Harninkontinenz: Prävention durch Beckenbodentraining

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schwangerschaftsbedingte Veränderungen des Beckenbodens führen häufig zu einer Belastungsinkontinenz. Etwa 41 Prozent der Frauen sind im Verlauf der Schwangerschaft von unwillkürlichem Harnverlust betroffen.

Die Symptome einer Belastungsinkontinenz werden gemäß der Ingelman-Sundberg-Klassifikation in drei Schweregrade unterteilt:

SchweregradSymptomatik nach Ingelman-Sundberg
Grad IHarnverlust beim Husten, Niesen oder Lachen
Grad IIHarnverlust beim Heben, Laufen oder Treppensteigen
Grad IIIHarnverlust im Stehen ohne körperliche Betätigung

Auch nach der Entbindung bleibt das Risiko bestehen. Nach einer vaginalen Spontangeburt weisen rund 23 Prozent der Frauen sechs Monate postpartal eine erstmalige Harninkontinenz auf.

Zur Prävention wird ein gezieltes Beckenbodentraining bereits während der Schwangerschaft untersucht. Der vorliegende Bericht bewertet den Nutzen dieser Maßnahme für erstgebärende Frauen ohne bestehende Inkontinenzsymptome.

Empfehlungen

Prävention der Harninkontinenz

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich ein Hinweis auf einen höheren Nutzen des präpartalen Beckenbodentrainings zur Vermeidung einer Harninkontinenz.

Dieser Vorteil besteht sowohl in der Spätschwangerschaft als auch in den ersten drei Monaten nach der Entbindung.

Die Datenlage bezieht sich primär auf erstgebärende Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft.

Geburtsverlauf und Komplikationen

Der Bericht stellt fest, dass das Training keine negativen Auswirkungen auf den Geburtsverlauf hat.

Es ergab sich kein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden bezüglich der Rate an Spontangeburten oder höhergradigen Dammrissen (Grad 3 und 4).

Auch für Frühgeburten oder einen vorzeitigen Blasensprung zeigte sich laut Bewertung kein erhöhtes Risiko.

Weitere Endpunkte

Für die prä- und postpartale Stuhlinkontinenz sowie für postpartale Schmerzen lässt sich mangels Daten kein Nutzen oder Schaden ableiten.

Hinsichtlich der Sexualfunktion ergaben die Studiendaten keinen signifikanten Unterschied zur Standardversorgung.

Ein potenzieller Nutzen für die gesundheitsbezogene Lebensqualität konnte aufgrund unpublizierter Studienergebnisse (Outcome Reporting Bias) nicht bestätigt werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht entkräftet die mögliche Sorge, dass ein intensives Beckenbodentraining vor der Geburt zu einem rigiden Beckenboden und damit zu Geburtskomplikationen führen könnte. Es wird betont, dass das Training weder die Rate an Spontangeburten senkt noch das Risiko für schwere Dammrisse erhöht. Somit kann die präventive Maßnahme bei Erstgebärenden sicher eingesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

In den bewerteten Studien variierte der Beginn stark. Laut Bericht startete das Training meist zwischen der 20. und 24. Schwangerschaftswoche, in einigen Fällen aber auch schon im ersten Trimester.

Der IQWiG-Bericht konnte hierzu keine Aussage treffen. Es lagen keine verwertbaren Studiendaten vor, um einen Nutzen oder Schaden bezüglich der Stuhlinkontinenz abzuleiten.

Nein, laut der Bewertung gibt es keinen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden. Die Rate an höhergradigen Dammrissen (Grad 3 und 4) unterschied sich nicht signifikant von der Kontrollgruppe.

Der Bericht bestätigt einen Nutzen für die ersten drei Monate nach der Entbindung. Für spätere Zeitpunkte ließ sich der Effekt des rein präpartalen Trainings nicht mehr eindeutig von postpartalen Rückbildungskursen abgrenzen.

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Quelle: IQWiG N25-04 : Bewertung des Beckenbodentrainings in der Schwangerschaft zur Prävention von prä- und postpartaler Harninkontinenz (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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