Ramucirumab bei mKRK: Indikation und Zusatznutzen
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Ramucirumab bewertet. Die Bewertung bezieht sich auf die Kombinationstherapie mit FOLFIRI bei erwachsenen Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mKRK).
Die Zielgruppe umfasst Patienten mit einem Tumorprogress während oder nach einer vorausgegangenen Therapie mit Bevacizumab, Oxaliplatin und einem Fluoropyrimidin. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) FOLFIRI festgelegt.
Grundlage der Bewertung ist die randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie RAISE. In dieser wurde Ramucirumab plus FOLFIRI mit Placebo plus FOLFIRI verglichen.
💡Praxis-Tipp
Die IQWiG-Bewertung betont einen deutlichen geschlechtsspezifischen Unterschied in der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ramucirumab bei metastasiertem Kolorektalkarzinom. Während sich für Frauen in der Gesamtschau ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen ergibt, überwiegen bei Männern die negativen Effekte, was zu einem Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen führt. Es wird empfohlen, diese geschlechtsspezifische Nutzen-Risiko-Relation bei der Therapieentscheidung zu berücksichtigen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG hängt der Zusatznutzen stark vom Geschlecht ab. Für Frauen gibt es einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen, während sich für Männer ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zu FOLFIRI allein ergibt.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat FOLFIRI (Irinotecan, Folinsäure und 5-Fluorouracil) als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. Die Bewertung des IQWiG basiert auf dem Vergleich von Ramucirumab plus FOLFIRI gegen Placebo plus FOLFIRI.
Der Bericht identifiziert Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüche. Spezifisch treten vermehrt Blutungen, gastrointestinale Blutungen, periphere Ödeme, das palmar-plantare Erythrodysästhesiesyndrom und Kopfschmerzen auf.
Die Bewertung gilt für erwachsene Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom, die während oder nach einer Therapie mit Bevacizumab, Oxaliplatin und einem Fluoropyrimidin einen Tumorprogress aufweisen. In der zugrundeliegenden Studie hatten die Patienten einen guten Allgemeinzustand (ECOG-PS ≤ 1).
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A16-10: Ramucirumab (neues Anwendungsgebiet) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A16-11: Ramucirumab (neues Anwendungsgebiet) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A19-73: Ramucirumab (hepatozelluläres Karzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A13-08: Aflibercept (Zaltrap) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A16-54: Trifluridin/Tipiracil (Kolorektalkarzinom) - Nutzenbewertung
IQWiG A23-85: Trifluridin/Tipiracil (Kombination mit Bevacizumab; Kolorektalkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A13-37: Regorafenib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A24-74: Fruquintinib (Kolorektalkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A19-85: Trifluridin/Tipiracil (Magenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen