Aktive Kniebewegungsschienen bei Kreuzbandruptur: IQWiG
Hintergrund
Der IQWiG Rapid Report N23-02 (2024) untersucht den Nutzen aktiver Kniebewegungsschienen (CAM-Schienen) zur Selbstanwendung bei Rupturen des vorderen Kreuzbandes. Die Bewertung stellt eine Aktualisierung eines früheren Berichts dar und schließt neue Studiendaten zur häuslichen Anwendung ein.
Die Standardbehandlung nach einer Kreuzbandruptur umfasst in der Regel eine strukturierte physiotherapeutische Rehabilitation. Der Einsatz von aktiven Bewegungsschienen soll diese Therapie ergänzen, um die Kniegelenksfunktion und die Lebensqualität zu verbessern.
Eine vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) initiierte Erprobungsstudie (CAMOPED) sollte den Nutzen der Methode klären. Diese Studie wurde jedoch vorzeitig abgebrochen, was zu der vorliegenden Neubewertung durch das IQWiG führte.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende Kernaussagen:
Häusliche Anwendung nach Operation
Laut Bericht zeigt die aktuelle Studienlage keinen Zusatznutzen der CAM-Schienen im häuslichen Umfeld. Die Auswertung der abgebrochenen CAMOPED-Studie ergab:
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Keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der subjektiven Kniegelenksfunktion im Vergleich zur alleinigen Physiotherapie
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Keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden bezüglich der kniebezogenen Lebensqualität
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Eine unzureichende Datenlage zu unerwünschten Ereignissen wie Rerupturen oder Revisionseingriffen
Stationäre Anwendung
Die Ergebnisse der vorangegangenen Bewertung behalten laut IQWiG ihre Gültigkeit. Auch für die stationäre Anwendung im direkten Anschluss an eine Operation zeigt sich kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden im Vergleich zu passiven Schienen oder einer Behandlung ohne Schiene.
Konservative Therapie
Für Personen mit einer rein konservativ versorgten vorderen Kreuzbandruptur liegen dem Bericht zufolge weiterhin keine Daten vor. Es konnten keine laufenden oder geplanten Studien für diese Gruppe identifiziert werden.
Zusammenfassende Bewertung
Das IQWiG schlussfolgert, dass der Einsatz aktiver Kniebewegungsschienen keinen belegten Vorteil gegenüber der standardisierten physiotherapeutischen Rehabilitation bietet. Das Verzerrungspotenzial der vorliegenden Daten wird als hoch eingestuft.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht bietet die Verordnung einer aktiven Kniebewegungsschiene (CAM-Schiene) nach einer vorderen Kreuzbandplastik keinen nachweisbaren funktionellen Vorteil gegenüber einer alleinigen Physiotherapie. Es wird darauf hingewiesen, dass die standardisierte physiotherapeutische Rehabilitation weiterhin die Basis der Nachbehandlung bildet.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen von aktiven Kniebewegungsschienen (CAM-Schienen). Weder die Kniegelenksfunktion noch die Lebensqualität werden im Vergleich zur alleinigen Physiotherapie signifikant verbessert.
Der Bericht stellt fest, dass für die konservative Behandlung von Kreuzbandrupturen gänzlich Daten zum Einsatz von CAM-Schienen fehlen. Ein Nutzen kann für diese Indikation daher nicht belegt werden.
Die vorliegenden Studien erlauben laut IQWiG keinen validen Vergleich zwischen aktiven und passiven Bewegungsschienen. Es zeigt sich jedoch bei beiden Verfahren kein belegter Zusatznutzen gegenüber einer Behandlung ohne Schiene bei unkomplizierten Verläufen.
Die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen wie Rerupturen ist laut Bericht unzureichend. Es gibt jedoch keinen Anhaltspunkt für einen spezifischen Schaden durch die Anwendung der aktiven Bewegungsschiene.
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Quelle: IQWiG N23-02 : Aktive Kniebewegungsschienen zur Selbstanwendung bei Rupturen des vorderen Kreuzbandes – Aktualisierung zum Auftrag N16-01 (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.