RKI/STIKO2026Infektiologie

Impfen bei Immundefizienz: Sicherheit & Titerkontrolle

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die STIKO-Fachinformation bietet grundlegende Anwendungshinweise für Impfungen bei Patienten mit Immundefizienz. Durch den zunehmenden Einsatz von Immunsuppressiva und Biologika sowie die verbesserte Diagnostik primärer Immundefekte steigt der Beratungsbedarf in der Praxis kontinuierlich.

Laut Leitlinie weisen Menschen mit immunologischen Funktionsstörungen oft eine zu geringe Impfquote auf. Ursächlich hierfür sind häufig Unsicherheiten bezüglich der Indikationen, Kontraindikationen und der Sicherheit von Lebendimpfstoffen.

Neben dem individuellen Schutz betont das Dokument die Wichtigkeit der Herdenimmunität. Um immundefiziente Patienten indirekt zu schützen, wird für Erreger wie Masern und Pertussis eine Impfquote von 92 bis 94 Prozent in der Allgemeinbevölkerung benötigt.

Empfehlungen

Diagnostik und Risikobewertung

Die Leitlinie empfiehlt, primäre und sekundäre Immundefekte rechtzeitig zu erkennen und deren Schweregrad vor einer Impfung exakt abzuschätzen.

Besonders schwere Immundefizienzen liegen gemäß den Vorgaben bei kombinierten primären Immundefekten, unter Chemotherapie oder nach Stammzelltransplantationen vor.

Es wird eine enge Abstimmung zwischen dem impfenden Arzt und dem behandelnden Spezialisten empfohlen.

Zeitpunkt der Impfung

Ein vollständiger Impfstatus sollte idealerweise vor dem Beginn einer elektiven immunsuppressiven Therapie erreicht werden.

Für Lebendimpfstoffe wird ein Abstand von mindestens zwei Wochen vor dem Start einer immunmodulatorischen Behandlung empfohlen.

Impfung von Kontaktpersonen

Um das Infektionsrisiko zu minimieren, wird ein solider Impfschutz für Haushaltskontakte und das direkte Umfeld des Patienten empfohlen.

Dies schließt Personen in Gesundheitsdiensten, Kindertagesstätten und Schulen ein.

Erfolgskontrolle und Titerbestimmung

Die Überprüfung der Immunantwort mittels Titerbestimmung wird als diagnostisches Mittel zur Beurteilung der Immunfunktion beschrieben.

Die Kontrolle sollte laut Leitlinie vier bis acht Wochen nach der abgeschlossenen Impfserie erfolgen.

Als Faustregel für eine positive Impfantwort nach einer Auffrischungsimpfung gilt ein vierfacher Titeranstieg im Vergleich zum Ausgangswert.

ErregerTestmethodeProtektive Antikörperkonzentration
DiphtherieELISA; Toxin NT0,1 IU/ml
Hepatitis AELISA10 mIU/ml
Hepatitis BELISA10 mIU/ml (Langzeitschutz: 100 mIU/ml)
TetanusELISA0,1 IU/ml

Kontraindikationen

Lebendimpfstoffe (wie Mumps-Masern-Röteln, Varizellen oder Rotavirus) sind bei vielen Patienten mit schwerer Immundefizienz streng kontraindiziert.

Die Leitlinie warnt vor schweren bis tödlichen Komplikationen, wenn Lebendimpfstoffe bei unerkannter oder schwerer Immuninkompetenz verabreicht werden.

Totimpfstoffe können laut Dokument gefahrlos angewendet werden, jedoch wird auf eine möglicherweise stark verminderte oder fehlende Wirksamkeit bei schwerer Immunsuppression hingewiesen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine negative Serologie nach einer Impfung eine protektive Immunantwort nicht zwingend ausschließt, da neben der humoralen auch eine zelluläre Immunität induziert wird. Dennoch wird bei der Pertussis-Impfung betont, dass die quantitative Bestimmung von Antikörpern zur Beurteilung der Schutzwirkung nicht hilfreich ist, da keine verlässlichen Grenzwerte existieren.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, eine serologische Kontrolle des Impferfolgs vier bis acht Wochen nach Abschluss der Impfserie durchzuführen. Hierbei wird ein vierfacher Titeranstieg als positive Impfantwort gewertet.

Bei vielen Patienten mit Immundefizienz sind Lebendimpfstoffe kontraindiziert, da sie schwere Infektionen auslösen können. Es wird empfohlen, Lebendimpfungen mindestens zwei Wochen vor Beginn einer immunmodulatorischen Therapie abzuschließen.

Totimpfstoffe gelten laut Leitlinie als sicher und rufen keine impfstoffassoziierten Infektionen hervor. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Immunantwort und der resultierende Schutz je nach Schweregrad des Immundefekts vermindert sein können.

Es wird eine konsequente Impfung aller Haushaltskontakte und Kontaktpersonen im direkten Umfeld empfohlen. Zudem schützt eine hohe Impfquote in der Allgemeinbevölkerung (Herdenimmunität) diese vulnerablen Patientengruppen.

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Quelle: RKI: STIKO Fachinformation Shingrix (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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