Apalutamid bei Prostatakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist ein Addendum zur Nutzenbewertung von Apalutamid. Er bewertet nachgereichte Daten zur Behandlung von erwachsenen Männern mit nicht metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC) und hohem Metastasierungsrisiko.
Gegenstand der Untersuchung ist der Vergleich von Apalutamid in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) gegenüber einem abwartenden Vorgehen unter Beibehaltung der konventionellen ADT.
Das Addendum analysiert insbesondere einen nachgereichten Datenschnitt (01.02.2019) der SPARTAN-Studie sowie ergänzende Ereigniszeitanalysen zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) aus dem primären Datenschnitt.
Empfehlungen
Bewertung der nachgereichten Daten
Der IQWiG-Bericht stuft den nachgereichten Datenschnitt vom 01.02.2019 methodisch als nicht verwertbar ein. Als Begründung wird angeführt, dass der Zeitpunkt des Datenschnitts nicht a priori geplant war und nach der Entblindung der Studie stattfand.
Zudem wechselten nach der Entblindung 19 Prozent der Patienten aus dem Placeboarm zu einer Behandlung mit Apalutamid. Dies führt laut Bericht zu potenziell verzerrenden Effekten, insbesondere bei den Endpunkten Gesamtüberleben und symptomatische Progression.
Wirksamkeit und Zusatznutzen
Ungeachtet der methodischen Einschränkungen zeigen die Daten des zweiten Datenschnitts positive Effekte für Apalutamid plus ADT. Es wird ein statistisch signifikanter Vorteil beim Gesamtüberleben und bei der symptomatischen Progression beschrieben.
Der Bericht bestätigt die ursprüngliche Gesamtaussage der Dossierbewertung A19-09. Es ergibt sich weiterhin ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für Apalutamid plus ADT im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen)
In den ergänzenden Analysen zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE), einschließlich tödlicher Ereignisse, zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
Der Bericht identifiziert jedoch spezifische negative Effekte unter Apalutamid. Dazu gehören:
-
Schwere Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
-
Verletzungen, Vergiftungen und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
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Arthralgie und Erkrankungen des Nervensystems
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Hypothyreose
Subgruppenanalysen nach Alter
Beim Endpunkt Gesamtüberleben beschreibt der Bericht eine Effektmodifikation durch das Alter. Die Ergebnisse stellen sich wie folgt dar:
| Altersgruppe | Effekt auf Gesamtüberleben (Apalutamid vs. Placebo) |
|---|---|
| Unter 65 Jahre | Signifikanter Vorteil für Apalutamid |
| 65 bis unter 75 Jahre | Kein Unterschied (Ergebnis laut IQWiG nicht sinnvoll interpretierbar) |
| 75 Jahre und älter | Signifikanter Vorteil für Apalutamid |
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass unter der Therapie mit Apalutamid vermehrt spezifische unerwünschte Ereignisse wie Hauterkrankungen, Arthralgien und Hypothyreosen auftreten. Es wird ärztlicherseits eine entsprechende klinische Überwachung dieser Parameter im Behandlungsverlauf nahegelegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für Apalutamid in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT). Dies gilt für erwachsene Männer mit nicht metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom und hohem Metastasierungsrisiko.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat als zweckmäßige Vergleichstherapie ein abwartendes Vorgehen unter Beibehaltung der bestehenden konventionellen ADT festgelegt. Der Bericht vergleicht Apalutamid plus ADT mit Placebo plus ADT.
Der Bericht beschreibt negative Effekte unter anderem in Form von schweren Hauterkrankungen, Arthralgien und Erkrankungen des Nervensystems. Zudem wird ein vermehrtes Auftreten von Hypothyreosen unter der Therapie mit Apalutamid beobachtet.
Das IQWiG stuft den zweiten Datenschnitt als nicht verwertbar ein, da er nicht im Voraus geplant war und nach der Entblindung der Studie stattfand. Zudem wechselte ein Teil der Placebo-Patienten zur Apalutamid-Therapie, was die Ergebnisse zum Gesamtüberleben potenziell verzerrt.
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Quelle: IQWiG A19-51: Apalutamid (Prostatakarzinom) - Addendum zum Auftrag A19-09 (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.