Herzschrittmacher & CRT: Indikation und Therapie
Hintergrund
Die ESC/DGK-Leitlinie (2021) behandelt die Indikationen und Modalitäten der kardialen Stimulation sowie der kardialen Resynchronisationstherapie (CRT). Sie dient als Entscheidungshilfe für die strukturierte Abklärung und Behandlung von Patienten mit Bradykardien und Erregungsleitungsstörungen.
Patienten, die für eine Stimulationstherapie infrage kommen, werden primär in zwei Gruppen unterteilt: solche mit persistierender und solche mit intermittierender Bradykardie. Eine persistierende Bradykardie deutet meist auf eine intrinsische Erkrankung des Sinusknotens oder des atrioventrikulären (AV) Überleitungssystems hin.
Eine intermittierende Bradykardie kann hingegen durch vielfältige intrinsische oder extrinsische Faktoren ausgelöst werden. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer sorgfältigen Ursachenabklärung, um reversible Auslöser wie Medikamentennebenwirkungen oder Elektrolytstörungen vor einer Implantation auszuschließen.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie betrifft das perioperative Management zur Infektionsprävention. Es wird dringend empfohlen, eine präoperative Antibiotikaprophylaxe innerhalb von einer Stunde vor dem Hautschnitt zu verabreichen, um das Risiko einer Tascheninfektion zu minimieren. Zudem sollte für die Hautantisepsis Chlorhexidin-Alkohol anstelle von Povidon-Iod-Alkohol erwogen werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine Schrittmachertherapie bei permanentem oder paroxysmalem AV-Block III. Grades, AV-Block II. Grades Typ Mobitz 2 oder höhergradigem AV-Block indiziert. Dies gilt unabhängig davon, ob der Patient Symptome aufweist.
Die Leitlinie empfiehlt eine CRT besonders für symptomatische Herzinsuffizienz-Patienten im Sinusrhythmus. Voraussetzung sind eine LVEF ≤ 35 %, eine QRS-Dauer ≥ 150 ms und eine Linksschenkelblock-Morphologie trotz optimaler medikamentöser Therapie.
Es wird darauf hingewiesen, dass MRT-Untersuchungen bei MRT-konditionalen Systemen sicher durchgeführt werden können. Bei nicht-konditionalen Systemen sollte ein MRT nur erwogen werden, wenn keine alternative Bildgebung verfügbar ist und keine epikardialen oder beschädigten Elektroden vorliegen.
Die Leitlinie empfiehlt eine Wartezeit von mindestens 5 Tagen nach dem Myokardinfarkt. Wenn sich ein höhergradiger AV-Block in dieser Zeit nicht zurückbildet, ist eine permanente Implantation indiziert.
Nein, die Leitlinie rät explizit von einer Heparin-Überbrückung bei antikoagulierten Patienten ab. Dies wird mit dem höchsten Empfehlungsgrad nicht empfohlen, um Blutungskomplikationen zu vermeiden.
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Quelle: Pocket-Leitlinie: Schrittmacher- und kardiale Resynchronisationstherapie (Version 2021) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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