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Immunthrombozytopenie (ITP): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Onkopedia|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Immunthrombozytopenie (ITP) ist eine erworbene Erkrankung, die durch eine Autoimmunreaktion gegen Thrombozyten und Megakaryozyten verursacht wird. Es wird zwischen einer primären Form ohne erkennbare Ursache (ca. 80 Prozent) und sekundären Formen unterschieden. Letztere können unter anderem durch Autoimmunerkrankungen, Lymphome oder Medikamente induziert werden.

Die ITP ist eine Ausschlussdiagnose, die gestellt wird, wenn die Thrombozytenzahl wiederholt unter 100 x 10^9/L liegt und keine andere Ursache erkennbar ist. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung in 60 bis 70 Prozent der Fällen chronisch.

Bei Kindern ist ein chronischer Verlauf seltener und Spontanremissionen sind deutlich häufiger. Die Therapieindikation richtet sich nicht allein nach der Thrombozytenzahl, sondern erfordert eine individuelle Abwägung von Blutungsrisiko und Lebensqualität.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, die Therapieentscheidung ausschließlich an der Thrombozytenzahl festzumachen. Es wird betont, dass Kortikosteroide auf maximal 6 bis 8 Wochen begrenzt werden sollten, da längere Gaben die Remissionsrate nicht verbessern, aber zu erheblichen Nebenwirkungen führen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ITP-Patienten paradoxerweise ein doppelt so hohes Risiko für venöse und arterielle Thromboembolien aufweisen, was bei der Therapieplanung berücksichtigt werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie gibt es keinen starren Schwellenwert für den Therapiebeginn. Die Indikation wird individuell anhand der Blutungsneigung, des Alters und der Lebensumstände gestellt, wobei das Blutungsrisiko unter 20 bis 30 x 10^9/L deutlich ansteigt.

Es wird international empfohlen, die Erstlinientherapie mit Kortikosteroiden auf maximal 6 bis 8 Wochen zu begrenzen. Längere Therapien erhöhen die Remissionsrate nicht, führen aber zu starken Nebenwirkungen.

Die Leitlinie empfiehlt, eine Splenektomie frühestens 12 Monate nach Diagnosestellung anzubieten. Sie ist besonders für Patienten geeignet, die eine dauerhafte medikamentöse Therapie vermeiden möchten.

ITP-Patienten können alle Standardimpfungen erhalten, wobei intramuskuläre Injektionen bei niedrigen Thrombozytenzahlen zur Vermeidung von Hämatomen subkutan verabreicht werden sollten. Lebendimpfungen sind lediglich unter starker Immunsuppression kontraindiziert.

Neben Anamnese und Blutbild ist die Begutachtung eines Blutausstriches durch einen erfahrenen Untersucher zwingend erforderlich. Eine Knochenmarkpunktion wird nur bei atypischen Befunden oder bei Patienten über 60 Jahren empfohlen.

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Quelle: Onkopedia: Immunthrombozytopenie (ITP) (Onkopedia).

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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