IQWiG2017Onkologie

Osimertinib bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das nicht kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) erfordert bei Vorliegen spezifischer Mutationen zielgerichtete Therapien. Der IQWiG-Bericht A17-47 (Addendum zu A17-20) bewertet den Zusatznutzen von Osimertinib bei dieser Indikation.

Die Bewertung fokussiert sich auf erwachsene Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC. Voraussetzung ist eine positive T790M-Mutation des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) sowie eine Vorbehandlung mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI).

Grundlage der Bewertung ist die AURA3-Studie. Dabei wird Osimertinib mit einer platinbasierten Chemotherapie (Cisplatin plus Pemetrexed) als zweckmäßige Vergleichstherapie verglichen.

Empfehlungen

Zusatznutzen

Der Bericht stellt fest, dass für Osimertinib ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren, mindestens beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Cisplatin plus Pemetrexed vorliegt.

Unerwünschte Ereignisse im Vergleich

Laut Auswertung der Gesamtpopulation der AURA3-Studie zeigt der Vergleich von Osimertinib mit der platinbasierten Chemotherapie ein spezifisches Profil bei den unerwünschten Ereignissen.

Unerwünschtes EreignisEffekt unter Osimertinib im Vergleich zur Chemotherapie
DiarrhöNachteil (häufiger)
Nageleffekte und HauteffekteNachteil (häufiger)
VerstopfungVorteil (seltener)
Übelkeit und ErbrechenVorteil (seltener)
Erkrankungen des Blutes und LymphsystemsVorteil (seltener)

Gesamtabwägung

Die negativen Effekte bei einzelnen spezifischen Nebenwirkungen stellen das positive Gesamtergebnis nicht infrage.

Die Vorteile hinsichtlich schwerer unerwünschter Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3), gesundheitsbezogener Lebensqualität und Symptomatik überwiegen.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Therapie mit Osimertinib wird empfohlen, besonders auf dermatologische und gastrointestinale Nebenwirkungen wie Hauteffekte, Nageleffekte und Diarrhö zu achten, da hier im Vergleich zur Chemotherapie häufiger unerwünschte Ereignisse auftreten. Gleichzeitig ist mit einer Reduktion von klassischen Chemotherapie-Nebenwirkungen wie Übelkeit und Blutbildveränderungen zu rechnen.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren, mindestens beträchtlichen Zusatznutzen. Dies gilt für Patienten mit T790M-Mutation nach Vorbehandlung mit einem EGFR-TKI.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine zytotoxische Chemotherapie festgelegt. In der relevanten Teilpopulation der Studie wurde konkret Cisplatin in Kombination mit Pemetrexed untersucht.

Laut den Studiendaten kommt es unter Osimertinib häufiger zu Diarrhö sowie zu Nebenwirkungen an Haut und Nägeln. Diese negativen Effekte ändern jedoch nichts an der positiven Gesamtabwägung des Zusatznutzens.

Die Auswertung zeigt Vorteile für Osimertinib bei Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung. Zudem treten weniger Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems auf als unter der platinbasierten Chemotherapie.

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Quelle: IQWiG A17-47: Osimertinib (Lungenkarzinom) - Addendum zum Auftrag A17-20 (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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