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Ribociclib bei Mammakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ribociclib ist ein Wirkstoff, der in Kombination mit einem Aromatasehemmer zur Behandlung von postmenopausalen Frauen mit hormonrezeptorpositivem (HR+) und HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom eingesetzt wird.

Der vorliegende Artikel fasst das Addendum A18-07 des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zusammen. Dieses bewertet nachgereichte Daten des pharmazeutischen Unternehmers zur zulassungsrelevanten Studie MONALEESA-2.

Ziel der ergänzenden Bewertung war es, spezifische unerwünschte Ereignisse (UE) sowie Daten zum Gesundheitszustand detaillierter zu analysieren. Die Ergebnisse dienen dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als Grundlage für die finale Beschlussfassung über den Zusatznutzen.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert basierend auf den nachgereichten Daten folgende zentrale Bewertungsergebnisse:

Gesamtergebnis der Nutzenbewertung

Laut Bewertung ändern die nachgereichten Daten die ursprüngliche Aussage zum Zusatznutzen nicht. Für die initiale endokrine Therapie des HR-positiven und HER2-negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebses bei postmenopausalen Frauen ergibt sich ein Hinweis auf einen geringeren Nutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie (Anastrozol, Letrozol oder ggf. Tamoxifen).

Spezifische unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen)

Die Analyse der Studie MONALEESA-2 zeigt für die Kombination aus Ribociclib und Letrozol im Vergleich zu Placebo und Letrozol statistisch signifikante Effekte zuungunsten von Ribociclib. Für folgende schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4) ergibt sich ein Hinweis oder Anhaltspunkt für einen höheren Schaden:

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

  • Auffällige Untersuchungen (z.B. Laborwerte)

  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen

  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Die folgende Tabelle fasst die Hazard Ratios (HR) der signifikanten Nebenwirkungen zusammen:

Systemorganklasse (SOC)SchweregradHR [95 %-KI]
AugenerkrankungenAlle Grade2,33 [1,60; 3,39]
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAlle Grade2,11 [1,69; 2,64]
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSchwer (Grad 3/4)26,89 [13,76; 52,56]
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSchwer (Grad 3/4)4,02 [2,08; 7,77]
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSchwer (Grad 3/4)2,67 [1,25; 5,70]
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSchwer (Grad 3/4)2,36 [1,29; 4,30]

Gesundheitszustand und Lebensqualität

Der Gesundheitszustand wurde über die visuelle Analogskala des EQ-5D-Fragebogens (EQ-5D VAS) erhoben. Laut Bericht zeigt sich weder bei einer minimalen klinisch relevanten Differenz (MID) von 7 noch von 10 ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.

Daraus leitet das IQWiG ab, dass für diesen Endpunkt kein Zusatznutzen von Ribociclib in Kombination mit Letrozol belegt ist. Auch in der Subgruppenanalyse bezüglich der hormonalen Therapie im adjuvanten Setting konnte keine statistisch signifikante Effektmodifikation festgestellt werden.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bewertung treten schwere unerwünschte Ereignisse im Bereich des Blutes und des Lymphsystems unter Ribociclib deutlich häufiger auf als unter der alleinigen Letrozol-Therapie. Es wird im Bericht hervorgehoben, dass diese Ereignisse sowie auffällige Untersuchungsergebnisse bereits sehr früh im Beobachtungszeitraum zu verzeichnen sind. Eine engmaschige laborchemische Überwachung zu Beginn der Therapie ist daher von besonderer klinischer Relevanz.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht für Ribociclib in Kombination mit Letrozol bei postmenopausalen Frauen mit HR-positivem, HER2-negativem fortgeschrittenem Mammakarzinom einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Dies basiert auf der Gesamtabwägung von Wirksamkeit und Nebenwirkungen.

Laut der Auswertung der MONALEESA-2-Studie kommt es unter Ribociclib signifikant häufiger zu schweren unerwünschten Ereignissen. Dazu zählen insbesondere Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems, Infektionen sowie gastrointestinale Beschwerden.

In der Nutzenbewertung konnte kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesundheitszustand oder der Lebensqualität zwischen der Ribociclib-Gruppe und der Kontrollgruppe festgestellt werden. Ein Zusatznutzen in diesem Bereich ist laut Bericht nicht belegt.

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Quelle: IQWiG A18-07: Ribociclib (Mammakarzinom) – Addendum zum Auftrag A17-45 (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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