Gliolan (5-ALA): Fluoreszenz bei OP-Verzögerung & Gliom
Hintergrund
Die Drug Safety Mail 2020-69 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) fasst einen Rote-Hand-Brief zu Gliolan (5-Aminolävulinsäure, 5-ALA) zusammen. Das Prodrug wird zur intraoperativen Visualisierung von malignem Gewebe bei der Resektion von malignen Gliomen (WHO Grad III und IV) eingesetzt. Es wird intrazellulär zu dem fluoreszierenden Molekül PPIX metabolisiert.
Gemäß Fachinformation wird der höchste PPIX-Plasmaspiegel vier Stunden nach der oralen Gabe erreicht und nimmt danach ab. Ein klarer Kontrast für die Visualisierung von Tumorgewebe unter blau-violettem Licht besteht in der Regel für mindestens neun Stunden.
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Aspekt bei der Nutzung von 5-ALA ist die Möglichkeit falsch-positiver und falsch-negativer Befunde. Es wird darauf hingewiesen, dass auch Abszesse, Lymphome oder nekrotisches Gewebe fluoreszieren können. Gleichzeitig schließt fehlende Fluoreszenz im Randbereich eine Tumorinfiltration nicht sicher aus.
Häufig gestellte Fragen
Der höchste Plasmaspiegel des fluoreszierenden Metaboliten wird laut Fachinformation vier Stunden nach der oralen Gabe erreicht. Ein klarer Kontrast besteht in der Regel für mindestens neun Stunden.
Die AkdÄ empfiehlt in diesem Fall, die Operation auf den nächsten Tag oder später zu verschieben. Vor der erneuten Narkose kann dann eine weitere Dosis verabreicht werden.
Nein, auch andere Läsionen wie Metastasen, Entzündungen, ZNS-Infektionen oder Lymphome können eine Fluoreszenz aufweisen.
Nein, nicht fluoreszierendes Gewebe schließt das Vorhandensein von Tumorzellen in der Infiltrationszone mit geringer Dichte nicht aus.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Gliolan® (5-Aminolävulinsäure (AkdÄ, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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