Hormoninaktive Hypophysentumoren: Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie von klinisch hormoninaktiven Hypophysentumoren bei Erwachsenen. Diese Tumoren sind in der Allgemeinbevölkerung häufig und in der Regel gutartig.
Über 85 Prozent aller Tumoren in der Hypophysenregion sind Hypophysenadenome. Davon sind etwa 25 bis 30 Prozent hormoninaktiv, womit sie nach den Prolaktinomen den zweithäufigsten Tumortyp darstellen.
Häufig werden diese Tumoren zufällig als Inzidentalome im Rahmen einer zerebralen Bildgebung entdeckt. Ab einer Größe von 1 cm werden sie als Makroadenome bezeichnet, bei einer Größe unter 1 cm als Mikroadenome.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt vor dem verzögerten Auftreten eines Syndroms der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) nach transsphenoidalen Operationen. Es wird betont, dass ein SIADH typischerweise erst einige Tage nach dem Eingriff auftritt, mit einem Häufigkeitsgipfel um den 8. bis 10. postoperativen Tag. Daher wird eine strikte Überwachung des Serum-Natriums bis mindestens zum 10. Tag empfohlen, um lebensbedrohliche Hyponatriämien frühzeitig zu erkennen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie besteht eine Operationsindikation bei einer drohenden oder bestehenden Beeinträchtigung des Sehvermögens. Auch ein signifikantes Größenwachstum oder der Nachweis einer relevanten Hypophyseninsuffizienz können eine operative Therapie rechtfertigen.
Bei asymptomatischen Mikroadenomen wird eine MRT-Kontrolle jährlich über die ersten 3 Jahre empfohlen. Bleibt der Befund stabil, können die Untersuchungsintervalle gemäß Leitlinie individuell verlängert werden.
Es wird eine basale Bestimmung von Prolaktin, TSH, fT4, fT3, LH, FSH, Sexualhormonen und IGF-1 empfohlen. Zusätzlich wird ein 1-mg-Dexamethason-Test angeraten, um einen Hyperkortisolismus auszuschließen.
Die Leitlinie empfiehlt bei klinischer Notwendigkeit eine native Magnetresonanztomographie. Auf die Gabe von Kontrastmittel sollte in der Schwangerschaft verzichtet werden, sofern keine begründeten Ausnahmefälle vorliegen.
Es wird darauf hingewiesen, dass das TSH bei einer sekundären Hypothyreose oft inadäquat niedrig oder normal ist und sich nicht zur Diagnosestellung eignet. Zur Dosistitration der Levothyroxin-Therapie soll laut Leitlinie ausschließlich der fT4-Wert herangezogen werden.
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Quelle: Diagnostik und Therapie klinisch hormoninaktiver Hypophysentumoren (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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