Innere Medizin: Klug entscheiden Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Die Initiative "Klug entscheiden" der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) formuliert evidenzbasierte Empfehlungen zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Ziel ist es, Über- und Unterversorgung im klinischen Alltag zu vermeiden.
Die Leitlinie umfasst sowohl Positiv-Empfehlungen für zwingend durchzuführende Maßnahmen als auch Negativ-Empfehlungen für Praktiken, die unterlassen werden sollten. Ein besonderer Fokus liegt auf den Bereichen Hämatologie, Onkologie, Endokrinologie und Palliativmedizin.
Durch die Vermeidung unnötiger Diagnostik und ineffektiver Therapien soll die Behandlungsqualität erhöht werden. Gleichzeitig wird die Bedeutung einer zielgerichteten, leitliniengerechten und ressourcenschonenden Versorgung betont.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die ungerichtete Bildgebung bei Verdacht auf endokrine Störungen. Die Leitlinie betont, dass der laborchemische Nachweis einer hormonellen Erkrankung immer der Bildgebung vorausgehen muss, um Zufallsbefunde an falschen Organen zu vermeiden. Zudem wird vor einem vorschnellen Handeln (Action Bias) bei persistierendem Fieber in der Neutropenie gewarnt: Bei klinischer Stabilität sollte die empirische Antibiose in den ersten 96 Stunden nicht routinemäßig umgestellt werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist keine weitere Bildgebung im Verlauf gerechtfertigt, wenn die Raumforderung im nativen CT eine Dichte von ≤ 10 Hounsfield-Einheiten aufweist. Dies gilt als sicheres Zeichen für eine benigne Veränderung.
Bei stabilen Personen ohne schwere kardiale Begleiterkrankungen wird ein restriktiver Transfusionstrigger mit einem Ziel-Hämoglobin von etwa 7 g/dl empfohlen. Es sollten nicht mehr Einheiten transfundiert werden als nötig, um einen sicheren Bereich zu erreichen.
Die Leitlinie rät von einer Dauertherapie mit Levothyroxin bei Struma nodosa ab. Es gibt keine Studiendaten für einen Nutzen, jedoch ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern und Osteoporose durch eine TSH-Suppression.
Es wird empfohlen, alle Maßnahmen zu beenden, die nicht der bestmöglichen Lebensqualität dienen. Dazu zählen unter anderem Routine-Vitalzeichenkontrollen, künstliche Ernährung, Lagerungsmaßnahmen ohne symptomlindernden Zweck und tumorspezifische Therapien.
Der prophylaktische Einsatz von G-CSF wird empfohlen, wenn das Risiko für eine febrile Neutropenie bei über 20 Prozent liegt. Bei bereits manifester Neutropenie ohne Infekt ist ein klinischer Nutzen hingegen nicht belegt.
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Quelle: DGIM Klug entscheiden: Innere Medizin (32 Empfehlungen) (DGIM). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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