DGIM Klug entscheiden: Empfehlungen zur Pneumologie
Hintergrund
Die Initiative "Klug entscheiden" der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) formuliert evidenzbasierte Empfehlungen zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen in der Pneumologie. Ziel der Leitlinie ist es, Über- und Unterversorgung im klinischen Alltag zu vermeiden. Dabei werden sowohl positive Empfehlungen (Maßnahmen, die durchgeführt werden sollen) als auch negative Empfehlungen (Maßnahmen, die unterlassen werden sollen) definiert. Die Themengebiete umfassen unter anderem chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), ambulant erworbene Pneumonien (CAP), Lungenembolien sowie präventive Maßnahmen wie Impfungen und Tabakrauchentwöhnung.
Empfehlungen
Die DGIM-Leitlinie "Klug entscheiden" formuliert konkrete Handlungsanweisungen für den pneumologischen Alltag.
Atemwegserkrankungen (COPD und Asthma)
- Laut DGIM soll bei einer akuten COPD-Exazerbation keine langandauernde Steroidtherapie erfolgen. Stattdessen wird ein Prednisolonstoß für fünf Tage (maximal 50 mg Prednisolonäquivalent pro Tag) empfohlen.
- Nach einer stationär behandelten akuten COPD-Exazerbation rät die Leitlinie zu einer pneumologischen Rehabilitation.
- Bei Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD soll laut Expertenkonsens eine Inhalator-Therapie nur begonnen oder geändert werden, wenn der Patient geschult und die korrekte Anwendung überprüft wurde.
- Eine frühzeitige nichtinvasive Atemunterstützung (NIV bzw. CPAP) wird gemäß Leitlinie bei schwerer exazerbierter COPD und kardialem Lungenödem empfohlen.
Infektionen der Atemwege
- Die Leitlinie spricht sich gegen den Einsatz oraler Cephalosporine zur Initialtherapie bei einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAP) aus. Primär empfohlene Antibiotika sind laut DGIM Amoxicillin oder Amoxicillin/Clavulansäure.
- Bei einer akuten unkomplizierten Bronchitis (ohne chronische Lungenerkrankung) soll nach aktueller Leitlinienempfehlung auf eine Antibiotikagabe verzichtet werden.
Prävention und Diagnostik
- Gemäß der Initiative soll jedem Raucher eine Messung der Lungenfunktion (Spirometrie) angeboten werden.
- Rauchern mit chronischer Lungenerkrankung ist laut Leitlinie eine strukturierte Tabakrauchentwöhnung anzubieten.
- Die DGIM empfiehlt, Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen ab dem 60. Lebensjahr gegen Influenza und Pneumokokken zu impfen.
- Ein CT-Screening auf Lungenkrebs soll laut Leitlinie bei Patienten mit niedrigem Risiko nicht durchgeführt werden.
- Bei niedriger klinischer Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie und negativen D-Dimeren rät die Leitlinie von einer CT-Angiografie der Lunge ab.
- Laut DGIM soll bei Adipösen, Diabetikern sowie Patienten mit Vorhofflimmern oder Hypertonie, die schnarchen, eine Diagnostik zum Ausschluss eines Schlafapnoesyndroms erfolgen.
Sauerstofftherapie
- Eine im Krankenhaus begonnene Langzeit-Sauerstofftherapie soll nach Leitlinienempfehlung nicht ohne Überprüfung der fortbestehenden Notwendigkeit (spätestens nach 3 Monaten) weiterverordnet werden.
💡Praxis-Tipp
Laut der DGIM-Initiative "Klug entscheiden" ist bei der Verordnung einer Langzeit-Sauerstofftherapie nach einer akuten Exazerbation bereits bei der Krankenhausentlassung ein Plan mitzugeben, der eine Reevaluation der Hypoxämie nach spätestens drei Monaten vorsieht.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt primär Amoxicillin bei Patienten ohne relevante Begleiterkrankungen und Amoxicillin/Clavulansäure bei Patienten mit relevanten Komorbiditäten. Orale Cephalosporine sollen nicht eingesetzt werden.
Gemäß der Empfehlung soll ein Prednisolonstoß für fünf Tage durchgeführt werden, wobei die Dosis 50 mg Prednisolonäquivalent pro Tag nicht überschreiten sollte.
Das Screening wird laut DGIM nur für Hochrisikopatienten im Alter von 55 bis 74 Jahren empfohlen, die mindestens 30 Packungsjahre geraucht haben und weiterhin rauchen oder innerhalb der letzten 15 Jahre aufgehört haben.
Die Leitlinie rät bei einer akuten unkomplizierten Bronchitis bei Patienten ohne chronische Lungenerkrankung ausdrücklich von einer Antibiotikatherapie ab, da diese meist viral bedingt ist.
Gemäß der DGIM soll eine Diagnostik bei Patienten erfolgen, die schnarchen und gleichzeitig an Adipositas, Diabetes, Vorhofflimmern oder Hypertonie leiden.
Quelle: DGIM Klug entscheiden: Pneumologie (13 Empfehlungen) (DGIM). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.