RKI/STIKO2026Infektiologie

Pneumokokken-Impfung bei Kindern: STIKO-Empfehlung 2026

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die aktualisierte STIKO-Empfehlung aus dem Jahr 2026 befasst sich mit der Indikationsimpfung gegen Pneumokokken-Erkrankungen. Sie richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit spezifischen Risikofaktoren.

Invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) weisen in dieser Altersgruppe eine deutliche Krankheitslast auf. Etwa 30 Prozent der IPD-Fälle bei den 2- bis 17-Jährigen treten bei Personen mit Grunderkrankungen auf.

Das primäre Impfziel ist die Reduktion von invasiven Infektionen, Pneumonien sowie daraus resultierenden schweren Folgen wie Hospitalisierung oder Tod. Durch die Zulassung des 20-valenten Konjugatimpfstoffs (PCV20) für diese Altersgruppe wurde eine Neubewertung der Evidenz und eine Anpassung der Impfstrategie erforderlich.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Indikationsimpfung:

Zielgruppen für die Indikationsimpfung

Eine Impfung wird für Kinder und Jugendliche (2 bis 17 Jahre) mit einem erhöhten Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen empfohlen. Dazu zählen laut Leitlinie folgende Risikofaktoren:

  • Angeborene oder erworbene Immundefekte (z. B. Sichelzellkrankheit, Asplenie, HIV-Infektion)

  • Sonstige chronische Krankheiten (z. B. Asthma bronchiale, Diabetes mellitus, neurologische Krankheiten)

  • Anatomische oder fremdkörperassoziierte Risiken für eine Pneumokokken-Meningitis (z. B. Liquorfistel, Cochlea-Implantat)

Impfstoffauswahl

Es wird die ausschließliche Verwendung des 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs (PCV20) für die genannten Risikogruppen empfohlen.

Die bisherige Empfehlung zur sequenziellen Impfung (PCV13 oder PCV15 gefolgt von PPSV23) entfällt. Die Anwendung des 23-valenten Polysaccharidimpfstoffs (PPSV23) alleine oder im sequenziellen Schema wird ausdrücklich nicht mehr empfohlen.

Besonderheiten vor Interventionen

Bei geplanten Eingriffen wie einer Splenektomie, dem Einsetzen eines Cochlea-Implantats oder dem Beginn einer immunsuppressiven Therapie sollte die Impfung möglichst vor der Intervention erfolgen.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Abstände und Schemata für die Anwendung von PCV20 bei 2- bis 17-Jährigen mit Risikofaktoren vor:

Bisheriger ImpfstatusEmpfohlene ImpfungImpfabstand zur Vorimpfung
Keine Impfung1 Dosis PCV20-
Vorimpfung mit PCV10, PCV13 oder PCV151 Dosis PCV201 Jahr
Vorimpfung mit PCV13/PCV15 + PPSV231 Dosis PCV206 Jahre nach PPSV23
Vorimpfung mit PCV13/PCV15 + PPSV23 (bei ausgeprägter Immundefizienz)1 Dosis PCV201 Jahr nach PPSV23
Einzelne PPSV23-Impfung1 Dosis PCV206 Jahre nach PPSV23

Zur Notwendigkeit von Wiederholungsimpfungen nach einer erfolgten Gabe von PCV20 liegen derzeit noch keine Daten vor. Daher kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt hierzu keine Empfehlung ausgesprochen werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt keine spezifischen neuen Kontraindikationen, verweist jedoch auf die Beachtung der jeweiligen Fachinformation.

Es wird zudem darauf hingewiesen, dass bei einem Lieferengpass des empfohlenen Impfstoffs PCV20 keine Alternative empfohlen wird. In einem solchen Fall sollte der Impftermin verschoben werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxisaspekt der aktualisierten Leitlinie ist die deutliche Vereinfachung des Impfschemas durch den Wegfall der sequenziellen Impfung mit PPSV23. Es wird empfohlen, bei bereits mit PPSV23 vorgeimpften Kindern und Jugendlichen genau auf den korrekten Abstand von 6 Jahren (bzw. 1 Jahr bei schwerer Immundefizienz) bis zur Gabe von PCV20 zu achten, um eine optimale Immunantwort zu gewährleisten.

Häufig gestellte Fragen

Laut STIKO-Empfehlung erhalten Kinder und Jugendliche ab 2 Jahren mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale eine einmalige Impfung mit dem 20-valenten Konjugatimpfstoff (PCV20). Die frühere sequenzielle Impfung wird nicht mehr empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt bei Kindern und Jugendlichen mit Risikofaktoren, die bereits PCV13 oder PCV15 erhalten haben, einen Impfabstand von einem Jahr bis zur Gabe von PCV20.

Nach einer vorangegangenen Impfung mit PPSV23 wird standardmäßig ein Abstand von 6 Jahren bis zur Gabe von PCV20 empfohlen. Bei Personen mit ausgeprägter Immundefizienz kann dieser Abstand gemäß Leitlinie auf 1 Jahr verkürzt werden.

Nein, die Anwendung des 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffs (PPSV23) wird bei Kindern und Jugendlichen nicht mehr empfohlen. Es wird stattdessen ausschließlich PCV20 eingesetzt.

Die Leitlinie gibt an, dass es bei einem Lieferengpass von PCV20 für die Indikationsimpfung ab 2 Jahren keine empfohlene Alternative gibt. Es wird geraten, den Impftermin in diesem Fall zu verschieben.

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Quelle: RKI: Tabelle Immundefizienz (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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