedermolekularem Heparin ausgeschlossen. Auch eine chronische Therapie mit NSAR war nicht erlaubt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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