Herzerkrankungen in der Schwangerschaft: Management
Hintergrund
Die DGK/ESC-Leitlinie (2018) adressiert das Management kardiovaskulärer Erkrankungen während der Schwangerschaft. Bluthochdruck ist mit einer Prävalenz von 5 bis 10 Prozent die häufigste kardiovaskuläre Komplikation in dieser Phase.
In der westlichen Welt stellen angeborene Herzfehler mit 75 bis 82 Prozent die häufigsten strukturellen Herzerkrankungen bei Schwangeren dar. Eine Schwangerschaft geht mit erheblichen physiologischen Veränderungen im Herz-Kreislauf- und Blutgerinnungssystem einher.
Das individuelle Schwangerschaftsrisiko hängt maßgeblich von der zugrunde liegenden kardialen Erkrankung ab. Die Leitlinie empfiehlt für die Risikoeinschätzung die Nutzung der modifizierten Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (mWHO).
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, sich bei der Diagnostik venöser Thromboembolien auf D-Dimere zu verlassen, da diese physiologisch mit jedem Trimenon ansteigen. Ein positiver D-Dimer-Test ist nicht beweisend für eine Thrombose, und auch bei normalen Werten kann eine Lungenembolie vorliegen. Es wird daher empfohlen, bei klinischem Verdacht primär auf bildgebende Verfahren wie die Kompressionssonographie zurückzugreifen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt im zweiten und dritten Trimenon bis zur 36. Schwangerschaftswoche bevorzugt Vitamin-K-Antagonisten (VKA). Ab der 36. Woche wird eine Umstellung auf dosisadjustiertes unfraktioniertes Heparin oder niedermolekulares Heparin empfohlen.
Ja, eine sofortige elektrische Kardioversion wird laut Leitlinie bei jeder Tachykardie mit hämodynamischer Instabilität empfohlen. Sie gilt in allen Schwangerschaftsphasen als sicher, da der fetale Blutfluss nicht beeinträchtigt wird.
Zur medikamentösen Behandlung der Hypertonie werden Methyldopa, Labetalol und Calciumantagonisten wie Nifedipin empfohlen. ACE-Hemmer und Sartane sind aufgrund ihrer Fetotoxizität streng kontraindiziert.
Es wird eine körpergewichtsbasierte Prophylaxe mit niedermolekularem Heparin (LMWH) empfohlen. Die Initialdosis sollte sich am Ausgangsgewicht der Patientin in der frühen Schwangerschaft orientieren.
Die Leitlinie empfiehlt die vaginale Entbindung bei den meisten Patientinnen als erste Wahl, da sie mit einem geringeren Blutverlust und Infektionsrisiko einhergeht. Ein Kaiserschnitt ist primär bei geburtshilflichen Indikationen, schwerer Aortenpathologie oder akuter Herzinsuffizienz indiziert.
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Quelle: Pocket-Leitlinie: Kardiovaskuläre Erkrankungen in der Schwangerschaft (Version 2018) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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