Pneumokokken-Impfung: PCV20-Indikation bei Immundefekt
Hintergrund
Die aktualisierte STIKO-Empfehlung aus dem Jahr 2026 befasst sich mit der Indikationsimpfung gegen Pneumokokken-Erkrankungen. Sie richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit spezifischen Risikofaktoren.
Invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) weisen in dieser Altersgruppe eine deutliche Krankheitslast auf. Etwa 30 Prozent der IPD-Fälle bei den 2- bis 17-Jährigen treten bei Personen mit Grunderkrankungen auf.
Das primäre Impfziel ist die Reduktion von invasiven Infektionen, Pneumonien sowie daraus resultierenden schweren Folgen wie Hospitalisierung oder Tod. Durch die Zulassung des 20-valenten Konjugatimpfstoffs (PCV20) für diese Altersgruppe wurde eine Neubewertung der Evidenz und eine Anpassung der Impfstrategie erforderlich.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxisaspekt der aktualisierten Leitlinie ist die deutliche Vereinfachung des Impfschemas durch den Wegfall der sequenziellen Impfung mit PPSV23. Es wird empfohlen, bei bereits mit PPSV23 vorgeimpften Kindern und Jugendlichen genau auf den korrekten Abstand von 6 Jahren (bzw. 1 Jahr bei schwerer Immundefizienz) bis zur Gabe von PCV20 zu achten, um eine optimale Immunantwort zu gewährleisten.
Häufig gestellte Fragen
Laut STIKO-Empfehlung erhalten Kinder und Jugendliche ab 2 Jahren mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale eine einmalige Impfung mit dem 20-valenten Konjugatimpfstoff (PCV20). Die frühere sequenzielle Impfung wird nicht mehr empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt bei Kindern und Jugendlichen mit Risikofaktoren, die bereits PCV13 oder PCV15 erhalten haben, einen Impfabstand von einem Jahr bis zur Gabe von PCV20.
Nach einer vorangegangenen Impfung mit PPSV23 wird standardmäßig ein Abstand von 6 Jahren bis zur Gabe von PCV20 empfohlen. Bei Personen mit ausgeprägter Immundefizienz kann dieser Abstand gemäß Leitlinie auf 1 Jahr verkürzt werden.
Nein, die Anwendung des 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffs (PPSV23) wird bei Kindern und Jugendlichen nicht mehr empfohlen. Es wird stattdessen ausschließlich PCV20 eingesetzt.
Die Leitlinie gibt an, dass es bei einem Lieferengpass von PCV20 für die Indikationsimpfung ab 2 Jahren keine empfohlene Alternative gibt. Es wird geraten, den Impftermin in diesem Fall zu verschieben.
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Quelle: RKI: Tabelle Immundefizienz (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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