DGIM Klug entscheiden: Gastroenterologie Empfehlungen
Hintergrund
Die Initiative "Klug entscheiden" der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) formuliert evidenzbasierte Empfehlungen zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen in der Gastroenterologie. Ziel ist es laut DGIM, sowohl Überversorgung als auch Unterversorgung im klinischen Alltag zu vermeiden. Die Empfehlungen gliedern sich in Positiv-Empfehlungen (Maßnahmen, die durchgeführt werden sollen) und Negativ-Empfehlungen (Maßnahmen, die unterlassen werden sollen).
Empfehlungen
Die DGIM formuliert zahlreiche Kernempfehlungen für den gastroenterologischen Alltag:
Lebererkrankungen
Fettleber (MASLD)
Laut Leitlinie soll bei einer Adipositas-assoziierten Fettleber eine Gewichtsreduktion von mindestens 5 % angestrebt werden. *
Leberzirrhose
Gemäß DGIM soll vor einer Aszitespunktion keine routinemäßige Substitution von Gerinnungsfaktoren erfolgen. Zudem wird bei einer hepatischen Enzephalopathie von einer Proteinrestriktion abgeraten. *
HCC-Früherkennung
Patienten mit Leberzirrhose (Child-Pugh A und B) soll laut Empfehlung alle 6 Monate eine Ultraschalluntersuchung angeboten werden.
Gastrointestinale Blutungen und Ulkusschutz
Ösophagusvarizenblutung
Es wird empfohlen, bei begründetem Verdacht noch vor der Endoskopie eine intravenöse Therapie mit Vasokonstriktoren zu beginnen. *
Ulkusprävention
Eine PPI-Gabe bei nicht-selektiven NSAR soll laut DGIM nur bei Vorliegen von Risikofaktoren erfolgen (Alter über 60 Jahre allein reicht nicht). Bei der Kombination von NSAR und systemischen Glukokortikoiden ist ein PPI-Schutz hingegen regelhaft indiziert. *
Kontrollendoskopie
Eine elektive Second-look-Endoskopie innerhalb von 72 Stunden nach oberer GI-Blutung soll gemäß der Initiative nicht regelhaft durchgeführt werden.
Diagnostik und Bildgebung
Zöliakie
Vor Beginn einer glutenfreien Diät soll laut DGIM zwingend ein serologischer Zöliakie-Ausschluss erfolgen. *
Hohlorganperforation
Bei Verdacht wird primär eine Computertomografie (CT) in der Notaufnahme empfohlen. *
Akute Pankreatitis
Die Leitlinie rät davon ab, bei typischer Klinik und erhöhter Lipase innerhalb der ersten drei Tage eine CT zur Diagnosesicherung durchzuführen.
Dosierung
Obwohl es sich primär um diagnostische und therapeutische Handlungsempfehlungen handelt, nennt die DGIM spezifische Zielwerte für die Ernährungstherapie bei Lebererkrankungen:
| Parameter | Zielwert / Empfehlung laut DGIM |
|---|---|
| Gewichtsreduktion bei MASLD | Mindestens 5 % des Körpergewichts |
| Energiezufuhr bei Leberzirrhose | 30–45 kcal/kg Körpergewicht täglich |
| Eiweißzufuhr bei Leberzirrhose | 1,2–1,5 g/kg Körpergewicht pro Tag |
Kontraindikationen
Die DGIM-Initiative spricht explizite Warnungen und Negativ-Empfehlungen aus:
Citalopram/Escitalopram und Makrolide
Diese Kombination soll laut DGIM nicht durchgeführt werden, da ein dosisabhängiges Risiko für QTc-Zeit-Verlängerungen und schwere Arrhythmien besteht. *
Kortikosteroide bei CED
Eine langfristige systemische Kortikosteroidtherapie soll bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen nicht als Rezidivprophylaxe eingesetzt werden. *
Stuhltests bei Vorsorgekoloskopie
Bei programmierten Vorsorgekoloskopien erübrigen sich laut Empfehlung zusätzliche Stuhltests auf okkultes Blut (FOBT). *
Asymptomatische Cholezystolithiasis
Von einer operativen Behandlung wird in der Regel abgeraten.
💡Praxis-Tipp
Laut der DGIM-Initiative soll bei Patienten mit einer gastroduodenalen Ulkusblutung möglichst bereits während der Notfallendoskopie eine bioptische Helicobacter-pylori-Diagnostik mittels Histologie erfolgen, da der Urease-Test in der akuten Blutungssituation häufig falsch-negativ ausfällt.
Häufig gestellte Fragen
Laut DGIM ist eine PPI-Prophylaxe bei nicht-selektiven NSAR nur bei Vorliegen von Risikofaktoren indiziert, wobei das Alter über 60 Jahre allein nicht als ausreichender Risikofaktor gilt.
Die Empfehlung rät von einer operativen Behandlung ab, da die Lebenserwartung der Patienten durch eine prophylaktische Cholezystektomie nicht steigt.
Gemäß der Leitlinie soll bei typischen Beschwerden und deutlich erhöhter Lipase in den ersten drei Tagen keine CT zur Diagnosesicherung erfolgen.
Es wird laut DGIM primär die Durchführung einer Computertomografie in der Notaufnahme empfohlen, da diese eine deutlich höhere Sensitivität als eine Abdomen-Übersichtsaufnahme aufweist.
Die Leitlinie rät von einer regelhaften Proteinrestriktion ab, da eine zu geringe Eiweißzufuhr zu einer katabolen Stoffwechselsituation führen kann.
Quelle: DGIM Klug entscheiden: Gastroenterologie (19 Empfehlungen) (DGIM). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.