Larotrectinib bei NTRK-Tumoren: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Larotrectinib als Monotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene und pädiatrische Personen mit soliden Tumoren und einer neurotrophen Tyrosin-Rezeptor-Kinase (NTRK)-Genfusion.
Es handelt sich um lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankungen, für die keine zufriedenstellenden Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Ebenso eingeschlossen sind Tumore, bei denen eine chirurgische Resektion wahrscheinlich zu schwerer Morbidität führt.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Best Supportive Care (BSC) festgelegt. Der pharmazeutische Unternehmer reichte für die Bewertung Daten aus drei einarmigen Zulassungsstudien ein.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:
Studienlage
Für die Bewertung wurden drei nicht kontrollierte, offene Zulassungsstudien herangezogen:
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LOXO-TRK-14001 (Dosiseskalationsstudie bei Erwachsenen)
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NAVIGATE (Basket-Studie ab 12 Jahren)
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SCOUT (Dosiseskalations- und Expansionsstudie bei Kindern und jungen Erwachsenen)
Laut Bericht umfassen diese Studien verschiedene Tumorentitäten wie Weichteilsarkome, Speicheldrüsenkarzinome und infantile Fibrosarkome. Da es sich um einarmige Studien handelt, liegen keine direkten Vergleichsdaten gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
Bewertung des Zusatznutzens
Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen von Larotrectinib gegenüber Best Supportive Care (BSC) nicht belegt ist.
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Es liegen keine vergleichenden Effektschätzungen für die einzelnen Tumorentitäten vor.
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Auch für die gepoolte Studienpopulation fehlen Daten zum Vergleich mit BSC.
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Die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten historischen Vergleichsdaten zeigten laut Bericht keine hinreichend großen Effekte, die nicht auf systematischer Verzerrung beruhen könnten.
Dosierung
Der Bericht nennt folgende Dosierungen, die in den Zulassungsstudien als empfohlene Dosis für die klinische Anwendung festgelegt wurden:
| Patientengruppe | Dosierung | Maximale Einzeldosis |
|---|---|---|
| Erwachsene | 100 mg 2-mal täglich | 100 mg |
| Kinder und Jugendliche | 100 mg/m2 Körperoberfläche 2-mal täglich | 100 mg |
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht ist der Zusatznutzen von Larotrectinib bei soliden Tumoren mit NTRK-Genfusion formal nicht belegt, da ausschließlich Daten aus einarmigen Studien (LOXO-TRK-14001, NAVIGATE, SCOUT) vorliegen. Es wird darauf hingewiesen, dass das Fehlen eines belegten Zusatznutzens in der frühen Nutzenbewertung primär auf dem Fehlen von direkten Vergleichsstudien gegenüber Best Supportive Care beruht.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht bewertet Larotrectinib bei erwachsenen und pädiatrischen Personen mit lokal fortgeschrittenen oder metastasierten soliden Tumoren mit NTRK-Genfusion. Voraussetzung ist, dass keine zufriedenstellenden Therapieoptionen zur Verfügung stehen.
Das IQWiG stuft den Zusatznutzen von Larotrectinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Best Supportive Care) als nicht belegt ein. Dies liegt an der fehlenden vergleichenden Datenlage aus randomisierten kontrollierten Studien.
Die Bewertung basiert auf den drei einarmigen, offenen Zulassungsstudien LOXO-TRK-14001, NAVIGATE und SCOUT. Diese schlossen Personen mit verschiedenen Tumorentitäten im Rahmen eines Basket-Designs ein.
Laut den Studiendaten erfolgt die Dosierung bei pädiatrischen Personen körperoberflächenbasiert mit 100 mg/m2 zweimal täglich. Die maximale Einzeldosis ist dabei auf 100 mg begrenzt.
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Quelle: IQWiG A19-90: Larotrectinib (solide Tumore) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.