Dapagliflozin/Metformin bei Typ-2-Diabetes: IQWiG-Addendum
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist ein Addendum zur Nutzenbewertung der Fixkombination Dapagliflozin/Metformin bei Diabetes mellitus Typ 2. Er bewertet nachgereichte Daten des pharmazeutischen Unternehmers.
Im ursprünglichen Dossier wurden lediglich Personen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko betrachtet. Das Addendum analysiert nun die Informationsbeschaffung für die gesamte Zulassungspopulation, unabhängig vom kardiovaskulären Risiko.
Zudem bewertet der Bericht nachgereichte Auswertungen zu unerwünschten Ereignissen (UE) aus der Studie DECLARE-TIMI 58. Hierbei wurde eine Teilpopulation untersucht, die zu Studienbeginn mindestens 1700 mg Metformin erhielt.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf den nachgereichten Daten Ergebnisse zu Vor- und Nachteilen der Kombinationstherapie.
Informationsbeschaffung
Laut Bewertung ergab die erweiterte Literaturrecherche keine neuen relevanten randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) für die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) definierten Fragestellungen. Die Bewertung stützt sich weiterhin auf die Teilpopulation der Studie DECLARE-TIMI 58.
Klinische Endpunkte im Vergleich
Die Auswertung vergleicht Dapagliflozin/Metformin plus Standardtherapie mit Placebo plus Standardtherapie. Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen:
| Klinischer Endpunkt | Effekt unter Dapagliflozin/Metformin | Statistisch signifikant |
|---|---|---|
| Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz | Vorteil | Ja |
| Nierenerkrankungen | Vorteil | Ja |
| Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs)* | Vorteil | Ja |
| Abbruch wegen Genitalinfektion | Nachteil | Ja |
| Diabetische Ketoazidose (DKA) | Kein Unterschied | Nein |
| Abbruch wegen Harnwegsinfektion | Kein Unterschied | Nein |
*Nicht tödlich, unter Ausschluss von Folgekomplikationen.
Vorteile der Kombinationstherapie
Der Bericht zeigt für die Verumgruppe weitere statistisch signifikante Vorteile bei spezifischen Endpunkten.
-
Reduktion von Blasenkarzinomen
-
Weniger Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
-
Weniger Leber- und Gallenerkrankungen
Nachteile und unerwünschte Ereignisse
Demgegenüber identifiziert die Auswertung auch statistisch signifikante Nachteile der Therapie.
- Es zeigte sich eine höhere Rate an Therapieabbrüchen wegen Genitalinfektionen.
Bei anderen untersuchten Endpunkten, wie Hypoglykämien, zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
💡Praxis-Tipp
Die Auswertung der Studiendaten zeigt, dass unter der Therapie mit Dapagliflozin/Metformin signifikant häufiger Therapieabbrüche aufgrund von Genitalinfektionen auftreten. Gleichzeitig belegt der Bericht jedoch signifikante Vorteile hinsichtlich der Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz und bei Nierenerkrankungen. Eine entsprechende Gewichtung dieser Endpunkte ist im klinischen Alltag relevant.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht bewertet nachgereichte Daten für die gesamte Zulassungspopulation mit Typ-2-Diabetes, unabhängig vom kardiovaskulären Risiko. Die spezifischen Auswertungen zu Nebenwirkungen basieren auf einer Teilpopulation der DECLARE-TIMI 58 Studie, die initial mindestens 1700 mg Metformin erhielt.
Die Auswertung zeigt statistisch signifikante Vorteile bei der Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz und bei Nierenerkrankungen. Zudem traten insgesamt weniger nicht-tödliche schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf.
Laut den im Bericht ausgewerteten Daten der DECLARE-TIMI 58 Studie zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied bei der Häufigkeit von diabetischen Ketoazidosen im Vergleich zu Placebo.
Der Bericht identifiziert Genitalinfektionen als einen statistisch signifikanten Nachteil der Therapie. Diese führten in der Verumgruppe signifikant häufiger zu einem Abbruch der Behandlung als in der Placebogruppe.
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Quelle: IQWiG A19-93: Dapagliflozin/Metformin (Diabetes mellitus typ 2) - Addendum zum Auftrag A19-52 (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.