ZNS-Tumoren bei Kindern: Diagnostik und MRT-Protokoll
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie zu ZNS-Tumoren im Kindes- und Jugendalter beschreibt intrakranielle und spinale Neubildungen. Diese stellen nach den Leukämien die zweitgrößte Gruppe maligner Erkrankungen in dieser Altersgruppe dar.
Im Gegensatz zum Erwachsenenalter handelt es sich bei Kindern meist um hirneigene Tumoren und seltener um Metastasen. Die jährliche Inzidenz liegt bei etwa 2 bis 4 Fällen pro 100.000 Kindern.
Die Klassifikation der Tumoren erfolgt nach der Lokalisation sowie nach histologischen und molekularbiologischen Kriterien der WHO. Diese Einteilung bestimmt maßgeblich das Wachstumsverhalten, die Metastasierungstendenz und die Prognose der Erkrankung.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist das enge Zeitfenster für die postoperative Bildgebung. Die frühpostoperative MRT muss zwingend 24 bis 48 Stunden (spätestens 72 Stunden) nach der Resektion erfolgen. Zu einem späteren Zeitpunkt auftretende unspezifische Schrankenstörungen lassen sich bildmorphologisch nicht mehr sicher von vitalen Tumorresten unterscheiden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Bildgebung bei Nicht-Migräne-Kopfschmerzen, die länger als sechs Monate andauern, oder bei begleitendem Nüchternerbrechen. Auch eine Wesensveränderung oder auffällige neurologische Befunde rechtfertigen eine zeitnahe Magnetresonanztomographie.
Laut Leitlinie ist die Computertomographie aufgrund der geringeren diagnostischen Aussagekraft und der Strahlenbelastung nicht die Methode der Wahl. Sie sollte nur in absoluten Notfallsituationen oder bei strengen Kontraindikationen für ein MRT eingesetzt werden.
In der Regel wird eine histologische und molekulargenetische Sicherung gefordert. Die Leitlinie nennt jedoch Ausnahmen wie typische Optikusgliome bei Neurofibromatose Typ 1 oder sezernierende Keimzelltumoren mit eindeutigen Tumormarkern, bei denen auf eine Biopsie verzichtet werden kann.
Es wird strengstens von einer Liquorentnahme abgeraten, bevor eine intrakranielle Raumforderung oder ein Hydrozephalus bildgebend ausgeschlossen wurden. Die Leitlinie warnt hier vor einer lebensbedrohlichen Einklemmungsgefahr.
Bei suprasellären und epiphysären Mittellinientumoren wird die Bestimmung von AFP, beta-HCG, PLAP und Prolaktin in Serum und Liquor empfohlen. Diese Marker können laut Leitlinie sezernierende Keimzelltumoren identifizieren und das weitere therapeutische Vorgehen leiten.
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Quelle: Leitsymptome und Diagnostik der ZNS-Tumoren im Kindes- und Jugendalter (AWMF, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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