Hämodynamisches Monitoring: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) befasst sich mit dem hämodynamischen Monitoring von kritisch kranken Patienten in der internistischen Intensivmedizin. Ziel ist es, ein unverzichtbares Basismonitoring zu definieren und den sinnvollen Einsatz erweiterter Verfahren zu strukturieren.
Dabei wird betont, dass es kein einzelnes ideales Monitoringverfahren gibt. Die Auswahl der Überwachungsmethoden sollte stets patientenindividuell erfolgen und die Ergebnisse im klinischen Kontext interpretiert werden.
Ein unkritischer, breiter Einsatz invasiver Verfahren wird von der Leitlinie nicht empfohlen. Stattdessen wird eine zielgerichtete Diagnostik gefordert, um die Gewebeperfusion zu optimieren und einem Multiorganversagen vorzubeugen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist der passive Beinhebeversuch zur Überprüfung der Volumenreagibilität einer probatorischen Volumengabe vorzuziehen. Dies verhindert eine potenziell schädliche Volumenüberladung bei Patienten, die nicht mehr volumenreagibel sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie umfasst das Basismonitoring die Erfassung von Atemfrequenz, nichtinvasivem Blutdruck, EKG, Körpertemperatur, Urinproduktion und Sauerstoffsättigung. Ergänzend wird die Bestimmung des Lactatwertes empfohlen.
Die Leitlinie rät davon ab, den zentralvenösen Druck (ZVD) oder den pulmonalarteriellen Okklusionsdruck (PAOP) zur Abschätzung der Volumenreagibilität zu nutzen. Stattdessen werden dynamische Parameter wie die Schlagvolumenvariation empfohlen.
Eine invasive arterielle Blutdruckmessung wird bei protrahierter hämodynamischer Instabilität empfohlen. Auch bei Unzuverlässigkeit der nichtinvasiven Messung, wie es häufig im Schock der Fall ist, wird dieses Verfahren angeraten.
Wenn eine invasive Messung des Herzzeitvolumens erforderlich ist, wird die Pulskonturanalyse von der Leitlinie als aktuell führendes System bezeichnet. Der Pulmonaliskatheter ist speziellen Reserveindikationen vorbehalten.
Die Leitlinie gibt keine starren Zielwerte vor, da der optimale Blutdruck individuell stark variieren kann. Es wird empfohlen, den Blutdruck so zu titrieren, dass mit einem Minimum an Katecholaminen eine optimale Gewebeperfusion erreicht wird.
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Quelle: Empfehlungen zum hämodynamischen Monitoring in der internistischen Intensivmedizin (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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